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Aalst bis Aarberg (Bd. 1, Sp. 6 bis 7)
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Artikelverweis Aalst, Stadt, s. Meyers Alost.

[Bd. 1, Sp. 7]



 
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Aalstrich, dunkler, meist ganz schwarzer oder auch heller Rückenstreifen bei Pferden und Rindern.
 
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Aalter, Flecken, s. Meyers Aeltre.
 
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Aaltierchen (Anguillulidae), sehr kleine Fadenwürmer (Nematoden), leben meist frei, seltener parasitisch; manche vertragen das Austrocknen lange Zeit und erwachen bei Befeuchtung wieder aus dem Scheintode. Gewöhnlich haben sie während ihrer Existenz im Freien eine andre Form (sogen. Rhabditis) als später, pflanzen sich aber in dieser bereits fort, und erst die Jungen der zweiten Generation werden zu Parasiten (Heterogonie). So lebt z. B. Rhabdonema nigrovenosum Rud. als sogen. Ascaris in den Lungen des Frosches und der Kröte und gebiert lebende Junge, die in den Darm und von da mit dem Kot nach außen gelangen, um eine Zeitlang frei zu leben. Im Innern der geschlechtsreif gewordenen und befruchteten Weibchen entwickeln sich einige Embryonen, die schließlich das Muttertier aufzehren und später als Askaridenform durch die Luftröhre wieder in die Lunge der Frösche einwandern. Das Essigälchen (Kleisterälchen, Anguillula aceti, A. glutinis Ehrenb.), 12 mm lang, lebt in verdorbenem Kleister und der auf trübem Essig sich bildenden Haut. Das Weizenälchen (Tylenchus scandens Schn., s. auf Tafel Meyers »Würmer II«), bis 5 mm lang, erzeugt das Gicht- oder Radenkorn, ein kleines, verbildetes Samenkorn ohne Stärkemehl, erfüllt mit Tausenden von Älchen. Bei der Aussaat verbreiten sich die Tierchen im Boden, kriechen an den Weizenpflänzchen hinauf, dringen in die junge Ähre ein und werden schnell geschlechtsreif; die Weibchen legen Eier und sterben mit den Männchen ab, zur Zeit der Reife des Kornes aber entwickelt sich die junge geschlechtslose Brut. Der Genuß radigen Weizens ist für Menschen und Tiere unschädlich. Schutz gegen das Weizenälchen gewährt nur reines Saatgut. Das Stockälchen (Stengelälchen, T. devastatrix Kühn), in Stengeln und Blättern (nie in Wurzeln) von 34 Pflanzenarten nachgewiesen, lebt auch in Roggen (Stockkrankheit), Hafer, Buchweizen, Weberkarde, Gartennelke (Ananaskrankheit) und richtet oft empfindlichen Schaden an. Namentlich macht es die Kardenköpfe kernfaul. Das Luzerneälchen (T. Hafensteini Kühn) bewohnt Wurzeln und Triebe der Luzerne und des Rotklees und bewirkt die Verkümmerung der Zweige. Vielleicht handelt es sich übrigens bei all diesen und ähnlichen Krankheiten nur um eine einzige Art von Tylenchus, der auch die Ringelkrankheit der Hyazinthenzwiebeln zuzuschreiben ist. Die Rübennematode (Heterodera Schachtii A. Schmidt) bewirkt die sogen. Rübenmüdigkeit des Bodens. Die jungen, noch nicht geschlechtsreifen Tiere setzen sich im Frühjahr in der Wurzelrinde geeigneter Pflanzen fest und entwickeln sich. Die Männchen wandern dann aus, befruchten die Weibchen, und diese schwellen nun an und erscheinen an den Wurzeln, deren Oberhaut sie durchbrechen, wie Perlen. Im Herbst kriechen die jungen Tierchen aus und verbreiten sich im Boden, wo sie überwintern. Die Bekämpfung geschieht durch Fangpflanzen. Vgl. Osterwalder, Nematoden als Feinde des Gartenbaues (in »Gartenflora«, 1901).
 
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Aam (d. h. Ohm), älteres holländ. Flüssigkeitsmaß, = 4 Anker zu 2 Steekkan = 155,22 Lit., für Bier = 157,25 L., am Kap (Anm) = 143,84 L.
 
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Aap, das Besanstagsegel auf Dreimastern, wird mit dem Aapenfall gehißt.
 
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Aar, altgermanisch, der Adler (adel-ar, mittelhochdeutsch, der Edelaar), ist im 17. Jahrh. fast vollständig verklungen und wird seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. als poetisches Wort für Adler gebraucht.
 
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Aar (holländ., »Ader«), in Südafrika soviel wie unterirdischer Wasserlauf, in Ortsnamen vorkommend, z. B. De Aar.
 
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Aar, Fluß in der Schweiz, s. Meyers Aare.
 
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Aarau, Hauptstadt des schweizer. Kantons Aargau, 388 m ü. M., am rechten Ufer der Aare, über die eine Kettenbrücke führt, Knotenpunkt an der Eisenbahnlinie Zürich-Olten, hat (1900) 7995 Einw., ist Sitz der Kantonsbehörden, der Kantonsschule, hat eine Kantonsbibliothek von 80,000 Bänden, naturwissenschaftliche, historische und ethnologische Sammlungen, ein Denkmal des Schriftstellers H. Zschokke und zeichnet sich durch rege Gewerbtätigkeit aus. Aaraus Messerschmiedewaren, Reißzeuge, physikalische Instrumente, Glocken- und Kanonengießerei stehen in großem Ruf; nicht weniger Zement-, Baumwoll- und chemische Industrie. Der alte Turm Rore, ehedem ein Rittersitz, ist durch H. Zschokkes »Freihof von A.« weithin bekannt geworden. Urkundlich schon 1267 als städtisch organisiertes Gemeinwesen bezeugt, erhielt A. von Rudolf von Habsburg 1283 Stadtrecht und ging 1415 bei der Eroberung des Aargaus aus österreichischem in bernischen Besitz über. Hier versammelte sich im Dezember 1797 die letzte Tagsatzung der alten Eidgenossenschaft. Vom April bis September 1798 saßen hier die Zentralbehörden der Helvetischen Republik; als diese nach Luzern übersiedelten, blieb A. Hauptort des neubegründeten Kantons Aargau. Vgl. Boos, Urkundenbuch der Stadt A. (Aarau 1880); »Chronik der Stadt A.« (das. 1881); Merz, Das Stadtrecht von A. (das. 1898).
 
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Aarberg, Bezirkshauptstadt im schweizer. Kanton Bern, auf einem von der Aare umflossenen Sandsteinfelsen, 458 m ü. M., an der Eisenbahn Biel-Lyß-Murten, mit altem Schloß, einer Zuckerfabrik und (1900) 1380 Einw. Einst bedeutend für den Transitverkehr.