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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
QVADRĬFRONS bis QVIRITIA (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis QVADRĬFRONS, ontis, ein Beynamen des Janus, unter welchem er mit vier Gesichtern gebildet wurde, und mit selbigen die vier Jahreszeiten anzeigete. Es wurde dergleichen zuerst zu Phaleris, in Tuscien, gefunden, und von dar nach Rom gebracht, woselbst ihm denn ein Tempel auf dem Foro Transitorio errichtet wurde. Serv. ad Virg. Aen. VII. v. 607. Es ist solcher noch bis jetzo so ziemlich ganz bey der Kirche S. Georg am Ochsenmarkte zu sehen. Alex. Donat. l. II. c. 26.
 
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QVERQVETVLÁNAE, árum, eine Art Nymphen, welche sich insonderheit in den Eichenwäldern befanden, dergleichen auch zu Rom war, daher denn das eine Thor Porta Querquetularia genannt wurde. Festus l. XV. p. 411. Cf. Nardin. l. V. c. 2.
 
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QVIES, étis, Ruhe, eine besondere Göttinn der Römer, welche ihnen Ruhe verschaffen sollte Augustin. de C. D. l. IV. c. 16. Sie hatte ihren Tempel ausserhalb der Stadt, auf dem labicanischen Wege, vor dem collinischen Thore. Liv. l. IV. c. 41. Indessen wollen doch einige, sie sey eine Göttinn der Ruhe für die Verstorbenen gewesen, weswegen auch ihr Tempel vor der Stadt gestanden. Vives ad August. l. c. Noch andere wollen, sie habe die Menschen ruhig machen sollen. Gyrald Synt. I. p. 51.
 
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QVIETÁLIS, is, ein Beynamen des Pluto, vermuthlich, weil er, als ein Gott der Todten, diese zur Ruhe brachte. Festus l. XV. p. 412.
 
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QVIRÍNVS, i, ein Beynamen des Romulus, womit er benennet wurde, als er unter die Götter aufgenommen worden. Ovid. Fast. II. v. 475. Er hatte denselben, nach einigen, von Quiris od. Curis bekommen, welches im Sabinischen einen Spieß bedeutete, dergleichen er denn, als ein Soldat, insonderheit geführet. Id. v. 477. & Festus l. III. p. 109. Nach andern kam er von Quirites, welches der Namen der Römer war, womit sie benennet wurden, wenn man sie zugleich ehren

[Bd. , Sp. 2134]


wollte. Varro de L. L. l. IV. c. 10. Man leitete ihn auch wohl von Cures, einer Stadt der Sabiner, her, welche er mit unter der Römer Herrschaft brachte; Ovid. l. c. v. 480. & Fest. l. c. oder endlich von κύριος, Herr, oder κοίρανος, König; Voss. Etymol. in Quiritare. Cf. Serv. ad Virg. Aen. I. v. 292. und diese Bedeutungen möchten sich leicht am besten schicken. Es sey aber damit, wie ihm wolle, so hatte Romulus doch unter diesem Namen zu Rom seine Tempel in der VI, VII, VIII, und X Region. Panvin. ap. Rosin. l. I. c. 13. Es hieß auch von ihm ein Flamen Quirinalis. Livius, l. V. c. 40. Dabey wurden ihm zu Ehren den 17 Februar die quirinalischen Feste gefeyret. Rosin. l. IV. c. 6. p. 255. Sie wurden anfänglich nur ein Jahr um das andere begangen, und waren vom Numa gestiftet worden, nachdem ein gewisser unbescholtener Landmann, Julius, ausgesaget, er hätte den Romulus mit seinen Waffen aus der Stadt kommen sehen, welcher ihm befohlen, den Römern zu melden, daß er von seinem Schutzgeiste in die Schaar der Götter geführet würde, und nun Quirinus hieße. Dion. Hal. l. II. p. 124. Man trifft seinen Kopf noch auf verschiedenen römischen Münzen der memmischen und terenzischen Familien an. Er ist mit Lorbern bekränzet und hat einen gekräuselten Bart. Haverc. Thes. Morell. T. I. p. 275. & 413.
 
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QVIRÍNVS, i, ein Beynamen des Mars, unter welchem er zu Rom seinen Tempel in der ersten Region hatte. Panvin. ap. Rosin. l. I. c. 13. Man verehrete ihn unter diesem Namen, wenn er ruhig und stille war; daher denn auch sein Tempel in der Stadt stund, wogegen Mars Gradivus, als ein Gott des Krieges und der Unruhe, den seinigen außerhalb derselben hatte. Serv. ad Virgil. Aen. I. v. 292. Einige römische Münzen der antonischen und claudischen Familie zeigen seine Abbildung. Er steht auf denselben nackend mit einem Helme auf dem Kopfe, und hat in der Rechten einen unbeschlagenen Spieß, in der Linken aber das Parazonium,

[Bd. , Sp. 2135]


oder einen Doleb in der Scheide mit dem Gehenke. Haverc. Thes. Morell. T. I. p. 29. & 92.
 
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QVIRITIA, æ, ein Beynamen der Juno, unter welchem ihr in jeder Curie ein öffentliches Mahl angerichtet wurde. Dion. Halic. l. II. c. 50. p. 114. Sieh Curitis; womit er vermuthlich einerley ist.