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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
ADÝTE bis AEÉTES (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis ADÝTE, es, Gr. Ἀδύτη, ης, ( Tab. XVIII.) eine von des Danaus 50 Töchtern,

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die, nach dem Exempel ihrer Schwestern und Befehle ihres Vaters, ihren Bräutigam, den Menalkas, einen von den 50 Söhnen des Aegyptus, in der ersten Hochzeitnacht umbrachte. Apollodor. lib. II. c. 1. §. 5.
 
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AEACIDES, is, so wurden oftmals Peleus, Achilles, Pyrrhus, und alle diejenigen genannt, die vom Aeacus herstammeten. Man bemerket, daß alle Aeaciden eines gewaltsamen Todes gestorben. Pausan. in Corinth. p. 139.
 
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AEACVS, i, Gr. Ἄιακος, ου, ( Tab. X.) Jupiters und der Europa, Diodor. ap. Gyrald. Syntagm. VII. p. 216. oder vielmehr der Aegina, einer Tochter des Asopus, Sohn, wurde in der von seiner Mutter benannten Insel, Aegina, geboren, als wohin dieselbe Jupiter von Phlius entführet hatte. Id. lib. IV. c. 74. Es hieß sonst solche Insel vorher Oenone, Apollod. lib. III. c. 11. §. 6 und wurde Aeacus endlich auch König darüber, Diod. Sic. l. c. wobey er sich dermaßen fromm und gerecht erwies, daß, als Griechenland mit einer großen Dürre und Hungersnoth befallen wurde, das Orakel zur Antwort gab, es werde selbige nicht eher aufhören, als bis Aeacus die Götter um deren Abwendung bitte; welches auch erfolgete, als er solches that. Apollod. l. c. Er brachte dem panhellenischen Jupiter Opfer, und so gleich fiel ein starker Regen. Die Aegineten errichteten ihm deswegen ein Denkmaal, Namens Aeaceum, worinnen sich die Bildsäulen aller Abgeordneten von ganz Griechenland befanden, die deswegen versammlet waren. Pausan. Cor c. 29. p. 139. Weil aber Juno den Handel mit seiner Mutter nicht anders, als mit eifersüchtigen Augen, ansehen konnte; so ließ sie endlich ihren Zorn auch über den guten Aeacus aus, indem sie eine ungeheure Schlange abschickete, welche das Wasser in Aegina dergestalt vergiftete, daß alle, die daraus tranken, davon umkamen. Auf solche Art wurde Aeacus aller seiner Unterthanen beraubet, und bath also den Jupiter, er möchte ihn entweder auch hinnehmen, oder seiner Insel andere Einwohner geben. Indem er nun

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ungefähr einen großen Haufen Ameisen an einer alten Eiche gewahr wurde, so wünschete er sich so viele Unterthanen, als solcher Ameisen da wären. Jupiter erhörete ihn, und machete aus besagten Ameisen lauter Menschen. Es bekam daher Aeacus nicht nur wieder Unterthanen, sondern auch lauter solche Leute darzu, die ihr ehemaliges arbeitsames Wesen auch nach ihrer Verwandelung behielten. Ovid. Metam. VII. 523. & Hyg. Fab. 52. Als er nach der Zeit endlich starb, so wurde er um seiner Gerechtigkeit willen zu dem dritten höllischen Richter gemachet, und zwar richtete er insonderheit die Europäer, wie Rhadamanthus die aus Asien, Plato ap. Gyr. l. c. wobey er noch die Ehre hatte, daß ihm Pluto selbst seine Schlüssel anvertrauete. Apollod. l. c. Er wurde daher auch mit der Zeit so wohl zu Athen, als vornehmlich in der Insel Aegina, als ein Halbgott verehret, indem er dort seinen Tempel auf Befehl des Orakels bekam; Herod. Terps. c. 89. p. m. 317. hier aber ihm dergleichen von den gesammten Griechen errichtet wurde. Isocrates in Evagora, p. m. 211. Seine Gemahlinn war des Centauren Chirons Tochter, Endeis, mit welcher er den Peleus und Telamon zeugete: jedoch hatte er seine Liebeshändel auch noch mit der Psammathe, einer Nymphe des Nereus, und der Doris Tochter, von der er den Phocus bekam. Weil er aber diesen, seiner Tugenden halber mehr, als jene, liebete, Anton. I. iberal. c. 38. und die eifersüchtige Endeis sie vielleicht aufhetzete, Pausan. Corinth. c. 29. p. 140. so luden ihn besagte seine beyden Stiefbrüder auf ein Spiel mit der Wurfscheibe ein, welche Telamon so warf, daß er den Phocus dadurch tödtete. Telamon wollte sich zwar rechtfertigen, daß solches ganz von ungefähr geschehen: Diod. Sic. l. c. allein, weil es ihm damit nicht gelang, so mußten sie beyderseits ihr Vaterland meiden, da denn Telamon nach Salamin schiffete, Peleus aber seine Zuflucht zum Eurytion in Phthia nahm. Pausan. Apollod. & Hygin. ll. cc. Seine Fabel soll unter andern bemerken, daß frommer und gerechter

