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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
AEGA bis AEGIĂLÊVS (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis AEGA, æ, Gr. Αἴγη, ης, ( Tab. XIII.) Olens Tochter, erzog mit ihrer Schwester, der Helice, den Jupiter, und wurde dafür von ihm hernach mit unter die Sterne versetzet. So hatte auch die Stadt Aega in Aemonien von ihr den Namen. Andere geben sie für eine Tochter der Sonne aus; und da die Titanen den Himmel stürmeten, so wurden sie durch deren Glanz dermaßen erschrecket, daß sie ihre Mutter, die Erde, bathen, solche zu verfinstern, welche sie denn auch in eine ihrer Höhlen verborgen haben soll, worauf sie erst Jupiters Amme geworden. Noch andere melden, sie sey Pans Gemahlinn gewesen, mit der aber Jupiter auch zu thun gehabt, und einen Sohn, den Aegipan, gezeuget habe. Hygin. Astron. Poet. lib. II. c. 13. Ob sie nun gleich der Sonnen Tochter gewesen, so halten doch einige sie zugleich für eine Ziege, und zwar von so schrecklicher Gestalt, daß sich die Titanen vor ihr entsetzet; und da ihre Mutter sie in einer Höhle in Creta verborgen, so habe Amalthea mit deren Milch den Jupiter erzogen, der auch hernach ihr Fell statt seines Schildes gebrauchet, weil kein Gewehr durch selbiges gegangen. Zur Dankbarkeit dafür hat er sie unter die Sterne gesetzet, wo sie denn noch die Ziege auf dem Rücken des Fuhrmannes seyn soll. Eratosthen. Catasterism. 13.
 
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AEGAEON, onis, Gr. Ἀιγαίων, ωνος, ( Tab. II.) des Cölus und der Erde, Hesiod. Theog. v. 149. oder auch der Erde und des Pontus Sohn, Eumelus apud Schol. Apollon. ad lib. I. v. 1165. stund dem Jupiter wider die Riesen bey; oder, da ihn Juno, Pallas, Neptun und die übrigen Götter gefangen genommen, machte ihn Thetis durch diesen Aegäon von seinen Banden wieder los. Serv. ad Virg. Aen. VI. v. 287. Doch wollen auch einige, er sey mit wider den Jupiter gewesen, und von ihm mit dem Donner erleget worden. Virg. Aen. X. v. 567. & Serv. ad Virg. l. c. Hingegen geben noch andere vor, Neptun habe ihn überwunden und im Meere ersäuft;

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Conon ap. Gyrald. Synt. V. p. 171. und wiederum andere schreiben, Neptun habe ihn zu seinem Eydame gemachet, und seine Tochter, Cymopolia, zur Gemahlinn gegeben; Hsiod. l. c. v. 817. daher ihn auch einige zu einem von den Meergöttern machen, Ovid. Metam. L. II. v. 10. & Gyrald. l. c. wofern solches nicht ein anderer Aegäon seyn soll. Er hatte aber diesen Namen Aegäon nur bey den Menschen, und wurde von den Göttern Briareus genannt. Homer. Il. A. v. 403. cf. Serv. l. c. Man giebt ihn für einen ungeheuren Riesen aus, der hundert Arme, Virgil Aen. X. v. 565. und funfzig, oder, nach einigen, gar hundert Köpfe hatte, aus deren Rachen er Feuer spie. Servius & Taubman. ad Virg. Aen. VI. v. 287. Er war zum Hüter in dem Eingange der Hölle bestellet, damit die Titanen sich nicht etwan von ihren Banden los machen, und den andern, die sich in dasiger Gegend befanden, Schaden thun möchten. Taubman. ibid.
 
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AEGAEON, ónis, ( Tab. XIX.) einer von des Königes in Arcadien, Lykaons, 50 Söhnen, welche Jupiter endlich, ihrer übermachten Bosheit halber, mit dem Blitze erschlug und verbrannte. Apollod. lib. III. c. 8. §. 1.
 
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AEGAEVS, i, Gr. Ἀιγαῖος, ου, ein Beynamen des Neptuns, welchen ervon der Stadt Aegis in Euböa führete, bey welcher er seinen besonderen Tempel hatte, der auf einem hohen Berge lag, und sonst auch eine Stadt um sich gehabt hatte, die aber mit der Zeit wieder vergangen war. Strabo lib. IX. p. m. 737. Conf. Gyrald. Synt. V. p. 163.
 
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AEGEÓNEVS, ëi, Gr. Ἀιγεωνεὺς, έως, ( Tab. XXXI.) einer von des Priamus vielen Söhnen, doch nicht von der rechten Gemahlinn, der Hecuba. Apollod. lib. III. c. 2. §. 5.
 
