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Abakansk bis Abandonnieren (Bd. 1, Sp. 10 bis 12)
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Artikelverweis Abakansk, Stadt im sibir. Gouv. Jenisseisk, am Abakan (linker Nebenfluß des Jenissei), durch Palisaden befestigt, hat 2000 Einw., worunter viele Verwiesene. In der Umgegend alte Grabhügel (»Gräber der Li Katai«) mit Urnen, Goldschmuck und andern Metallzieraten. A. wurde von Peter d. Gr. 1707 als Fort angelegt.
 
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Abăkus (lat., griech. abax, »Tafel, Platte«), bei Griechen und Römern eine Tafel oder Brett zum Würfeln, zum Aufzählen der Rechensteine bei Ausstellung einer Rechnung und zum Aufzeichnen mathematischer Figuren. In der Baukunst ist A. die Deckplatte (a b) eines Säulenkapitäls als Verbindungsglied zwischen diesem und dem das Auflager bildenden Gebälk. Der A. ist bei der dorischen, ionischen und toskanischen Säule quadratisch mit geraden Seitenflächen. Bei der korinthischen und römischen Säule werden die Seitenflächen des A. eingezogen und die Ecken abgestumpft. A. bedeutet auch Tischplatte.
 
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Abälard (Abeilard, Abeillard, Abélard, lat. Abaelardus), Peter, scholastischer Philosoph und Theolog, der kühnste Denker des 12. Jahrh., geb. 1079 in dem Flecken Palet oder Palais unweit Nantes (daher Doctor Palatinus), gest. 21. April 1142 in der Priorei St. Marcellus bei Châlon. Er studierte zu Paris, nachdem er vorher schon Roscelins Schüler gewesen war. Durch die Bekämpfung des sogen. Realismus verfeindete er sich mit seinem Lehrer Wilhelm von Champeaux, der sich zuletzt für überwunden erklären mußte. Als Lehrer der Dialektik, später auch

