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Mittelhochdeutsches Handwörterbuch von Matthias Lexer Bibliographische AngabenLogo dfg
 
hant bis hant-bühsen-schütze (Bd. 1, Sp. 1170 bis 1173)
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Artikelverweis NLexer FindeB hant stf. (BMZ I. a-631a) gt. handus nach der u- declinat., im hd. trat das wort in die i declin. über (gen. hende od. hant, pl. hende), woneben aber spuren des ältern declinationsverhältnisses geblieben sind: gen. hande (Lanz. 6589. Pass. K. 195,94. 491, 31 etc.), dat. hande (Nib. 843,2. Trist. 1639. 11403. 15038); pl. hande (Lieht. 50, 14. Germ. H. 9. 129,1465), gen. u. dat. hande, handen sehr häufig: hand, menschl. hand, wofür im Wb. zalreiche belege (hant in hant nemen Crane 2038. die hende winden Msf. 193,38. mîne hende valde ich ir Msh. 1,209b. vgl. Ra. 139. einem die hende strecken Altsw. 85,3. ein hant in die hant drücken Renn. 1692. bî der hende, bei strafe des handabhauens Berth. 348,17. bei einer hant Np. 41. sô mir mîn hende beide Karlm. 160,19. ich gelobe eʒ mit henden und mit füeʒen Ga. 1,500. ob man einen tôrheit lêrte, daʒ er ûf henden gienge und füeʒe hæte j.Tit. 208. wis gegrüeʒet an die hende Mariengr. 277. ûf den handen tragen Neidh. 32,4 u. anm. er ist an prîse erværet, der mich in mîner hant enmitten roufet, sint daʒ er nindert hâr dar inne vindet j.Tit. 50. wer in der hant mich rouft, des tuot mir doch niht wê Altsw. 170,36. vgl. Parz. 1,26. andere h., linke Ssp. 1. 66,4. [vgl. Gds. 994.] vordere h. rechte ib. 1. 18, 3; 2. 12,8. lerze h., linke j.Tit. 3626. gebende h. Krone 22535. ir vüert an iuwerm schilde ein gebende ûf stênde hant Apoll. 337. wenn ein genôʒe bûwen wil, sô sol er komen zuo eim apt mit hangender hant und bî im die loube [erlaubnis] gewinnen Gr.w. 1,427. mit lærer hant gunst bejagen Ga. 2. 235,597. milte hant hân Apoll. 1815. er sluog in mit nakter hant Wig. 170,27. dô wart im mit voller hant geslagen ein tiefiu wunde ib. 180,24. des tuon ich dir volle hant Karlm. 89,52. diz vâhe ich an mit rîcher hant Ls. 2. 638,50. mit ûfgehabter hende, mit einem eide Hadam. 715. vehten mit mannes hant Eilh. 5113. er galt sich mit ellens hant Dietr. 9692. swer daʒ leben verliuset hie mit wernder hant Loh. 5085.formelhafte ausdrücke: an hende, an der hand; bî handen, mit den händen; von hande ze hande, aus einer hand in die andere, unmittelbar Trist. 15038, vgl. 1639. 11403; ze der hant, ze den handen mit der hand, den händen: ein helt zer hant, zen handen ein tapferer, tatkräftiger held vgl. zu Bit. 5078. in hant gân Virg. 10,22. 13, 11. 369,11. 399,5. 407,13 u. sehr oft. mit hant und munt durch wort u. handschlag Mz. 1,372. 409. Cp. 365. mit handen und mit worten Mz. 1,247. vgl. Ra. 138. 43.adverbiale ausdrücke s. behende, enhant, zehant); — hant bei personificationen, bei tieren, an geräten: gotes h. (des half mir g. h. Ulr. Wh. 239d). von einem beer das haubt und die recht hant Gr.w. 1,388. hant an einem wegweiser Narr. 21,7. hant auf münzen, newe haller mit kreuzen und mit handen Chr. 1. 240,28. 32; — hant umschreibend: mîn eines h. ich allein, diu Sîfrides h. Siegfried etc. mit sîn einiges h. Np. 12. daʒ er gehôrte zû ir hant, ihr eigentum war Pass. K. 13,37. darnach hant auch als symbol des besitzes, der gewalt über eine sache u. persönl.: der besitzer (unz in die sehste sibende h. Swsp. L. 2,47. des rîches h. Wwh. 184,15. rômische h. Pass. K. 14,68. 66,44. 279,78 vgl. Chr. 1, 489b). besonders in der rechtssprache wird hant in verschiedenen formeln stellvertretend für die person gebraucht: wenn ein hant (mann od. frau) ab gât und stirbt Gr.w. 1,407. wenn die hant stirbt, die das guet treit ib. 4,22. als dicke sich die hant verwandelet (moriente vel domino feudi vel vasallo) Ad. 1102. daʒ mein vater daʒ guet verkauft het, doch âne meine hant, wand ich dannoch chaum bî driu jâren was und mein gunst dazuo nicht geben mochte Stz. 350. eine vrîge h. ein freier Ad. 966. bluotige h. der mit dem schwert tötet: henker, mörder (âne bluotige h., ohne einen mord begangen zu haben Priesterl. 396. bl. hant, mörder Urb. Pf. 105). lebende h. person, die eigentum bei lebzeiten veräussert Halt. 794. tôte h. person, deren eigentum durch erbrecht oder verfügungen auf den todesfall in andern besitz übergegangen ist ib. 1793. Mühlh. r. L. 165. besitzungen geistl. stifter werden güter tôter hant genannt (Mone z. 18,114), weil sie zumeist in folge von verfügungen auf den todesfall an die stifter gekommen sind Dwb. 42, 359. diu beʒʒere, ergere hant eigentl. die rechte, linke hand (Gds. 987. 95) in der ehe: mann u. frau Halt. 795. gebrochene h. getrennte ehe Arn. 51 (1482). guote h.: keiner gûte hande lûte, nulli filii militum Mühlh. rgs. 85. mit gemeiner h. gemeinsam, gemeinschaftlich, einstimmig Ad. 639, ebenso mit gesamenter, gesamter h. ib. 726. Mone z. 5,458. Mz. 2 u. 3 sehr oft. in getriuwe h., zuo getriuwen henden etw. geben in die hände od. verwahrung einer beglaubigten person Mz. 1,294. 2,503. 3,59. 338. 4,69, 103 etc. Chr. 2. 234,18. Halt. 794. — hant als mass für raum u. inhalt: eʒ fulte kûme eine h. Hpt. 7,347. ein hant vol rîter Wwh. 107,21. 328,29. wir sîn komen ein hant vol Ulr. Wh. 209d. (vgl. hantvol). hende breit Wolfr. (Wh. 177,13). Neidh. 86,21. Lieht. 282,32. hende dicke Wwh. 144,3. hende lanc Türl. Wh. 119b (vgl. hantlanc); als zeitmass: einer hende wîle, soviel zeit man braucht die hand umzukehren Gudr. Leys. vgl. hantwîle u. Er. 5172 ê ich die hant umb kêrte; — die hand od. seite nach welcher hin man etw. legt (ze beiden henden, auf beiden seiten); art, sorte, -lei (maneger hande, welher hande, aller hande, vier hande, vünf hande etc.). — die etymol. liegt noch im dunkeln, vgl. Dief. 2,528. Dwb. 42, 327.
 
