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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
AEGÊVS bis AEGINAEA (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis AEGÊVS, ëi, Gr. Ἀιγεὺς, έως, ( Tab. XXIX.) Pandions II, Königes zu Athen, Sohn, Pausan. Attic. c. 5. folgete A.M. 2668 seinem Vater, Voss. Hist. Univ. p. 9. und, weil er den Androgeus, des Minos II, Königes in Creta Sohn, aus geschöpftem Argwohne wider ihn hinrichten lassen, Diod. Sic. l. IV. c. 62. so

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wurde er endlich durch Hunger und Pest gezwungen, dem Minos zur Genugthuung alle 7 Jahre 7 Knaben und 7 Mägdchen nach Creta zu senden, woselbst sie denn von dem Minotaurus elendiglich gefressen wurden. Apollod. lib. III. c. 14. §. 8. & Diod. Sic. l. c. c. 63. itemque Hygin. Fab. 41. Als aber endlich auch seinen Sohn, den Theseus, das Looß traf, so brachte solcher durch Beyhülfe der Ariadne, des Minos Tochter, den Minotaurus selbst um; und führete Ariadnen mit sich hinweg. Er verlor solche unterwegens, und vergaß daher vor Kummer die schwarzen Segel von dem Schiffe abzunehmen, welche die Athenienser zu führen pflegten, wenn sie den so schmerzlichen Tribut nach Creta schicken mußten. Aegeus meynete also nicht anders, als sein Sohn wäre umgekommen, und stürzete sich daher ms Meer, ehe noch das Schiff näher kam, und er die wahre Beschaffenheit der Dinge erfahren konnte. Diod. Sic. l. c. & Pausan. Att. c. 22. Dieses Meer bekam denn davon den Namen, und wurde das ägäische genannt, Hygin. Fab. 43. & Serv. ad Virgil. Aen. III. v. 74. er selbst aber für einen Sohn des Neptuns gehalten. Vossii Theol. Gent. lib. I. c. 15. Die Tragödien, welche Sophokles Fabric. Biblioth. Gr. lib. II. c. 17. §. 3. und Euripides Id. ibid. c. 18. §. 3. von ihm geschrieben, sind vorlängst verloren gegangen.
 
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AEGIĂLE, es, Gr. Ἀιγιάλη, ης, ist nach einigen eine von den drey Gratien, deren Schwestern die Pasithea und Euphrosyne seyn sollen, die aber andere insgesammt auch anders nennen. Nat. Comes Mythol lib. IV. c. 15.
 
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AEGIĂLE, es, ist nach einigen Dict. Cret. lib. VI. c. 2. so viel, als Aegialea, des Diomedes Gemahlinn, von der so gleich ein mehreres folget.
 
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AEGIALEA, æ, Gr. Ἀιγιάλεια, ας, ( Tab. XXV.) des Adrastus, Königes zu Argos, oder, nach andern, des Aegialens, Tochter und Gemahlinn des Diomedes. Apollod. lib. I. c. 8. §. 6. Sie führete ein solch unordentliches Leben, daß auch Ovidius dem Ibis eine Frau wünschet, die nicht keuscher sey.

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v. 349. Man will, es soll ihr Venus, diese Neigung eingegeben haben, um sich dadurch an dem Diomedes wegen der Wunde zu rächen, die er ihr zugefüget hatte. Salvag. ad h. l. Nach andern beredete sie Oeax, des Nauplius Sohn, als ob ihr Gemahl eine andere an ihrer Stelle mit von Troja bringe. Dictys Cret. lib. VI. c. 2. Er brachte sie damit so weit, daß sie nicht nur den Kometes, des Stheneleus Sohn, an des Diomedes Stelle erkiesete; sondern, da dieser von Troja zurück kam, ihn selbst würde aus dem Wege geräumet haben, wenn er sich nicht noch zu dem Altare der argivischen Juno geflüchtet hätte. Tzetzes ap. An. Fabram ad Dict. l. c. Indessen mußte er doch mit seinen Leuten von Argos wieder hinweg, und ließ sich endlich nach vielen Umschweifen in Italien nieder, wie hernach unter Diomedes wird gesaget werden.
 
