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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
TAAVTVS bis TALOS (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis TAAVTVS, i, Gr. Τααύτος, ου, Misors Sohn, aus dem zwölften Geschlechte der Menschen, nach der phönicischen Theogonie. Er soll die Anfangsgründe im Schreiben erfunden haben, und eben derjenige seyn, den die Aegypter Thoor, die Alexandriner Thoyth, und die Griechen Hermes nennen. Sanchon. ap. Euseb. Pr. Ev. l. I. c. 10. p. 35. Man findet ihn auch wohl Thaut, oder Thot geschrieben.
 
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TACĬTA, æ, eine Göttinn der Römer, welche Numa Pompilius zuerst verehret wissen wollte. Plutarch. in Numa c. 11. p. 67. T. I. Opp. Sieh auch Siopele. Vermuthlich sollte sie die Römer auf ein pythagorisches Stillschweigen, oder auch dahm weisen, daß sie sowohl in ihren, als in Staatssachen sollten verschwiegen seyn.
 
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TAENARIVS, i, Gr. Ταινάριος, ου, ein Beynamen des Neptuns, der auf dem Vorgebirge, Tänarus, in Lakonien, seinen berufenen Tempel hatte. Suid. in Τέναρον, T. III. p. 439. & Pausan. Lacon. c. 12. p. 182.
 
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TAENARVS, i, Gr. Ταίναρος, ου, des Elatus und der Erimeda, einer Tochter des Damasyklus, Sohn, von welchem die Stadt Tänarus, nebst dem Vorgebirge, den Namen soll bekommen haben. Schol. ad Apollon. Argon. l. I. v. 102.
 
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TAENARVS, i, Jupiters Sohn; und des Gerästus Bruder, von welchem die Stadt Tänarus den Namen soll bekommen haben. Steph. Byz. in Ταίναρος.
 
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TAGES, is, od. étis, ( Tab. X.) des Genius Sohn, und Jupiters Enkel. Festus l. XVIII. p. 557. Er entstund aus der Erde, als ein Bauer in Hetrurien etwas tief ackerte, und zwar als ein artiges Kind. Weil sich aber

[Bd. , Sp. 2277]


der Bauer dennoch vor solchem entsetzete, und heftig zu schreyen anfieng, daß das Volk aus allen Enden herbey gelaufen kam, so fieng solcher Tages an, ihn die Kunst zu wahrsagen, oder die Vogeldeutung zu lehren. Cic. de Divin. l. II. c. 23. p. 1224. & Ovid. Metam. XV. v. 552. Dieses brachten denn einige zu Papiere, und führete es Antistius Labeo in funfzehn Büchern weitläuftiger aus. Fulgent. Expos. Sermon. Antiqu. in Menales, & Voss. de Hist. Lat. l. III. p. 161.
 
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TAGVS, i, ein Rutuler, welchen Nisus erlegete. Virgil. Aen. IX. v. 418.
 
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TALĂVS, i, Gr. Ταλαὸς, ου, ( Tab. XXV.) des Bias und der Pero Sohn. Apollod. l. I. c. 9. §. 13. Er gieng mir seinen Brüdern, Areius und Laodokus, unter den Argonauten nach Kolchis. Orph. Argon. 142. Apollon. I. 118. Einige machen sie zu des Abas Söhnen, wiewohl fälschlich. Burman. Catalog. Argon. v. Areius. Er zeugete mit der Lysimache, des Abas Tochter, den Adrastus, Parthenopäus, Pronax, Mecisteus, die Eriphyle. Andere geben ihm die Eurynome, des Iphitus Tochter, zur Gemahlinn, und die Astynome und Mythidice zu Töchtern. Hygin. Fab. 70. Doch soll ihm auch Polybus seine Tochter Lysianassa zur Gemahlinn gegeben haben. Pausan. Cor. c. 6. p. 96. Sein Begräbniß war sehr lange Zeit zu Argos zu sehen. Pausan. Corinth. c. 21. p. 122.
 
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TALOS, i, Gr. Τάλως, ου, ( Tab. XXIX.) der Perdix, des Dädalus Schwester Sohn, erlernete bey diesem seinem Vetter die Bildhauerkunst. Weil er aber einen ungemeinen guten Kopf hatte, so erfand er nicht allein die Töpferscheibe, sondern auch nach einer Kiffe von einer Schlange die Säge, wie nicht weniger das Drechseleisen, und andere dergleichen nutzbare Werkzeuge mehr. Dädalus wurde darüber eifersüchtig, und befürchtete, Talus möchte es ihm dereinst am Ruhme weit zuvor thun. Er brachte ihn also ingeheim um. Indem er aber im Begriffe war, ihn zu begraben, so wurde er ertappet, und befraget, was er vorhätte.

[Bd. , Sp. 2278]


Er gab zur Antwort, er verscharrete eine Schlange Man fand es aber anders; und das Thier also, welches die Erfindung veranlasset, warum er den Talus umgebracht, gab auch Gelegenheit, daß sein Mord offenbar wurde Indessen entkam er doch noch mit der Flucht, und begab sich nach Kreta. Diod. Sicul. l. IV. c. 78. p. 192. Einige wollen daß er ihn zu Athen von dem Schlosse hinab gestürzet, als ob er von selbst hinunter gefallen wäre, Apollo. d. l. III. c. 14. §. 9. Minerva aber soll ihn in ein Rebhuhn verwandelt haben Ovid. Metam. VIII. 250. Ohne Zweifel wurde diese Fabel dadurch erdichtet, weil ihn einige selbst Perdix nennen. Serv. ad Virg. Aen. VI. 14. Nach andern heißt er Kalus; Pausan. Att. c. 21. p. 37. oder auch Attalus; Tzetz. ap Galeum ad Apollod. l. c. und Tantalus Schol. Euripid. ap. eumd. l. c. Indessen schreiben ihm einige unter andern auch noch die Erfindung des Zirkels mit zu. Ja, sie wollen, er habe Circinus geheißen, und also diesem Werkzeuge von sich den Namen gegeben. Serv. l. c. Sein Grab war zu Athen, auf dem Wege von dem Theater nach dem Schlosse zu, zu sehen Pausan. l. c.
 
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TALOS, i, einer von des Aeneas Partey, welchen Turnus unter andern mit erlegete Virg. Aen. XII. v. 513.
 
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TALOS, i, des Kretes Sohn, für dessen Sohn von einigen Vulcan angegeben wird. Paus. Arc. c. 53. p. 540.