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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
AEGLE bis AEGYPTIVS (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis AEGLE, es, ( Tab. VI.) der Sonne und der Clymenes Tochter und Schwester des Phaethons, Hygin Fab. 156. die wegen des Todes dieses ihres Bruders endlich, nebst ihren übrigen Schwestern, in Pappelbäume, wie ihre Thränen in Agtstein verwandelt wurden. Id. Fab. 154.
 
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AEGLE, es, der Sonne und der Neära Tochter, die schönste der Najaden, Virg. Ecl. VI. 21. welche dem Namen nach so viel, als der Glanz bedeutet. Gyrald. Synt. V. p. 180. Einige machen sie auch zur Mutter der Gratien,

[Bd. , Sp. 89]


die sie mit dem Apollo gezeuget haben soll. Antimach. ap. Paus. Bœot. c. 35.
 
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AEGLE, es, ein Beynamen des Mondes, dessen Bedeutung aus vorhergehendem Artikel zu ersehen ist. Gyrald Synt. V. p. 180.
 
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AEGLÉIS, ĭdos, Gr. Ἀιγληῒς, ίδος, eine von Hyacinths Töchtern, welche die Athenienser bey des Gerästus, eines Cyklopen, Grabe abschlachteten, um solcher gestalt den Hunger und die Pest abzuwenden, welche sie unter dem Aegeus plageten. Beydes aber war so vergebens, als grausam und unverantwortlich. Apollodor. lib. III. c. 14. §. 8.
 
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AEGLÉTES, æ, Gr. Ἀιγληπής, ου, ist ein Beynamen des Apollo, welcher insonderheit in der Insel Anaphe seinen Tempel hatte. Apollon. Argon. lib. IV. v. 1716. & Fragment. Callimach. Bentlei. 113. item Hesych. in Ἀιγλητής.
 
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AEGOBŎLVS, i, Gr. Ἀιγοβόλος, ου ein Beynamen des Bacchus, welcher vornehmlich von den Polniern in Böotien verehret wurde. Denn als dieselben ehemals in der Völlerey des Bacchus Priester hinrichteten, so wurden sie mit einer heftigen Pestilenz heimgesuchet, und erhielten von dem Orakel den Befehl, zur Versöhnung dieses Gottes, jährlich einen erwachsenen Knaben zu opfern. Sie thaten solches eine Zeitlang, bis sie endlich selbst auf dessen Anrathen eine Ziege an dessen Stelle unterschoben; daher er den Beynamen bekam. Pausan. Bœot. c. 8. Denn αἲξ, αἰγὸς, heißt eine Ziege, βάλλω aber ich werfe oder schiebe unter. Gyrald. Synt. VIII. p. 286. Jedoch wollen einige lieber Ἀιγοβόρος für Ἀιγοβόλος Kuhn. ad Pausan. l. c. lesen, welches von ἂιξ und βοράω ich fresse, ein Ziegenfresser heißen, und sich der Bedeutung nach gut genug schicken würde, weil Bacchus die Ziegen zu fressen schien, indem sie ihm geopfert wurden, wenn es sonst nur frey stünde, dergleichen Aenderung nach bloßem Gutdünken in den Auctoren zu machen.
 
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AEGOCEROS, i, Gr. Ἀιγοκέρος, ου, ein Zunamen des Pans, welcher von ἄιξ und κέρας so viel als Ziegenhorn

[Bd. , Sp. 90]


heißt, weil er sich in eine Ziege oder einen Widder verwandelte, da er von den Göttern unter die Gestirne versetzet wurde. Gyrald. Synt. XV. p. 453.
 
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AEGOLIVS, i, Gr. Ἀιγόλιος, ου, ein Cretenser, welcher mit noch einigen andern, nämlich dem Laia, Celeus und Cerberus, sich unterstund, in die Höhle zu gehen, worinnen Jupiter ehemals geboren war, und das Honig da heraus zu holen, welches die Bienen, die den Jupiter auferzogen, in großer Menge dahin getragen hatten. Sie bewaffneten sich daher ganz mit Erzte, und brachten auch eine große Menge Honig zusammen: allein, es sprangen ihnen doch die ehernen Waffen vom Leibe, und Jupiter selbst wollte sie mit dem Blitze niederschlagen. Weil ihm aber Themis und die Parcen vorhielten, daß es sich nicht gezieme, jemand an solchem Orte umzubringen, so verwandelte Jupiter sie insgesammt in Vögel ihrer Namen, Bœus ap. Anton. Liber. Metam. c. 19. die aber bey uns unbekannt sind.
 
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AEGOPHĂGA, æ, Gr. Ἀιγοφάγος, ου, und nicht Aegophora, wie Banier IV. Bande 645 S. saget, ein Beynamen der Juno, unter welchem sie einen Tempel zu Lacedämon hatte. Es soll ihr diesen Herkules selbst zuerst errichtet und darinnen eine Ziege geopfert haben, weil er damals nichts anders bey der Hand hatte, und doch dieser seiner Feindinn gern eine Ehre dafür erweisen wollte, daß sie ihm in dem Gefechte mit des Hippokoons Söhnen nicht entgegen gewesen war. Es fuhren hernach nichts desto weniger die Lacedämonier fort, ihr auch dergleichen Thier zu opfern, Pausan. Lacon. c. 15. und heißt also diese Juno von ἂιξ, αἰγὸς, eine Ziege, und φάγω, ich esse, so viel als eine Ziegenfresserinn, nachdem auch andere Götter der alten Griechen dergleichen schöne Ehrennamen mehr hatten.
 
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AEGYPIVS, i, Gr. Ἀιγύπιος, ου, des, Antheus Sohn, ein Thessalier, der, den Göttern und Menschen wegen seiner Gerechtigkeit und Großmuth lieb war, hatte seine Liebeshändel mit der

[Bd. , Sp. 91]


Timandra, einer schönen Witwe. Wie aber solches deren Sohn, den Neophron, heftig verdroß, so spielete er die Sachen so boshaft, daß Aegypius dereinst mit seiner eigenen Mutter, der Bulis, an statt der Timandra, zu thun bekam. Als nun Bulis ihn erkannte, so wollte sie ihm die Augen ausstechen und sich selbst umbringen: sie wurden aber alle viere von dem Jupiter in Vögel verwandelt, und zwar Aegypius und Neophron in Hasengeyer oder Gänseähre Timandra in eine Meise, und Bulis in einen Täucher, der bloß Fisch- Vogel- und Schlangenaugen fressen soll, weil sie diese dem Aegypius ausreißen wollen. Anton. Liber. Met. c. 5.
 
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AEGYPTIVS, i, Gr. Αἰγυπτιος, ου, ein Beynamen Jupiters, wovon aber keine Ursache angegeben wird. Gyrald. Synt. II. p. 92. Da es aber auf des Parmenides Zeugniß ankömmt, welcher saget Αἰγύπτιε ζεῦ Νεῖλε, so dürfte es vielleicht so sehr nicht gefehlet seyn, wenn man glaubete, daß er den Nil der Aegyptier Jupiter genennet habe, da denn solcher Name kein Geheimniß enthalten würde.