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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
AEGIALEA bis AEGIS (Bd. , Sp.  bis 86)
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Artikelverweis AEGIALEA, æ, Gr. Ἀιγιάλεια, ας, ( Tab. XXV.) des Adrastus, Königes zu Argos, oder, nach andern, des Aegialens, Tochter und Gemahlinn des Diomedes. Apollod. lib. I. c. 8. §. 6. Sie führete ein solch unordentliches Leben, daß auch Ovidius dem Ibis eine Frau wünschet, die nicht keuscher sey.

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v. 349. Man will, es soll ihr Venus, diese Neigung eingegeben haben, um sich dadurch an dem Diomedes wegen der Wunde zu rächen, die er ihr zugefüget hatte. Salvag. ad h. l. Nach andern beredete sie Oeax, des Nauplius Sohn, als ob ihr Gemahl eine andere an ihrer Stelle mit von Troja bringe. Dictys Cret. lib. VI. c. 2. Er brachte sie damit so weit, daß sie nicht nur den Kometes, des Stheneleus Sohn, an des Diomedes Stelle erkiesete; sondern, da dieser von Troja zurück kam, ihn selbst würde aus dem Wege geräumet haben, wenn er sich nicht noch zu dem Altare der argivischen Juno geflüchtet hätte. Tzetzes ap. An. Fabram ad Dict. l. c. Indessen mußte er doch mit seinen Leuten von Argos wieder hinweg, und ließ sich endlich nach vielen Umschweifen in Italien nieder, wie hernach unter Diomedes wird gesaget werden.
 
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AEGIĂLÊVS, ëi, Gr. Ἀιγιαλεὺς, έως, ( Tab. XXV.) des Adrastus Sohn, gieng unter den Epigonen mit vor Theben. Weil aber sein Vater in dem ersten Zuge mit dem Leben davon gekommen war, so mußte er mit dem seinigen dafür bezahlen; wie er denn von dem Laodamas, des Eteokles Sohne, bey einem Ausfalle erleget wurde. Apollod. lib. III. c. 7. §. 23. & Hygin. Fab. 71.
 
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AEGIĂLÊVS, ëi, ( Tab. VI.) ist nach einigen des Aeetes, Königes in Colchis, Sohn, Diodor. Sic. lib. IV. c. 46. welcher sonst insgemein Absyrtus genannt wird. Muncker. ad Hygin. Fab. 73.
 
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AEGIĂLÊVS, ëi, ( Tab. XVIII.) des Inachus und der Melissa Sohn, starb zwar ohne Kinder, und folgete daher seinem Vater sein Bruder, Phoroneus, in der Regierung; jedoch bekam die Landschaft, die er als König regieret hatte, von ihm den Namen Aegialea, Apollod. lib. II. c. 1. §. 1. Cf. Steph. Byz. in Ἀιγιαλός, welche das heutige Morea ist.
 
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AEGIĂLÊVS, ëi, erster König zu Sicyon, der nicht allein die Stadt Aegialea erbauete; sondern auch selbst der Landschaft von sich den Namen Aegialus gab. Ihm soll sein Sohn Europs in der Regierung gefolget seyn. Pausan. Corinth. c. 5. & Achaic. c. 1.

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Doch halten einige Gelehrte ihn und alle sicyonische Könige für erdichtet. Marsham. Can. Chron. προκατασκ p. 16. & Secul. XIII. p. 353. it. Mascamp. Instit. Histor. P. I. lib. II. c. 1. §. 5.
 
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AEGIMIVS, ii, König der Dorienser, der von den Lapithen überfallen wurde; und, als er den Herkules um Hülfe rufen mußte, so both er solchem den dritten Theil seines Landes dafür an, welches ihm denn Herkules für die Seinigen aufzuheben wieder anvertrauete, als sie die Lapithen glücklich geschlagen hatten Diodor Sie lib. IV. c. 38.
 
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AEGÍNA, æ, Gr. Ἄιγινα, ης, ( Tab. XXIV.) eine von des Asopus vielen Töchtern, welche Jupiter entführete und mit ihr den Aeakus zeugete. Als ihr Vater sie unter andern auch zu Corinth suchete, so erfuhr er von dem Sisyphus, wer ihr Räuber gewesen; und, da er nicht abließ, sie ferner zu verfolgen, so schlug ihn Jupiter endlich mit seinem Blitze, daß er wieder umkehren mußte, und da er eigentlich ein Fluß war, von da an immer Kohlen mit sich führete. Inzwischen wurde Aegina in die Insel Oenone gebracht, die von ihr aber auch den Namen Aegina bekam. Apollod. lib. III. c. II. §. 6. Cf. Steph. Byz. in Ἄιγιναι. Einige wollen, Jupiter habe sich in Feuer verwandelt, als er mit ihr zu thun gehabt; Ovid. Metam. VI. 113. und wiederum andere geben sie nicht so wohl für des Aeakus Mutter, als Gemahlinn, aus, mit der er den Telamon gezeuget haben soll. Orph. Argon. v. 184. Nachher heurathete sie Actor, Myrmidons Sohn. S. dess. Art. Uebrigens ist besagte Insel Aegina das jetzige Engia in dem davon benannten Golfo di Engia zwischen Morea und dem ehemaligen Attica.
 
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AEGINAEA, æ, Gr. Ἀιγιναία, ας, ein Beynamen der Diana, unter welchem sie ihren besondern Tempel zu Sparta hatte. Pausan. Lacon. c. 14.
 