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AEGERIA, æ, sieh Egeria.
 
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AEGÊVS, ëi, Gr. Ἀιγεὺς, έως, ( Tab. XXIX.) Pandions II, Königes zu Athen, Sohn, Pausan. Attic. c. 5. folgete A.M. 2668 seinem Vater, Voss. Hist. Univ. p. 9. und, weil er den Androgeus, des Minos II, Königes in Creta Sohn, aus geschöpftem Argwohne wider ihn hinrichten lassen, Diod. Sic. l. IV. c. 62. so

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wurde er endlich durch Hunger und Pest gezwungen, dem Minos zur Genugthuung alle 7 Jahre 7 Knaben und 7 Mägdchen nach Creta zu senden, woselbst sie denn von dem Minotaurus elendiglich gefressen wurden. Apollod. lib. III. c. 14. §. 8. & Diod. Sic. l. c. c. 63. itemque Hygin. Fab. 41. Als aber endlich auch seinen Sohn, den Theseus, das Looß traf, so brachte solcher durch Beyhülfe der Ariadne, des Minos Tochter, den Minotaurus selbst um; und führete Ariadnen mit sich hinweg. Er verlor solche unterwegens, und vergaß daher vor Kummer die schwarzen Segel von dem Schiffe abzunehmen, welche die Athenienser zu führen pflegten, wenn sie den so schmerzlichen Tribut nach Creta schicken mußten. Aegeus meynete also nicht anders, als sein Sohn wäre umgekommen, und stürzete sich daher ms Meer, ehe noch das Schiff näher kam, und er die wahre Beschaffenheit der Dinge erfahren konnte. Diod. Sic. l. c. & Pausan. Att. c. 22. Dieses Meer bekam denn davon den Namen, und wurde das ägäische genannt, Hygin. Fab. 43. & Serv. ad Virgil. Aen. III. v. 74. er selbst aber für einen Sohn des Neptuns gehalten. Vossii Theol. Gent. lib. I. c. 15. Die Tragödien, welche Sophokles Fabric. Biblioth. Gr. lib. II. c. 17. §. 3. und Euripides Id. ibid. c. 18. §. 3. von ihm geschrieben, sind vorlängst verloren gegangen.
 
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AEGIĂLE, es, Gr. Ἀιγιάλη, ης, ist nach einigen eine von den drey Gratien, deren Schwestern die Pasithea und Euphrosyne seyn sollen, die aber andere insgesammt auch anders nennen. Nat. Comes Mythol lib. IV. c. 15.
 
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AEGIĂLE, es, ist nach einigen Dict. Cret. lib. VI. c. 2. so viel, als Aegialea, des Diomedes Gemahlinn, von der so gleich ein mehreres folget.
 
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AEGIALEA, æ, Gr. Ἀιγιάλεια, ας, ( Tab. XXV.) des Adrastus, Königes zu Argos, oder, nach andern, des Aegialens, Tochter und Gemahlinn des Diomedes. Apollod. lib. I. c. 8. §. 6. Sie führete ein solch unordentliches Leben, daß auch Ovidius dem Ibis eine Frau wünschet, die nicht keuscher sey.

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v. 349. Man will, es soll ihr Venus, diese Neigung eingegeben haben, um sich dadurch an dem Diomedes wegen der Wunde zu rächen, die er ihr zugefüget hatte. Salvag. ad h. l. Nach andern beredete sie Oeax, des Nauplius Sohn, als ob ihr Gemahl eine andere an ihrer Stelle mit von Troja bringe. Dictys Cret. lib. VI. c. 2. Er brachte sie damit so weit, daß sie nicht nur den Kometes, des Stheneleus Sohn, an des Diomedes Stelle erkiesete; sondern, da dieser von Troja zurück kam, ihn selbst würde aus dem Wege geräumet haben, wenn er sich nicht noch zu dem Altare der argivischen Juno geflüchtet hätte. Tzetzes ap. An. Fabram ad Dict. l. c. Indessen mußte er doch mit seinen Leuten von Argos wieder hinweg, und ließ sich endlich nach vielen Umschweifen in Italien nieder, wie hernach unter Diomedes wird gesaget werden.
 
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AEGIĂLÊVS, ëi, Gr. Ἀιγιαλεὺς, έως, ( Tab. XXV.) des Adrastus Sohn, gieng unter den Epigonen mit vor Theben. Weil aber sein Vater in dem ersten Zuge mit dem Leben davon gekommen war, so mußte er mit dem seinigen dafür bezahlen; wie er denn von dem Laodamas, des Eteokles Sohne, bey einem Ausfalle erleget wurde. Apollod. lib. III. c. 7. §. 23. & Hygin. Fab. 71.