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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
LABDĂCVS bis LACON (Bd. , Sp.  bis 1420)
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Artikelverweis LABDĂCVS, i, Gr. Λάβδακος, ου, ( Tab. XXII.) Polydors und der Nykteis Sohn, König in Theben und Vater des Lajus. Weil Polydor zeitig starb, so kam er unter die Vormundschaft des Nykteus und nachher des Lykus. Paus. Bœot. c. 5. p. 549. Er wollte den Bacchus für keinen Gott erkennen, mußte aber solches mit dem Leben bezahlen. Apollod. l. III. c. 5. §. 5. Er soll durch eine blutschänderische That verursachet haben, daß hernach von nichts, als dergleichen, unter seinen Nachkommen, den von ihm so benannten Labdaciden, gehöret worden. Schmid. ad Pind. Isthm. Γ. A. 9.
 
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LABRADĔVS, ei, ein Beynamen des Jupiters, unter welchem er in Karien verehret wurde. Er hatte denselben von λάβρη, Axt, weil er dergleichen statt des Zepters in der Hand führete. Es war eben die Streitaxt, welche Herkules der Amazone, Hippolita, abnahm, und hernach der Omphale schenkete, worauf sie denn die lydischen Könige, bis auf den Kandaules, führeten. Als aber Gyges sich wider diesen auflehnete, und Arselis aus Karien ihm zu Hülfe kam, so erhielt er diese Art; erbauete darauf dem Jupiter einen Tempel, und gab dessen Statue dieselbe in die Hand. Plutarch. Quæst. Gr. 45. p. 301. T. II. Opp. Man sieht ihn noch auf einer Münze, wo er die Art in der rechten Hand auf der Schulter trägt, in der linken aber einen mit der Spitze zur Erde gekehrten Spieß hält; und soll er mit dem soldatischen Jupiter einerley seyn. Beger. Thes. Brand. T. I. p. 266. Einige nennen solchen Jupiter Labrandeus, und er soll den Namen von dem Labrandus, einem seiner ehemaligen Wirthe und Gehülfen in seinen Kriegen, Lactant. Inst. I. c. 22. §. 23. oder nach andern vielmehr von dem Orte Labranda,

[Bd. , Sp. 1418]


in Karien, führen. Strabo l. XIV. p. 659. Cf. Gyr. Synt. II. p. 100. Denn daselbst hatte der soldatische Jupiter einen Tempel. Herod. Terpsich. V. 119.
 
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LABROS, i, einer von Aktäons vielen Hunden, welche endlich ihren Herrn selbst zerrissen. Hygin. Fab. 81. Ovid. Met. III. v. 124. Sieh Actæon.
 
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LACAENA, æ, ein Hund des Aktäons. Hygin. Fab. 81. Sieh Actæon.
 
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LACEDAEMON, ŏnis, Gr. Λακεδάιμων, ονος, ( Tab. X.) Jupiters und der Taygeta Sohn, heurathete die Sparte, des Eurotas Tochter. Apollod. l. III. c. 10. §. 3. & Hygin. Fab. 155. Er gab von sich dem Lande, von seiner Gemahlinn aber der neu erbaueten Stadt den Namen. Pausan. Lacon. c. 1. p. 158. Er bauete den Gratien zuerst einen Tempel, Id. ib. c. 18. p. 196. hinterließ den Amyklas zu seinem Nachfolger, Id. ib. c. 1. p. 158. wie auch eine Tochter, Eurydice, Id. ib. c. 13. p. 185. Nach seinem Tode wurde er wenigstens mit einem Heroendenkmaale beehret. Id. ib. c. 20. p. 200.
 
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LACHĔSIS, is, Gr. Λάχεσις, εως, ( Tab. I.) eine der drey Parcen, welche den Namen von λαγχάνειν, losen, hat, entweder, weil einem jeden Menschen sein Schicksal alsofort bey seiner Geburt zugetheilet wird; Phurnut. de N.D. c. 13. oder doch einem alles nach dem zugetheilten Loose begegnet: Euseb. ap. Gyrald. Synt. VI. p. 208. Cf. Fulgent. Mythol. l. I. c. 7. Sonst soll sie insonderheit den Faden spinnen, da Klotho den Rocken hält, und Atropos ihn abschneidet; immittelst aber ihre Absicht insonderheit auf die vergangenen Dinge haben Plato de Repub. l. X. p. 763. Sieh Parcæ.
 
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LACHNE, es, einer von Aktäons vielen Hunden, welche ihren Herrn selbst zerrissen. Ovid. Met. III. v. 223. Hyg. Fab. 181. Sieh Actæon.
 
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LACINIA, æ, ein Beynamen der Juno, welche einen sehr berühmten Tempel sechs tausend Schritte von Krotone, in Italien hatte. Es war bey solchem ein besonderer Hayn, und eine Gegend, die mit lauter hohen Tannen umschlossen war, auf welcher allerhand Vieh, ohne einigen Hirten, gieng, an welches

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sich niemals einiger Mensch, oder ein wildes Thier wagete. Indessen gab es so viel Nutzen, daß davon eine Seule von dichtem Golde in den Tempel konnte gesetzet werden. In dem Vorhofe war ein ganz freyer Altar, und dennoch bewegte kein Wind die darauf liegende Asche. Liv. l. XXIV. c. 3. Q. Fulvius Flaccus nahm die Marmorziegel von dem Tempel, um sie auf denjenigen zu legen, welchen er der ritterlichen Fortuna zu Rom bauen lassen: sie wurden aber auf des Rathes Schluß wieder dahin geschafft, jedoch fand sich kein Künstler, der sie wieder auf das Dach legen konnte. Id. l. XLII. c. 3. Fulvius kam darüber von Sinnen, verlor seine beyden Sohne in dem illyrischen Kriege, und starb endlich vor Bekümmerniß. Lactant. Inst. l. II. c. 7. §. 15. & Val. Max. l. I. c. 1. n. 20. Es sollen aber besagte Ziegel die Eigenschaft gehabt haben, da sie noch auf dem Tempel gelegen, daß, wenn jemand seinen Namen mit Eisen in selbige geschrieben, solcher so lange geblieben, als der Mensch gelebet, hingeben gleich vergangen seyn, wann selbiger gestorben. Uebrigens sollte solchen Tempel ein König, Lacinus, oder auch Herkules, da er den Straßenräuber, Lacinius, in dasiger Gegend erleget, der Juno erbauet haben. Serv. ad Virgil. Aen. III. 551. Die Ueberbleibsel davon sollen noch im vorigen Jahrhun derte zu sehen gewesen seyn; Nascimbæn. ap. Taubm. ad Virg. l. c. und von den noch übrigen Säulen soll das ehe malige lacinische Vorgebirge jetzo Cabo delle Colonne genannt werden. Leander ap. Merul. Cosmogr. P. II. l. 4. c. 6. p. 60.
 
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LACINIVS, i, ein berühmter Straßenräuber, welcher dem Herkules einige von Geryons Rindern entführete, als er mit selbigen durch Italien trieb, dafür aber von ihm niedergemacht wurde. Diod. Sic. l. IV. c. 25. p. 161. Sieh auch vorhergehenden Artikel.
 
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LACIVS, i, Gr. Λάκιος, ου, einer von den griechischen Heroen, welcher in Attika einen geweihten Bezirk hatte und von dem der Kreis der Lacider den Namen führete. Pausan. Att. c. 37. p. 68.

[Bd. , Sp. 1420]



 
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LACON, ónis, einer von Aktäons vielen Hunden. Ovid. Met. III. v. 219. Sieh Actæon.