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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
SABAZIVS bis SAIS (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis SABAZIVS, i, Gr. Σαβάζιος, ου, ein Beynamen des Bacchus. Hesych. in Σαβάζιος, p. 821. Es benenneten ihn damit insonderheit die Thracier, die solches von dem Orpheus, wie dieser von den Aegyptern, erlernet hatten. Voss. Theol. gent. l. II. c. 14. Er wird aber auch Sabadius geschrieben, und soll, nach einigen, von den Sabern, einer thracischen Nation, herkommen. Gyrald. Synt. IX. p. 277. Allein, da dergleichen sich niemals in Thracien befunden: so wird er besser von σαβάζω für ἐυάζω, Schol. Aristoph. ad Ὄρν. v. 389. & Hesych. in Σαβάζειν, oder von dem ebräischen Zabah, Kriegeswesen, hergeleitet, und scheint von dem Namen Gottes, Jehovah Zebaoth, entlehnet zu seyn. Voss. l. c. Es soll aber dieser Sabazius zuerst die Ochsen an den Pflug zu spannen und damit zu ackern, wie auch das Säen des, Getraides gewiesen haben, daher er denn mit Hörnern gebildet worden. Diod. Sic. l. III. p. 148. Es pflegte denen, die zu dessen Dienste eingeweihet wurden, eine goldene Schlange in den Busen gestecket und in dem Schooße wieder heraus genommen zu werden, um damit die Zeugung der Dinge vorzubilden. Arnob. ap. Voss. l. c.
 
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SABBA, æ, eine Wahrsagerinn, welche die Hebräer, die über Palästina wohneten, unter die Sibyllen rechneten. Ihr Vater soll Berosus und ihre Mutter Erymanthe gewesen seyn. Einige nennen sie die babylonische, andere die ägyptische. Pausan. Phoc. c. 12. p. 631. Nach andern ist sie die chaldäische, und soll eigentlich Sambethe geheissen haben. Suidas v. Σίβυλλα. T. III. p. 311. Cf. Gallæus de Sibyll. p. 62.
 
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SACRÁTOR, óris, einer von des Turnus Partey, der den Hydaspes auf des Aeneas Seite erlegete. Virgil. Aen. X. v. 747.

[Bd. , Sp. 2150]



 
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SACVS, i, Jupiters Sohn, der in Panchaia, auf dem Berge Tafus, zuerst das Gold erfunden. Hygin. Fab. 274. Andere wollen ihn lieber für Sakus, Eakles, oder auch Atakus genannt wissen. Muncker. ad eumd. l. c.
 
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SAESĂRA, æ, Gr. Σαισάρα, ας, des Celeus Tochter und Krokons Gemahlinn. Pausan. Attic. c. 28. p. 70. Sie wird sonst auch Bäsara, allein nicht so gut, genannt. Sylburg. ad Pausan. l. c.
 
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SAGĂRIS, is, ein Trojaner, von des Aeneas Partey, welchen Turnus, nebst andern, erlegete. Virg. Aen. IX. v. 575.
 
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SAGARÍTIS, ídis, oder wie sie auch fälschlich geschrieben wird, Sangaritis, Sangaris, eine Nymphe, welche den Attes verleitete, der Ceres untreu zu werden. Sie wurde aber dafür von solcher Göttinn dadurch gestrafet, daß der Baum, in welchem sie ihr Leben hatte, umgehauen wurde. Ovid. Fast. l. IV. v. 229. Sie hat den Namen von dem Flusse Sagaris, in Phrygien, und wird bald unter die Naiaden, bald unter die Hamadryaden mit gerechnet. Neapol. & Cnipping. ad Ovid. l. c.
 
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SAGITTA, æ, Gr. Τόξον, ου, am Himmel, ist, nach einigen, der Pfeil, womit Herkules den Adler erschoß, der dem Prometheus die immerzu wieder wach sende Leber abfraß. Hygin. Astron. Poët. l. II. c. 15. Nach andern ist es der, womit Apollo die Cyklopen erschoß, den er zwar hernach auf einem Berge bey den Hyperboreern begrub, allein, als Jupiter ihm solche That verziehen hatte, der Wind ihm wieder zugeführet brachte, und den er sodann unter die Sterne versetzete. Eratosth. Cataster. 29.
 
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SAGITTARIVS, i, Gr. Τοξότης, ου, der Schütz, ein Gestirn im Thierkreise, welches die Gestalt eines halben Pferdes und halben Menschen, oder eines Centauren vorstellen soll, daher es einige für den Chiron gehalten. Hygin. Astron. poet. l. II. c. 38. Andere widerlegen es damit, daß die Centauren niemals einige Pfeile geführet, wie wohl diese Figur hat. Die meisten halten ihn also für den Kroton oder Krotus, einen Sohn der Eupheme, welchen

[Bd. , Sp. 2151]


die Musen auferzogen. Eratosth. Cataster. 28. Hygin. l. c. l. II. c. 27. & id. Fab. 224. Sieh Crotus.
 
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SAGNOS, i, einer von Aktäons Hunden. Hygin. Fab. 181. Sieh Actæon.
 
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SAIS, ĭdis, ein Beynamen der Minerva. Propert. l. II. Eleg. 2. v. 11. & Tzetz. ad Lycophr. v. 111. Sie führet ihn von der Stadt Sais in Aegypten, wo sie einen ansehnlichen Tempel hatte, und man ihr Fest jährlich mit vielen angezündeten Lampen vor den Häusern begieng. Herod. Eut. II. s. 175. & 62. Einige wollen zwar beym Propertius für Sais Sanctis lesen. Muret. ad Propert. l. c. Allein, sie hatte doch auch unter diesem Namen ihren Tempel in Argolien, wovon die Ueberbleibsel noch zu des Pausanias Zeiten zu sehen waren. Pausan. Cor. c. 36. p. 155.