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Aasblumen bis Aatal (Bd. 1, Sp. 9 bis 10)
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Artikelverweis Aasblumen, Blumen, die durch ihren Aasgeruch Fliegen zur Bestäubung anlocken, wie Arazeen (Arum maculatum u. a.), Stapelien, Orchideen (z. B. Bolbophyllum Beccarii) u. a. Vgl. Fliegenblumen.
 
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Aasen (spr. ōsen), Ivar Andreas, norweg. Dichter und Sprachforscher, geb. 1813 auf Söndmöre, gest. 25. Sept. 1896 in Christiania, gab als Hauslehrer eine »Søndmørsk-Flora« mit norwegischen Blumennamen heraus, widmete sich dem Sammeln und Studium der Volksdialekte (seit 1851 mit Staatsstipendium) und bildete daraus das »Landsmaal« (»Landessprache«). Seine Werke darüber sind: »Det norske Folkesprogs Grammatik« (1848; 2. Aufl. als »Norsk Grammatik«, 1864); »Ordbog over det norske Folkesprog« (1850; neue Ausg. unter dem Titel »Norsk Ordbog med dansk Forklaring«, 1873; als Beigabe [»Tillæg«] dazu erschien 189092 das »Norsk Ordbog« von Hans Ross); »Norske Ordsprog« (»Norwegisches

[Bd. 1, Sp. 10]


Sprichwörter-Lexikon«, 2. Aufl. 1881) sowie die Gedichtsammlung »Symra« (»Frühlingsblume«, 3. Aufl. 1875) und das Drama »Ervingen« (»Erbe«, 6. Aufl. 1896) in Landsmaal.
 
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Aasfliege, s. Meyers Fliegen.
 
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Aasjäger, ein Mensch, der alles schießt, was ihm vor das Gewehr kommt, keine Schonzeit achtet, Mutterwild erlegt, Wild krank schießt, so daß es elend verkommt.
 
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Aaskäfer (Silphidae Leach), Familie der Käfer mit meist elfgliederigen, keulenförmigen Fühlern und den Hinterleib meist ganz bedeckenden, selten abgestutzten Flügeldecken. Die ca. 300 Arten finden sich vorzugsweise in der gemäßigten Zone, einige augenlose in Höhlen (Leptoderus). Sie laufen sehr schnell, fliegen gern und geben in Gefahr eine stinkende Flüssigkeit aus dem After. Sie leben von Aas oder legen doch darin ihre Eier ab; auch suchen sie faulende Vegetabilien, besonders Pilze, auf; einige verzehren auch lebende Schnecken und Insekten oder legen ihre Eier darin ab. Die Larven sind länglich oder oval, meist abgeflacht, mit einem als Nachschieber vorstülpbaren After. Der A. (Silpha atrata Leach, s. Tafel Meyers »Landwirtschaftliche Schädlinge I«), 11 mm lang, schwarz, mit drei erhabenen Längslinien auf den punktierten Flügeldecken, legt seine Eier unter moderndes Laub oder in die Erde; die glänzend schwarze, unten weiße Larve frißt, wie die von S. opaca L., junge Runkelrübenpflanzen und richtet bisweilen großen Schaden an. Sie verpuppt sich tief in der Erde. Der Totengräber (Necrophorus vespillo L.), 17,5 mm lang, mit fast kreisrundem, goldgelb behaartem Thorax und zwei orangefarbenen Binden auf den abgestutzten, schwarzen Flügeldecken, begräbt Aas, indem er die Erde unter demselben fortschafft. In das begrabene Aas legt das Weibchen seine Eier. Die Larve nährt sich wie der Käfer von verwesenden tierischen Substanzen und verpuppt sich unter der Erde.
 
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Aaskrähe, die Raben- und Nebelkrähe.
 
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Aaspflanze, s. Stapelia.
 
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Aaspocken, schwere Form der Meyers Schafpocken (s. d.).
 
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Aasseite, die innere (Fleisch-) Seite von Fellen.
 
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Aastiere, von Aas lebende Tiere, die namentlich in heißen Ländern viel zur Beseitigung des Aases beitragen, wie Schakale, Hyänen, Geier, Adler etc., dann auch Ratten, Spitzmäuse, Haie, Weißfische, Krebse, Aaskäfer, Aasfliegen etc., Würmer etc.
 
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Aatal, s. Meyers Glatt 2).