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der Theologie, zuerst in Melun, dann in Corbeil, hierauf zu Paris auf dem Berge Ste.-Geneviève und in der Kathedralschule, zog er durch die Kunst seines Vortrags sowie durch die Richtung seiner Theologie eine außerordentlich große Zahl von Schülern aus allen Ländern an. Bekannt ist seine Liebe zu Heloise, deren Oheim, der Kanonikus Fulbert, selbst ihn in sein Haus als Lehrer seiner Nichte aufnahm. A., obgleich bereits 38 Jahre alt, entbrannte heftig für das schöne und geistreiche 17jährige Mädchen und fand die glühendste Erwiderung seiner Leidenschaft. Er entführte die Geliebte nach der Bretagne, wo sie im Hause seiner Schwester einen Sohn gebar, und nachdem er sich mit Heloise vermählt hatte, kehrte diese in das Haus des Oheims zurück, leugnete aber die Ehe, um A. an der Erlangung kirchlicher Würden nicht hinderlich zu werden. Darüber erbittert, ließ Fulbert A. überfallen und entmannen. Tief gebeugt durch diese Schmach, barg sich A. als Mönch in der Abtei St.-Denis und bewog auch Heloise, in Argenteuil den Schleier zu nehmen, sing selbst jedoch bald wieder an, zu lehren. In dem Streit über die allgemeinen Begriffe (universalia) wandte er sich mehr dem Nominalismus zu, indem er diese Begriffe nur für subjektive Zusammenfassungen, conceptus mentis (daher wird seine Lehre Konzeptualismus genannt), ansah. In der Theologie vertrat er offen die rationalistische Richtung, indem er den kirchlichen Glauben auf allgemeine Vernunftprinzipien zurückzuführen suchte. Die Freiheit des Willens faßte er als Grundlage der Sittenlehre; wie nur aus ihr die Zurechnungsfähigkeit der Handlung hervorgehe, so lehrte er, daß auch nur die aus ihr hervorgehende Reue und Buße selig machen könnten. Die Synode zu Soissons (1121) erklärte seine Ansichten über die Dreieinigkeit für ketzerisch und verurteilte ihn zur Einsperrung im Kloster St.-Médard. Der päpstliche Legat hob diese Strafe auf, und A. kehrte nach St.-Denis zurück, verließ aber nach einiger Zeit dieses Kloster und erbaute zu Nogent an der Seine eine Kapelle und Klause, Paraklet genannt, die er nach seiner Ernennung zum Abt von St.-Gildas-de-Ruys in der Bretagne Heloisen und ihren Religiosen zur Wohnung überließ. Der Abt Wilhelm von St.-Thierry erneuerte die Beschuldigung der Ketzerei gegen die Schriften Abälards, und die Gegner brachten es dahin, daß das Konzil zu Sens (1140) und, als A. an den Papst appellierte, Papst Innocenz 11. seine Lehre verdammten. Peter der Ehrwürdige, Abt zu Clugny, söhnte A., nachdem er seine Trinitäts- und Erlösungstheorie widerrufen, mit seinen Feinden aus. A. lebte hierauf, ein Muster klösterlicher Zucht, ruhig zu Clugny. Als er schwer erkrankt war, ließ ihn Peter nach der Priorei St. Marcellus bei Châlon bringen, wo er bald darauf starb. Heloise, die ihm erst 17. März 1163 im Tode folgte, erbat sich den Leichnam und ließ ihn im Paraklet begraben. Beider Asche wurde 1808 in das Museum der französischen Denkmäler nach Paris gebracht und 1817 in einem eigens dazu erbauten Grabmal auf dem Kirchhof Père-Lachaise beigesetzt. Abälards lateinische Schriften und Briefe hat Amboise gesammelt und Duchesne (Par. 1616), zuletzt Cousin (das. 184959, 2 Bde.) herausgegeben. In Mignes »Patrologiae cursus completus«, latein. Abteilung, füllen sie den 178. Band. Die bedeutendsten von seinen Werken sind: »Introductio in theologiam«, die Ethik: »Scito te ipsum«, »Dialogus inter Philosophum, Judaeum et Christianum« (hrsg. von Rheinwald, Berl. 1831), »Sic et non«, eine Sammlung dogmatischer Widersprüche der Kirchenväter, zuerst von Cousin (Par. 1836), dann vollständig herausgegeben von Henke und Lindenkohl (Marburg 1851). Sein Leben hat A. selbst in der »Historia calamitatum mearum« beschrieben. Vgl. Rémusat, Abélard (Par. 1845, 2 Bde.); Deutsch, Peter A., ein kritischer Theolog (Leipz. 1883); Carriere, A. und Heloise, ihre Briefe und Leidensgeschichte (2. Aufl., Gieß. 1853); Hausrath, Peter A. (Leipz. 1893); Picavet, A. et Alexandre de Hales créateurs de la méthode scolastique (Par. 1896).
 
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Abalĭenation (lat.), s. Meyers Veräußerung.
 
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Abaligēter Höhle, auch Paplika (Pfaffenloch) genannt, berühmte Stalaktitenhöhle beim Dorf Abaliget im ungar. Komitat Baranya, nordwestlich von Fünfkirchen, besteht aus einer 3/4 m hoch mit Wasser gefüllten Eingangshöhle und einem 950 m langen Saal mit den herrlichsten Tropfsteingebilden. Sie wurde erst 1768 näher bekannt, allein in Felsen gehauene Stufen, Mauerreste, Menschen- und Tierknochen sowie eine römische Urnenbegräbnisstätte beweisen, daß die Höhle schon in alten Zeiten bewohnt wurde. 5 km östlich bei Mánfa befindet sich eine zweite ähnliche Höhle, »Királylika« (Königshöhle) genannt. Vgl. Schmidl, Die A. H. (Wien 1864).
 
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Abällino, der große Bandit, Titel eines Romans und eines danach gearbeiteten Trauerspiels von Heinrich Meyers Zschokke (s. d.).
 
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Abălus, eine von Plinius u. a. erwähnte Bernsteininsel der Alten, wahrscheinlich das Samland.
 
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Abändern (abarten, variieren), das Entstehen von Abweichungen in Form, Größe, Bau, Färbung etc. bei Pflanzen und Tieren durch Einwirkung innerer oder äußerer, teils von der Natur gegebener, teils künstlich geschaffener Verhältnisse. Über sprungartiges A. (Mutieren) s. Meyers Mutationstheorie.
 
