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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
FABIVS bis FASCELINA (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis FABIVS, i, ein Sohn des Herkules, welchen er mit einer Nymphe oder einer Landeseingeborenen an der Tyber soll gezeuget haben, und von welchem das berühmte und große Geschlecht der Fabier entsprossen seyn soll. Plutarch. Fab. Max. c. 1. p. 174. T. I. Opp. Einige wollen wissen, daß sie des Königes Evanders Tochter gewesen, und Vinduna geheißen habe. Neapol ad Ovid. Fast. II 237. Sein Namen soll anfänglich Fovius gewesen seyn, weil Herkules mit seiner Mutter in einer Grube, Fovea, zu thun gehabt; oder weil er selbst zuerst gezeiget, wie man

[Bd. , Sp. 1103]


die Bären und Wolfe in Gruben fangen könne. Festus ap. Gothofr. p. 290.
 
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FABVLÍNVS, i, ein besonderer Gott der Römer, welchem sie ihr Opfer brachten. wenn die Kinder zuerst zu reden anfiengen. Non. Marcell. de Propr. Serm. c. 12.
 
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FADVS, i, ein Rutuler, welchen Euryalus in dessen eigenem Lager niedermachte. Virgil. Aen. IX. v. 344.
 
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FAGVTALIS, is, ein Beynamen des Jupiters, Varro de LL. lib. IV. c. 32. unter welchem er bey den Römern seine Capelle hatte, in welcher eine Buche stund, von der die Capelle auch selbst Fagutal genannt wurde. Festus lib. VI. p. 141.
 
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FALACER, cris, soll, nach einigen, ein Gott des Obsts gewesen seyn; Alex. ab Alex. lib. VI. c. 12. allein solches steht nicht darzuthun, Tiraquell. ad l. c. wohl aber, daß er Divus Pater Falacer genannt worden. Varro de LL. l. IV. c. 32.
 
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FAMA, æ, Gr. Φήμη, ης, die jüngste Tochter der Erde. Virgil. Aen. IV. 178. Sie brachte solche den Göttern zum Verdrusse hervor, damit sie deren Händel allenthalben bekannt machen sollte. Serv. ad Virg. l. c. Sie wurde als eine Göttinn von den Griechen verehret, Hesiod. O. & D. 764. und hatte ihren besondern Altar zu Athen. Pausan. Att. c. 17. p. 20. Man bildete sie mit Flügeln, und zwar mit weißen, wenn sie etwas wahres, mit schwarzen aber, wenn sie etwas falsches brachte. Voss. Theol. gent. l. IX. c. 37. Sonst war sie über und über voller Federn, unter deren jeder sie ein Auge, und dabey eben so viel Ohren, Mäuler und Zungen hatte. Sie schlief niemals, sondern flog des Nachts durch die Welt, bey Tage aber saß sie auf den hohen Thürmen oder Dächern, und sah, was vorgieng. Sie setzete auch die größten Städte in Schrecken, und hielt dabey eben so steif über die Lügen, als über die Wahrheit. Virgil. l. c. v. 181. Nach andern hatte sie ihren Aufenthalt, wo sie alles sehen konnte, was in der dreyfachen Welt, (Asien, Africa und Europa) vorfiel. Es giengen zu ihrer Wohnung, die ganz von klingendem Erzte

[Bd. , Sp. 1104]


war, unzählige Zugänge; das Dach war voller Löcher, und die Thüren stets offen. von innen aber hörete man ein stetes Zischeln, und pflegte das gemeine Volk allezeit ab und zu zu gehen, wobey sich denn die Leichtgläubigkeit, der Irrthum, die falsche Freude, die vergebene Furcht, der Aufruhr und das ungewisse Gemurmel oder Reden mit einfanden. Ovid. Metam. XII. 39.
 
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FAMES, is, der Hunger, eine vermeynte Gottheit, die nach einigen, ihren Aufenthalt in dem Eingange der Hölle hatte. Virgil. Aen. VI. 276. Nach andern befand sie sich in Scythien, und zwar auf einem steinichten wüsten Felde, wo sie die einzeln Grasstengel mit den Nägeln und Zähnen aus der Erde zusammen klaubete. Sie hatte dabey ein straubichtes Haar, eingefallene Augen, blasses Gesicht, bleiche Lippen, angelaufene Zähne, eine harte Haut, durch welche man selbst das Eingeweide sehen konnte, aus den Hüften hervor ragende Knochen, einen leeren Raum an statt des Bauches, und die Brust schien nur an dem Gerippe des Rückens zu hängen, wobey alle Glieder an den Händen und Füßen desto größer aussahen, je mehr sie hervor rageten, und was dergleichen Scheußlichkeiten mehr waren. Ovid. Metam. VIII. 797.
 
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FARNVS, i, ein Gott Jer Römer, der vom Fari oder Reden den Namen hat, und daher vermuthlich auch über dasselbe gesetzet war. Struv. Synt. A. R. c. 1. p. 155.
 
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FAS, eine Göttinn, die auf ihre Art einerley mit der Griechen Themis, Auson. Idyll. XII. und der Lateiner Iustitia war. Struv. Synt. A. R. c. 1. p. 139. Sie sollte den Menschen insonderheit angeben, zu bitten, was recht und geziemend sey. Festus ap. eumd. l. c.
 
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FASCELIS, is, od.
 
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FASCELINA, æ, ein Beynamen der Diana, welchen sie a fascibus hat, weil ihre Bildsäule von der Iphigenia und dem Orestes in ein Bund Reißig verstecket wurde, als sie dieselbe aus Taurika mit hinweg

[Bd. , Sp. 1105]


nahmen. Serv. ad Virgil. Aen II. 116. & Cellar. ad Sil Ital. l. XIV. v. 260.