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Aargletscher bis Aasfliege (Bd. 1, Sp. 9 bis 10)
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Artikelverweis Aargletscher, zwei Gletscher in den Berner Alpen, die von der Finsteraarhorngruppe in das obere Haslital hinabsteigen. Der Oberaargletscher, 10,49 qkm, ist ein 7 km langer Talgletscher zwischen Sidelhorn im S. und Scheuchzerhorn im N. Er endet in 2243 m Höhe. Der 39 qkm große Unteraargletscher bildet sich aus den Firnen des Finster- und Lauteraarhorns und der Strahlegg zu einem 17 km langen Talgletscher, dessen Zunge 1879 m hoch liegt. Die A. haben durch die naturwissenschaftlichen Studien Hugis (1827) und Agassiz' (1840) ein erhöhtes Interesse gewonnen.
 
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Aarhus (spr. ōr-), dän. Amt im östlichen Teil der Halbinsel Jütland, 2483 qkm (45,1 QM.) groß mit (1901) 186,440 Einw. Die gleichnamige Hauptstadt, an einer Bucht des Kattegat, Knotenpunkt an der Staatsbahnlinie Frederikshavn-Vamdrup, ist Sitz eines evangelischen Bischofs und mehrerer Konsulate (darunter eines deutschen), hat eine schöne gotische Domkirche aus dem 13. Jahrh., ein Gymnasium, eine Bibliothek, ein Museum und (1901) 51,814 Einw. Die Industrie erstreckt sich besonders auf Eisengießerei, Baumwollmanufaktur, Bierbrauerei, Spiritus- und Tabakfabrikation. Die Handelsflotte zählte 1899: 72 Schiffe mit 4806 Ton. Im J. 1899 belief sich der Umsatz in der ausländischen Schiffahrt auf 277,491 T., in der inländischen auf 87,926 T. Die Einfuhr besteht in Getreide und Futtermitteln, Wein, Petroleum, Satz, Zucker, Tabak, Manufaktur- und Kolonialwaren, Eisen, Holz und Steinkohlen, die Ausfuhr in Getreide, Vieh, Speck, Häuten, Butter, Eiern und Austern. Das Bistum in A. wurde schon um 951 von Kaiser Otto I. errichtet.
 
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Aarlen, belg. Stadt, s. Meyers Arlon.
 
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Aarmühle, schweizer. Ort, s. Meyers Interlaken.
 
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Aarö, Insel im Kleinen Belt, zum preuß. Kreis Hadersleben gehörig, durch den 750 m breiten Aarösund vom Festland getrennt, 11,32 qkm groß, mit 270 Einw.; nicht zu verwechseln mit der dänischen Insel Meyers Aeroe (s. d.).
 
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Aaron, ältester Sohn Amrams und der Jochebed, aus dem Stamm Levi, Bruder Mirjams und Moses', dessen Sprecher (biblisch »Mund, Prophet«; 2. Mos. 4, 14 f.; 7, 1 f.) bei dem israelitischen Befreiungs- und Gesetzgebungswerk er war. Moses übertrug ihm die erbliche Hohepriesterwürde, die er durch Anfertigung des goldenen Kalbes und Auflehnung gegen Moses (4. Mos. 12,1) verletzte. Von seinen Söhnen Nadab, Abihu, Eleasar und Ithamar starben die beiden ersten wegen Pflichtverletzung eines unnatürlichen Todes (3. Mos. 10,1). A. starb auf dem Berg Hor, wo man heute noch sein Grabgewölbe zeigt.
 
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Aaronsstab, Aaronswurzel, s. Meyers Arum.
 
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Aas, die Leichname gestorbener oder getöteter Tiere, die schnell in Fäulnis übergehen und dadurch nicht nur lästig, sondern auch gesundheitsgefährlich werden können. Früher begnügte man sich, das A. durch den Meyers Abdecker (s. d.) einscharren zu lassen; jetzt wird es häufig technisch verwertet. Das Fleisch der Tiere, die nicht an innern Krankheiten eingegangen sind, kann roh oder gekocht an Schweine, Hunde und Geflügel verfüttert werden; Häute, Haare, Klauen und Hörner, Fett, Knochen finden die gewöhnliche Verwendung, Eingeweide und Fleisch werden zu Dünger verarbeitet. Für die Verarbeitung der Kadaver, der Abfälle auf Schlachthöfen etc. hat de la Croix in Antwerpen einen Apparat (Kafilldesinfektor) konstruiert, der durch Rietschel und Henneberg in Deutschland eingeführt wurde. In diesem und ähnlichen Apparaten (Podewils, Hartmann) werden die Massen unter Druck mit Dampf behandelt, und man gewinnt eine Leimmasse (Bonesize), die als Schlichte benutzt wird, außerdem Fett und trocknen Dünger. Nach dem Rinderpest- und Viehseuchengesetz sind die Kadaver bei Milzbrand, Rinderpest, Tollwut, Rotz durch anhaltendes Kochen oder auf chemischem Weg unschädlich zu machen oder nach Begießen mit roher Karbolsäure, Teer oder Petroleum in einer Entfernung von mindestens 30 m von Gebäuden, 3 m von Wegen und Gewässern so tief zu vergraben, daß die Kadaver unter dem Grubenrand mit einer 1 m hohen Erdschicht bedeckt sind. Vgl. Haefcke, Die technische Verwertung von tierischen Kadavern etc. (Wien 1899) und Literatur bei »Abfälle«.
 
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Aasblumen, Blumen, die durch ihren Aasgeruch Fliegen zur Bestäubung anlocken, wie Arazeen (Arum maculatum u. a.), Stapelien, Orchideen (z. B. Bolbophyllum Beccarii) u. a. Vgl. Fliegenblumen.
 
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Aasen (spr. ōsen), Ivar Andreas, norweg. Dichter und Sprachforscher, geb. 1813 auf Söndmöre, gest. 25. Sept. 1896 in Christiania, gab als Hauslehrer eine »Søndmørsk-Flora« mit norwegischen Blumennamen heraus, widmete sich dem Sammeln und Studium der Volksdialekte (seit 1851 mit Staatsstipendium) und bildete daraus das »Landsmaal« (»Landessprache«). Seine Werke darüber sind: »Det norske Folkesprogs Grammatik« (1848; 2. Aufl. als »Norsk Grammatik«, 1864); »Ordbog over det norske Folkesprog« (1850; neue Ausg. unter dem Titel »Norsk Ordbog med dansk Forklaring«, 1873; als Beigabe [»Tillæg«] dazu erschien 189092 das »Norsk Ordbog« von Hans Ross); »Norske Ordsprog« (»Norwegisches

[Bd. 1, Sp. 10]


Sprichwörter-Lexikon«, 2. Aufl. 1881) sowie die Gedichtsammlung »Symra« (»Frühlingsblume«, 3. Aufl. 1875) und das Drama »Ervingen« (»Erbe«, 6. Aufl. 1896) in Landsmaal.
 
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Aasfliege, s. Meyers Fliegen.