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Abänderungsantrag, s. Meyers Amendement.
 
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Abandon (franz., spr. ăbangdóng, Abtretung, Aufgabe, Verzicht), ein seerechtlicher Ausdruck mit verschiedener Bedeutung. Das deutsche Handelsgesetzbuch braucht die Bezeichnung A. nur in § 861 und bezeichnet damit das Recht des Versicherten, in bestimmten Fällen gegen Abtretung der in Ansehung des versicherten Gegenstandes ihm zustehenden Rechte die Zahlung der vollen Versicherungssumme zu verlangen. Diese Fälle sind: 1) Verschollenheit des Schiffes, d. h. wenn ein Schiff nach Antritt seiner Reise innerhalb einer bestimmten Frist weder seinen Bestimmungshafen erreicht hat, noch den Beteiligten Nachrichten über dasselbe zugegangen sind; 2) Embargo, d. h. eine vom Staat ausgehende Beschlagnahme oder Festhaltung eines Schiffes; 3) Aufbringung, d. h. Wegnahme durch eine kriegführende Macht; 4) Anhaltung durch Verfügung von hoher Hand; 5) Wegnahme durch Seeräuber. Bei den Fällen unter 2) mit 4) hat die Zahlung jedoch nur zu erfolgen, wenn nicht innerhalb einer bestimmten Frist Freigabe erfolgt. Die Abandonerklärung muß dem Versicherer innerhalb der Abandonfrist zugehen, muß ohne Bedingung erfolgen, sich auf den ganzen versicherten Gegenstand erstrecken und ist unwiderruflich. Auf Verlangen hat der Versicherte dem Versicherer einen Abandonrevers zu erteilen, d. h. eine öffentlich beglaubigte Anerkennungsurkunde darüber, daß sämtliche Rechte des Versicherten durch die Abandonerklärung auf den Versicherer übergegangen sind. Die Zahlung der Versicherungssumme erfolgt erst nach Rechtfertigung des A. durch entsprechende Urkunden und nach Ablauf einer angemessenen Prüfungsfrist. Vgl. § 861 mit 871 des Handelsgesetzbuchs. Außerdem kommt die Bezeichnung A. noch

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für folgende Fälle vor: a) Bei bestimmten großen Unternehmungen kann jeder Mitreeder, der dem betreffenden Unternehmen nicht zugestimmt hat, sich von der Zubußpflicht befreien, wenn er binnen drei Tagen mittels gerichtlicher oder notarieller Erklärung seine Meyers Schiffsparten (s. d.) preisgibt (§ 501 des Handelsgesetzbuchs). b) Nach Eintritt eines Unfalls hat der Versicherer das Recht, durch Zahlung der vollen Versicherungssumme innerhalb drei Tagen sich von allen weitern Bedingungen aus dem Versicherungsvertrage zu befreien (§ 841 des Handelsgesetzbuchs). c) Wenn Behältnisse, die mit flüssigen Waren angefüllt waren, während der Reise ganz oder zum größern Teil ausgelaufen sind, so kann sie der Befrachter dem Verfrachter für die Fracht und seine übrigen Forderungen an Zahlungs Statt überlassen (§ 616 des Handelsgesetzbuchs). Verschiedene ausländische Gesetze verstehen endlich unter A. das Recht eines Schuldners, der gegenüber den Ansprüchen der Gläubiger nur unter Beschränkung auf ein Sondergut haftet, sich durch Hingabe des Sonderguts von jeder weitern Verantwortlichkeit zu befreien. Vgl. Burchard, Art. A. in Baumgartners »Handwörterbuch des gesamten Versicherungswesens« (Straßb. 1898); Boyens, Das deutsche Seerecht, Bd. 2 (Leipz. 1901).
 
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Abandonnieren (franz., spr. ăbangd-), aufgeben, verlassen (vgl. das bei »Abandon« Gesagte). Außerdem spricht man noch von a., 1) wenn der Schiffsmann im Auslande durch seinen Schiffer ohne Genehmigung des Seemannsamts zurückgelassen wird (§ 71 der deutschen Seemannsordnung); 2) wenn ein Schiff auf offener See oder an fremder Küste von Schiffer und Mannschaft verlassen wird.