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Mittelhochdeutsches Handwörterbuch von Matthias Lexer Bibliographische AngabenLogo dfg
 
bis zabel-rede (Bd. 3, Sp. 1015 bis 1016)
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Artikelverweis  z , ʒ (BMZ III. 832a) . z, wofür im 12. u. 13. jh. vor i und e auch c geschrieben wird, ist die oberd. lingualaspirata für den anlaut. im in- u. auslaute steht es nach l, r, n u. nach kurzem vocal statt eines gt. tt, tj, wobei es inlaut. in tz übergeht (saz satzes, schaz schatzes = gt. skatts). entspricht es einem gt. t, dann erweicht es sich in- u. auslautend nach vocalen zu ʒ (weiches z, scharfes s) u. wird inlaut. nach kurzem voc. zu ʒʒ (haʒ, haʒʒes). nach conson. kann es nur stehn, wenn vor ihm ein vocal ausgefallen ist: binʒ, hirʒ = ahd. pinuʒ, hiruʒ; mirʒ = mir eʒ u. a. schon früh geht es über in ss, s (s. dass.), vor t muss der übergang in s statt finden: beste, leste, grœste. vgl. Weinh. mhd. gr. § 186 f. z bezaichinet daʒ minn (?) dir Hpt. 17,84.
 
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FindeB , zazâ interj. (BMZ ib.) aufmunterungsruf beim kampfe Krone 891. si stach ein sper sô ritterlich enzwei, daʒ alleʒ ûf dem velde schrei 'zâ, zâ Limburc, zâ!' Cod. pal. 341,86c. dô rief der Lamparte 'tschâ tschevalier Ortnît!' Otn. A. 304; lockruf für hunde Trist. Reinh. aus fz. ça.
 
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zabel s.Lexer zobel.
 
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FindeB zabel stn. (BMZ III. 832a) spielbrett u. brettspiel Greg. Wig. Krone, Warn.; scherzrede, scherz: sunder rede zavel (: tavel) Reinfr. B. 189. mit wârheit âne zavil (: tavil) Mart. 143,65. vgl.Lexer zabelrede, Lexer zabelwort. aus lat. tabula Wack. umd. 141;
 
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zabelære stm. (BMZ III. 833a) brettspieler, aleo Sum. Er. 942.
 
Artikelverweis  zabel-brët stn. spielbrett Krone 18868. contr. zâlbret Mone z. 3,256 (1394).
 
Artikelverweis FindeB zabelen , zabeln swv. (BMZ III. 833a, 19) (BMZ III. 833a, 34) auf dem brette spielen Gudr. Mai, Warn. der sun der zabelt ûf dem brete Ga. 2. 411,135.mit den gliedern hin u. her fahren, zappeln, palpitare Dfg. 408a. Parz. Berth. (270,21 f. 573,11). Pass. Jer. Kell. Hätzl. dâ lig und zabel! Ls. 3. 414,551. Ring 40a, 34. vor zorne muoʒ ich z. als ein kint Wartb. 13,3. mangem er in daʒ leder strîcht, daʒ er vor im muoʒ z. Msh. 3,306a. ich stieʒ mîn unsæligeʒ horn an den bûch bî sînem nabelen, daʒ er begunde z. Reinh. 303,350. trîp die natûr mit einer gabelen von dir, daʒ sî beginnet z., sie löuft doch ze dir hin wider, swenne du die gabelen legest nider Renn. 4616. wenn man den stain auʒ ainer lebentigen kroten nimmt, diu noch zabelt Mgb. 437,4, vgl. 269,32. 444,9. mich jagten fier in ainen pach, dâ zabelt ich an als in aim nuosch Fasn. 330,23. girlich z. nâch Mbrg. 36a. her ûʒ beginnet er (wilder vogel) z. mit clâen und mit snabelen Renn. 10476. dô der hase, der vuhs, der wolf etc. wider ein ander zabelet Loh. 5470. zaplen Parz. 104, 27 var., zappeln Voc. 1482; ruhelos tätig sein Schm. Fr. 2,1072. der den vîrtac dâ loufet und zabelt und der heiligen zît niht schônen wil Berth. 2. 253,36. dar und dar z. und würken ib. 48,19. umbe des lîbes nôtdurft z. ib. Kl. 67; im zweifel sein, schwanken Ms. (H. 2,398b). mit er-, ver-. nach Wack. 388b wurden hier beide zabelen vereinigt, obwol die zusammengehörigkeit in zweifel gezogen werden kann, vgl. Weig.2 2,1157. Kuhn 3,433 u. zeppel, zeppeln;
 
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FindeB zabelen stn. (BMZ ib.) brettspiel Lanz. Mai; das zappeln Ernst 3029; ruhelose tätigkeit: die niemer keine ruowe gehaben mügen vor würken und vor zabeln Berth. 2. 48,19.
 
Artikelverweis  zabel-hûs stn. (BMZ I. 740a) spielhaus Warn. 1308.
 
Artikelverweis  zabelîn stn. (BMZ III. 833a) dem. zu zabel Helbl. 13,127.
 
Artikelverweis  zabel-rede stf. (BMZ II. 601a) rede wie man sie beim brettspiele zu führen pflegt, scherzrede Helbl. 3,199. Ls. 2. 700,204. zavel rede Mart. 20,53. vgl.Lexer zabel, Lexer zabelwort.