Artikelverweis 
hant-âder swf. salvatella Dfg. 509b.
 
Artikelverweis  hant-an-legunge stf. Gr.w. 1,801.
 
Artikelverweis NLexer hant-bant stn. manica Voc. Schr. 1611.
 
Artikelverweis  hant-becken stn. malluvium Dfg. 345a.
 
Artikelverweis NLexer hant-bîhel stn. handbeil, kleines beil Gr.w. 1,622. hantpeil ib. 6,137.
 
Artikelverweis  hant-boge swm. leichter, mit der hand zu spannender bogen, arcus Dfg. 45b. Heldb. K. 329,5. Altsw. 230,8. Fasn. 343,8.
 
Artikelverweis  hant-büechlîn stn. dem. zu hantbuoch, manualis Dfg. 348a. abschrift eins memorial oder handbüchleins Chr. 2. 9,1.
 
Artikelverweis  hant-bühse f. büchse zum schiessen aus freier hand Rcsp. 1,475. Mh. 2,98. S.Gall. ord. 195 ff. Mone z. 6,60 ff. Np. 310. Chr. 1. 178,42. 179,12; 2. 47,12. 254,29 etc. Beh. 98,8. Narr. 76,42.
 
Artikelverweis  hant-bühsen-pulver stn. Chr. 2. 254,18.
 
Artikelverweis  hant-bühsen-schütze swm. Chr. 2. 297,1.