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Aam bis Aarestrup (Bd. 1, Sp. 7 bis 8)
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Artikelverweis Aam (d. h. Ohm), älteres holländ. Flüssigkeitsmaß, = 4 Anker zu 2 Steekkan = 155,22 Lit., für Bier = 157,25 L., am Kap (Anm) = 143,84 L.
 
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Aap, das Besanstagsegel auf Dreimastern, wird mit dem Aapenfall gehißt.
 
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Aar, altgermanisch, der Adler (adel-ar, mittelhochdeutsch, der Edelaar), ist im 17. Jahrh. fast vollständig verklungen und wird seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. als poetisches Wort für Adler gebraucht.
 
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Aar (holländ., »Ader«), in Südafrika soviel wie unterirdischer Wasserlauf, in Ortsnamen vorkommend, z. B. De Aar.
 
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Aar, Fluß in der Schweiz, s. Meyers Aare.
 
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Aarau, Hauptstadt des schweizer. Kantons Aargau, 388 m ü. M., am rechten Ufer der Aare, über die eine Kettenbrücke führt, Knotenpunkt an der Eisenbahnlinie Zürich-Olten, hat (1900) 7995 Einw., ist Sitz der Kantonsbehörden, der Kantonsschule, hat eine Kantonsbibliothek von 80,000 Bänden, naturwissenschaftliche, historische und ethnologische Sammlungen, ein Denkmal des Schriftstellers H. Zschokke und zeichnet sich durch rege Gewerbtätigkeit aus. Aaraus Messerschmiedewaren, Reißzeuge, physikalische Instrumente, Glocken- und Kanonengießerei stehen in großem Ruf; nicht weniger Zement-, Baumwoll- und chemische Industrie. Der alte Turm Rore, ehedem ein Rittersitz, ist durch H. Zschokkes »Freihof von A.« weithin bekannt geworden. Urkundlich schon 1267 als städtisch organisiertes Gemeinwesen bezeugt, erhielt A. von Rudolf von Habsburg 1283 Stadtrecht und ging 1415 bei der Eroberung des Aargaus aus österreichischem in bernischen Besitz über. Hier versammelte sich im Dezember 1797 die letzte Tagsatzung der alten Eidgenossenschaft. Vom April bis September 1798 saßen hier die Zentralbehörden der Helvetischen Republik; als diese nach Luzern übersiedelten, blieb A. Hauptort des neubegründeten Kantons Aargau. Vgl. Boos, Urkundenbuch der Stadt A. (Aarau 1880); »Chronik der Stadt A.« (das. 1881); Merz, Das Stadtrecht von A. (das. 1898).
 
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Aarberg, Bezirkshauptstadt im schweizer. Kanton Bern, auf einem von der Aare umflossenen Sandsteinfelsen, 458 m ü. M., an der Eisenbahn Biel-Lyß-Murten, mit altem Schloß, einer Zuckerfabrik und (1900) 1380 Einw. Einst bedeutend für den Transitverkehr.
 
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Aarburg, Stadt im schweizer. Kanton Aargau, Bezirk Zofingen, 405 m ü. M., an der Mündung der Wigger in die Aare, Knotenpunkt an der Eisenbahn Olten-Bern, mit einer Besserungsanstalt (in der alten Festung), Baumwollindustrie und (1900) 2303 Einw.
 
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Aardal (spr. ōr-), Pfarrei im norweg. Amt Nord-Bergenhus, am Ende des Sognefjords, wesentlich ein enges Alpental, zwischen den Hörungunden; in diesem liegt, oberhalb der Felsenkluft Vettisgjelet, der Fall Vettisfoß (260 m hoch).
 
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Aare (franz. Arole), der mächtigste schweizer. Nebenfluß des Rheins, entspringt 2243 m und 1879 m hoch in den Meyers Aargletschern (s. d.). Im Handeckfall überwindet sie eine 46 m hohe Talstufe des Haslitals; bei Innertkirchen zwängt sie sich durch die »finstere Schlauche« in den Tal boden von Meiringen. Hier nimmt sie rechts den Alpbach, links den Meyers Reichenbach (s. d.) u. a. auf, fließt dann in den Brienzer See und verläßt diesen nur, um nach kurzem Laufe durch das Bödeli in den Thuner See zu münden. Aus den Seitentälern des Berner Oberlandes fließen ihr Lütschine und Kander mit Simme zu. Bei Thun betritt die A. die schweizerische Hochebene, umschlingt das auf einer Halbinsel liegende Bern, zieht sich in vielfachen Windungen durch das »Seeland«, wo ihr

[Bd. 1, Sp. 8]


durch die Juragewässerkorrektion im Hagneckkanal eine Ablenkung in den Bieler See gegeben ist. Weiterhin zieht sie sich am Südfuß des Jura hin, den sie schließlich, unmittelbar nach Aufnahme von Reuß und Limmat, durchbricht, und mündet bei Koblenz (oberhalb Waldshut) in den Rhein. Die beträchtlichsten Zuflüsse ihres Mittellaufes sind links Saane und Zihl, rechts die Große Emme. Die A. ist insgesamt 485 km lang, ihr Flußgebiet umfaßt mit 17,617 qkm, wovon 4850 qkm auf Gletscher entfallen, ca. zwei Fünftel des Areals der Schweiz.
 
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Aarestrup (spr. ōr-), Emil, dän. Lyriker, geb. 4. Dez. 1800 in Kopenhagen, gest. 20. Juli 1856 als Stiftsarzt in Odense. Er fand mit seinen »Digte« (1838) nur wenig Beachtung, während seine stark erotischen »Efterladte Digte« (»Nachgelassene Gedichte«, 1863) Aufsehen erregten. Seine »Samlede Digte« mit Charakteristik von G. Brandes gab Liebenberg heraus (1877, neue Ausg. 1899).