Wörterbuchnetz
Meyers Großes Konversationslexikon Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Aaskäfer bis Aba (Bd. 1, Sp. 10)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Aaskäfer (Silphidae Leach), Familie der Käfer mit meist elfgliederigen, keulenförmigen Fühlern und den Hinterleib meist ganz bedeckenden, selten abgestutzten Flügeldecken. Die ca. 300 Arten finden sich vorzugsweise in der gemäßigten Zone, einige augenlose in Höhlen (Leptoderus). Sie laufen sehr schnell, fliegen gern und geben in Gefahr eine stinkende Flüssigkeit aus dem After. Sie leben von Aas oder legen doch darin ihre Eier ab; auch suchen sie faulende Vegetabilien, besonders Pilze, auf; einige verzehren auch lebende Schnecken und Insekten oder legen ihre Eier darin ab. Die Larven sind länglich oder oval, meist abgeflacht, mit einem als Nachschieber vorstülpbaren After. Der A. (Silpha atrata Leach, s. Tafel Meyers »Landwirtschaftliche Schädlinge I«), 11 mm lang, schwarz, mit drei erhabenen Längslinien auf den punktierten Flügeldecken, legt seine Eier unter moderndes Laub oder in die Erde; die glänzend schwarze, unten weiße Larve frißt, wie die von S. opaca L., junge Runkelrübenpflanzen und richtet bisweilen großen Schaden an. Sie verpuppt sich tief in der Erde. Der Totengräber (Necrophorus vespillo L.), 17,5 mm lang, mit fast kreisrundem, goldgelb behaartem Thorax und zwei orangefarbenen Binden auf den abgestutzten, schwarzen Flügeldecken, begräbt Aas, indem er die Erde unter demselben fortschafft. In das begrabene Aas legt das Weibchen seine Eier. Die Larve nährt sich wie der Käfer von verwesenden tierischen Substanzen und verpuppt sich unter der Erde.
 
Artikelverweis 
Aaskrähe, die Raben- und Nebelkrähe.
 
Artikelverweis 
Aaspflanze, s. Stapelia.
 
Artikelverweis 
Aaspocken, schwere Form der Meyers Schafpocken (s. d.).
 
Artikelverweis 
Aasseite, die innere (Fleisch-) Seite von Fellen.
 
Artikelverweis 
Aastiere, von Aas lebende Tiere, die namentlich in heißen Ländern viel zur Beseitigung des Aases beitragen, wie Schakale, Hyänen, Geier, Adler etc., dann auch Ratten, Spitzmäuse, Haie, Weißfische, Krebse, Aaskäfer, Aasfliegen etc., Würmer etc.
 
Artikelverweis 
Aatal, s. Meyers Glatt 2).
 
Artikelverweis 
Ab (assyr. A-bu), in der assyrisch-babylonischen Zeit der Name eines Monats, bei den Juden seit der babylonischen Gefangenschaft der elfte Monat des bürgerlichen Jahres, in unsern Juli und August fallend. Am 9. Ab wurde 586 v. Chr. und 70 n. Chr. der Tempel der Juden und 135 n. Chr. ihr und ihres Feldherrn Bar-Kochba letztes Bollwerk, die Feste Bethar, zerstört. Der 15. Ab ist wegen froher geschichtlicher Ereignisse Freudentag (chamischa assar b'Ab).
 
Artikelverweis 
Ab (pers.), Wasser.
 
Artikelverweis 
Ab (kaufm.), ab dort (genommen), ab hier (genommen), s. Meyers Frei ab.
 
Artikelverweis 
Aba (Abâje, Abbajek, auf der Sinaihalbinsel Ghasiz, in Nubien Ahk, in den Gallaländern Moyasa), braune Tücher aus Baumwolle, Kamel- oder Ziegenhaar, werden im Orient als ärmelloser Rock getragen und zum Verpacken von Tabak benutzt.