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AEGIĂLÊVS, ëi, Gr. Ἀιγιαλεὺς, έως, ( Tab. XXV.) des Adrastus Sohn, gieng unter den Epigonen mit vor Theben. Weil aber sein Vater in dem ersten Zuge mit dem Leben davon gekommen war, so mußte er mit dem seinigen dafür bezahlen; wie er denn von dem Laodamas, des Eteokles Sohne, bey einem Ausfalle erleget wurde. Apollod. lib. III. c. 7. §. 23. & Hygin. Fab. 71.
 
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AEGIĂLÊVS, ëi, ( Tab. VI.) ist nach einigen des Aeetes, Königes in Colchis, Sohn, Diodor. Sic. lib. IV. c. 46. welcher sonst insgemein Absyrtus genannt wird. Muncker. ad Hygin. Fab. 73.
 
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AEGIĂLÊVS, ëi, ( Tab. XVIII.) des Inachus und der Melissa Sohn, starb zwar ohne Kinder, und folgete daher seinem Vater sein Bruder, Phoroneus, in der Regierung; jedoch bekam die Landschaft, die er als König regieret hatte, von ihm den Namen Aegialea, Apollod. lib. II. c. 1. §. 1. Cf. Steph. Byz. in Ἀιγιαλός, welche das heutige Morea ist.
 
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AEGIĂLÊVS, ëi, erster König zu Sicyon, der nicht allein die Stadt Aegialea erbauete; sondern auch selbst der Landschaft von sich den Namen Aegialus gab. Ihm soll sein Sohn Europs in der Regierung gefolget seyn. Pausan. Corinth. c. 5. & Achaic. c. 1.

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Doch halten einige Gelehrte ihn und alle sicyonische Könige für erdichtet. Marsham. Can. Chron. προκατασκ p. 16. & Secul. XIII. p. 353. it. Mascamp. Instit. Histor. P. I. lib. II. c. 1. §. 5.
 
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AEGIMIVS, ii, König der Dorienser, der von den Lapithen überfallen wurde; und, als er den Herkules um Hülfe rufen mußte, so both er solchem den dritten Theil seines Landes dafür an, welches ihm denn Herkules für die Seinigen aufzuheben wieder anvertrauete, als sie die Lapithen glücklich geschlagen hatten Diodor Sie lib. IV. c. 38.
 
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AEGÍNA, æ, Gr. Ἄιγινα, ης, ( Tab. XXIV.) eine von des Asopus vielen Töchtern, welche Jupiter entführete und mit ihr den Aeakus zeugete. Als ihr Vater sie unter andern auch zu Corinth suchete, so erfuhr er von dem Sisyphus, wer ihr Räuber gewesen; und, da er nicht abließ, sie ferner zu verfolgen, so schlug ihn Jupiter endlich mit seinem Blitze, daß er wieder umkehren mußte, und da er eigentlich ein Fluß war, von da an immer Kohlen mit sich führete. Inzwischen wurde Aegina in die Insel Oenone gebracht, die von ihr aber auch den Namen Aegina bekam. Apollod. lib. III. c. II. §. 6. Cf. Steph. Byz. in Ἄιγιναι. Einige wollen, Jupiter habe sich in Feuer verwandelt, als er mit ihr zu thun gehabt; Ovid. Metam. VI. 113. und wiederum andere geben sie nicht so wohl für des Aeakus Mutter, als Gemahlinn, aus, mit der er den Telamon gezeuget haben soll. Orph. Argon. v. 184. Nachher heurathete sie Actor, Myrmidons Sohn. S. dess. Art. Uebrigens ist besagte Insel Aegina das jetzige Engia in dem davon benannten Golfo di Engia zwischen Morea und dem ehemaligen Attica.
 
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AEGINAEA, æ, Gr. Ἀιγιναία, ας, ein Beynamen der Diana, unter welchem sie ihren besondern Tempel zu Sparta hatte. Pausan. Lacon. c. 14.