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AEGIŎCHVS, i, Gr. Ἀιγίοχος, ου, ein sehr gemeiner Beynamen des Jupiters, welchen er, nach einigen, von der Aega und ἔχω, ich habe, führet, weil er sich besagter Aega Haut an statt eines Schildes in dem Streite wider die Titanen

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bedienete; Musæus ap. Lact. Inst. lib. I. c. 21. §. 39. Nach andern aber hatte er ihn von der Aega, Pans Gemahlinn, mit welcher er den Aegipan gezeuget; Euchemerus ap. Hygin. Astron. Poet. lib. II. c. 13. die dritten leiten ihn von αΐσσω, impetu feror her, Phurnut. de Nat. Deor. c. 9. die vierten zwar auch von der obbemeldeten Aega, allein nicht von ἔχω, sondern ὀχὴ, die Nahrung, weil er zuerst von ihrer Milch sey unterhalten worden; Spanhem. ad Callim. Hymn. in Iovem v. 49. die fünften von Ἆιγες, fluctus maris, weil er nach der Poeten Ausdrucke maris tempestatis que potens, oder ein Herr über das Meer und dessen Stürme sey. Vossii Theol. Gentil. lib. II. c. 34. Einige wollen ihn zwar von dem besondern Schilde Aegis, idos, herleiten: allein, weil er auf solche Art, vielmehr Aegidochus, als Aegiochus, heißen müßte, zu geschweigen, daß auch andere Umstände solche Ableitung nicht zustehen, so wird selbige billig verworfen. Gyrald. Syntagm. II. p. 90. 91. & Vossius l. c.
 
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AEGĬPAN, ánis, Gr. Ἀιγίπαν, ανος, ( Tab. X.) Jupiters Sohn, welchen er mit der Aega, Pans Gemahlinn, zeugete, die ihm den Namen von sich und ihrem rechten Manne gab. Hygin. Astron. Poet. lib. II. c. 13. Doch soll er auch mit dem Jupiter auferzogen, und daher von diesem hernach mit unter die Sterne versetzet worden seyn, wo er noch jetzo der Capricornus oder Steinbock ist. Id. ib. c. 28. Als sonst Tpphon dem Jupiter die Nerven ausgeschnitten und in einer Bärenhaut in der coricpschen Höhle in Cilicien verstecket hatte, so half er dem Mercurius sie da weg stehlen, und dem Jupiter wiederum anmachen. Apollod. lib. I. c. 6. §. 3. Uebrigens wird er für der Lateiner Splvanus gehalten, Plutarch. ap. Voss. Etymol. in Faustus. und von oben her als ein Mensch, von unten aber wie eine Ziege gebildet. Lucian. ibid. Ob es aber dergleichen Thiere gebe, die insonderheit des Nachts auf dem Berge Atlas in Africa ihr Unwesen haben, Plin. Hst. nat. lib. V. c. 1. daran wird billig gezweifelt.

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AEGIS, ĭdos, Gr. Ἀιγὶς, ίδος, war ein ganz ungeheueres Thier, welches die Erde hervor brachte. Es spie aus seinem Rachen lauter Feuer, und verbrannte damit ganz Phrygien. Von da wendete es sich auf den Berg Caucasus und verbrannte dessen Wälder bis in Indien hinein, lenkete sich aber so dann wieder an das Meer und setzete den Libanon in Brand, verheerete ferner Aegypten und Libyen, bis es als ein Blitz auf die ceraunischen Gebirge fiel. Dieses Wunderthier erlegete endlich Minerva durch ihre Stärke und Klugheit, und machete sich aus dessen Haut einen Brustharnisch, welcher so wohl wider alle Gewalt, als auch zu einem Denkmaale dieser ihrer so besondern That dienete. Diod. Sic. lib. III. c. 70. Sie setzete nachher auch ders Medusa Kopf darauf, Serv. ad Virg Aen. VIII. 435. und bedienete sie sich nicht nur dergleichen, sondern auch Jupiter selbst, wie nicht weniger Juno und andere Götter mehr, Cerda ad Virgil. l. c. von denen aber Jupiters seiner insonderheit von dem Felle der Aega gemachet war. wie unter dem Titel Aega beygebracht worden. Es heißt aber alle dergleichen Verwahrung bey den Göttern, Aegis, die bey den Menschen Lorica genannt wird, Serv. ad Virg. l. c. und wird insgemein von einer schuppichten Drachenhaut gebildet, Taubm. ad eumd. l. c. wie sonst etwan die alten Schuppenpanzer gewesen sind. Cerda ad Virg. Aen. IX. v. 707. Virgil saget Aen. VIII. 435. die Cyklopen hätten die fürchterliche Aegis, der aufgebrachten Pallas Waffen, um die Wette mit Schlangenschuppen und Golde gezieret, so wie auch die in einander gewickelten Schlangen und selbst den auf der Brust der Göttinn befindlichen abgehauenen Medusenkopf, der noch die Augen verdrehete. Beym Homer, Iliad. V. 736. wo sich Minerva zum Kriege rüstet, bedecket sie sich die Schulter mit der schrecklichen Aegis, von welcher hundert goldene Quasten hängen, und um welche allenthalben Furcht schwebet. Auf derselben aber sitzt Zwietracht, Streitsucht, Blutdurft,

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und in der Mitte der Gorgonenkopf, der gräuliche Kopf des scheußlichen Ungeheuers, dessen Anblick man nicht ausstehen kann, das erstaunliche Wunder des Jupiters Aegiochus.