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Aarlen bis Aaskäfer (Bd. 1, Sp. 9 bis 10)
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Artikelverweis Aarlen, belg. Stadt, s. Meyers Arlon.
 
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Aarmühle, schweizer. Ort, s. Meyers Interlaken.
 
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Aarö, Insel im Kleinen Belt, zum preuß. Kreis Hadersleben gehörig, durch den 750 m breiten Aarösund vom Festland getrennt, 11,32 qkm groß, mit 270 Einw.; nicht zu verwechseln mit der dänischen Insel Meyers Aeroe (s. d.).
 
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Aaron, ältester Sohn Amrams und der Jochebed, aus dem Stamm Levi, Bruder Mirjams und Moses', dessen Sprecher (biblisch »Mund, Prophet«; 2. Mos. 4, 14 f.; 7, 1 f.) bei dem israelitischen Befreiungs- und Gesetzgebungswerk er war. Moses übertrug ihm die erbliche Hohepriesterwürde, die er durch Anfertigung des goldenen Kalbes und Auflehnung gegen Moses (4. Mos. 12,1) verletzte. Von seinen Söhnen Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar starben die beiden ersten wegen Pflichtverletzung eines unnatürlichen Todes (3. Mos. 10,1). A. starb auf dem Berg Hor, wo man heute noch sein Grabgewölbe zeigt.
 
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Aaronsstab, Aaronswurzel, s. Meyers Arum.
 
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Aas, die Leichname gestorbener oder getöteter Tiere, die schnell in Fäulnis übergehen und dadurch nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsgefährlich werden können. Früher begnügte man sich, das A. durch den Meyers Abdecker (s. d.) einscharren zu lassen; jetzt wird es häufig technisch verwertet. Das Fleisch der Tiere, die nicht an innern Krankheiten eingegangen sind, kann roh oder gekocht an Schweine, Hunde und Geflügel verfüttert werden; Häute, Haare, Klauen und Hörner, Fett, Knochen finden die gewöhnliche Verwendung, Eingeweide und Fleisch werden zu Dünger verarbeitet. Für die Verarbeitung der Kadaver, der Abfälle auf Schlachthöfen etc. hat de la Croix in Antwerpen einen Apparat (Kafilldesinfektor) konstruiert, der durch Rietschel und Henneberg in Deutschland eingeführt wurde. In diesem und ähnlichen Apparaten (Podewils, Hartmann) werden die Massen unter Druck mit Dampf behandelt, und man gewinnt eine Leimmasse (Bonesize), die als Schlichte benutzt wird, außerdem Fett und trocknen Dünger. Nach dem Rinderpest- und Viehseuchengesetz sind die Kadaver bei Milzbrand, Rinderpest, Tollwut, Rotz durch anhaltendes Kochen oder auf chemischem Weg unschädlich zu machen oder nach Begießen mit roher Karbolsäure, Teer oder Petroleum in einer Entfernung von mindestens 30 m von Gebäuden, 3 m von Wegen und Gewässern so tief zu vergraben, daß die Kadaver unter dem Grubenrand mit einer 1 m hohen Erdschicht bedeckt sind. Vgl. Haefcke, Die technische Verwertung von tierischen Kadavern etc. (Wien 1899) und Literatur bei »Abfälle«.
 
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Aasblumen, Blumen, die durch ihren Aasgeruch Fliegen zur Bestäubung anlocken, wie Arazeen (Arum maculatum u. a.), Stapelien, Orchideen (z. B. Bolbophyllum Beccarii) u. a. Vgl. Fliegenblumen.
 
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Aasen (spr. ōsen), Ivar Andreas, norweg. Dichter und Sprachforscher, geb. 1813 auf Söndmöre, gest. 25. Sept. 1896 in Christiania, gab als Hauslehrer eine »Søndmørsk-Flora« mit norwegischen Blumennamen heraus, widmete sich dem Sammeln und Studium der Volksdialekte (seit 1851 mit Staatsstipendium) und bildete daraus das »Landsmaal« (»Landessprache«). Seine Werke darüber sind: »Det norske Folkesprogs Grammatik« (1848; 2. Aufl. als »Norsk Grammatik«, 1864); »Ordbog over det norske Folkesprog« (1850; neue Ausg. unter dem Titel »Norsk Ordbog med dansk Forklaring«, 1873; als Beigabe [»Tillæg«] dazu erschien 189092 das »Norsk Ordbog« von Hans Ross); »Norske Ordsprog« (»Norwegisches

[Bd. 1, Sp. 10]


Sprichwörter-Lexikon«, 2. Aufl. 1881) sowie die Gedichtsammlung »Symra« (»Frühlingsblume«, 3. Aufl. 1875) und das Drama »Ervingen« (»Erbe«, 6. Aufl. 1896) in Landsmaal.
 
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Aasfliege, s. Meyers Fliegen.
 
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Aasjäger, ein Mensch, der alles schießt, was ihm vor das Gewehr kommt, keine Schonzeit achtet, Mutterwild erlegt, Wild krank schießt, so daß es elend verkommt.
 
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Aaskäfer (Silphidae Leach), Familie der Käfer mit meist elfgliederigen, keulenförmigen Fühlern und den Hinterleib meist ganz bedeckenden, selten abgestutzten Flügeldecken. Die ca. 300 Arten finden sich vorzugsweise in der gemäßigten Zone, einige augenlose in Höhlen (Leptoderus). Sie laufen sehr schnell, fliegen gern und geben in Gefahr eine stinkende Flüssigkeit aus dem After. Sie leben von Aas oder legen doch darin ihre Eier ab; auch suchen sie faulende Vegetabilien, besonders Pilze, auf; einige verzehren auch lebende Schnecken und Insekten oder legen ihre Eier darin ab. Die Larven sind länglich oder oval, meist abgeflacht, mit einem als Nachschieber vorstülpbaren After. Der A. (Silpha atrata Leach, s. Tafel Meyers »Landwirtschaftliche Schädlinge I«), 11 mm lang, schwarz, mit drei erhabenen Längslinien auf den punktierten Flügeldecken, legt seine Eier unter moderndes Laub oder in die Erde; die glänzend schwarze, unten weiße Larve frißt, wie die von S. opaca L., junge Runkelrübenpflanzen und richtet bisweilen großen Schaden an. Sie verpuppt sich tief in der Erde. Der Totengräber (Necrophorus vespillo L.), 17,5 mm lang, mit fast kreisrundem, goldgelb behaartem Thorax und zwei orangefarbenen Binden auf den abgestutzten, schwarzen Flügeldecken, begräbt Aas, indem er die Erde unter demselben fortschafft. In das begrabene Aas legt das Weibchen seine Eier. Die Larve nährt sich wie der Käfer von verwesenden tierischen Substanzen und verpuppt sich unter der Erde.