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Leute Gebeth oft ganzen Ländern helfe; Nat. Com. lib. III. c. 9. und was die Verwandelung der Ameisen in Menschen anbetrifft, so wollen einige, die Insel Aegina sey ganz leer von Leuten gewesen, weil die Seeräuber oft auf dieselbe ausgestiegen, und was sie da angetroffen, mit sich hinweg geführet hätten, wogegen sich die übrigen ihrer Sicherheit halber, wie die Ameisen, in Höhlen unter der Erde verkrochen. Als aber Aeacus solche endlich bewaffnet und ihren Feinden entgegen gestellet, diese sie auch hernach mit Frieden lassen müssen, so sey die Insel solchergestalt gar bald ziemlich bevölkert worden, und habe man vorgegeben, die Ameisen wären in Menschen verwandelt worden. Theagenes & Tzetz. ap. eumd. l. c. Jedoch wollen andere damit nur auf die Natur der Einwohner sehen, welche stets in der Erde gearbeitet, um in der steinichten Insel so viel Land zu gewinnen, als für sie zum Ackerbaue hinreichete; wobey sie denn selbst nur in Höhlen und Klüften gewohnet. Strabo lib. VIII. p. m. 683. Noch andere wollen, es hätten solche Leute anfangs nur, wie die Ameisen, von demjenigen gelebet, was die Erde von sich selbst hervorgebracht, welches sie denn in ihre Höhlen zusammen geschleppet, und darinnen verzehret, ohne sich um einigen Ackerbau, Handlung und dergleichen zu bekümmern, welches ihnen aber alles Aeacus hernach anders gewiesen, und sie also gleichsam aus Ameisen zu rechten Menschen gemachet habe. ap. Nat. Com. l. c. Daß er aber mit dem Moses einerley seyn soll, weil die Aegina keine andere gewesen, als die Thermuthis, Aeacus sehr fromm gelebet, beym Richten einen Stab halte, Regen und wohlfeile Zeit, wie Moses Wasser, Manna und Wachteln vom Himmel erhalten, ihm auch keines von seinen Kindern in der Regierung gefolget, und endlich dessen Grab, wie des Moses, für ein Geheimniß gehalten worden, Huet. D. E. Propos. IV. c. 8. §. 13. mag glauben, wer da will. Wenigstens scheinen die Deutungen ziemlich gezwungen zu seyn.

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AEANTIS, idis, sieh Aiantis.
 
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AECAEVS, einer von den vielen Freyern der Helena, Hygin. Fab. 81. der aber besser Ancäus genannt wird. Muncker. ad eumd. l. c.
 
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AECHMAGŎRAS, æ, Gr. Ἀιχμαγόρας, ου, ( Tab. XVII.) des Herkules Sohn, welchen er mit der Phillone, eines vornehmen Arkadiers, Alcimedons Tochter zeugete. Als nun ihr Vater dieselbe hernachmals mit sammt dem Kinde gebunden auf dem nächsten Berge den wilden Thieren vorwerfen ließ, so traf sie Herkules ungefähr beyderseits in solchem Zustande an, da er sie denn frey machete. Er war durch das Geschrey einer Aelster, welche des Kindes Stimme nachmachete, dahin gelocket worden, und nennete den nächsten Brunnen darbey zum Andenken Cissam, welches im Griechischen bemeldeten Vogel bedeutet. Pausan. Arcad. c. 12.
 
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AËDON, ŏnis, Gr. Ἀηδὼν, όνος, ein Beynamen der Minerva, welchen ihr die Pamphylier ehemals gegeben. Er heißt so viel, als eine Nachtigall. Hesych. in Ἀηδὼν, s. pag. 31. doch weis man nicht, woher, oder warum sie diese Göttinn also genennet haben. Gyrald. Syntagm. XI. p. 353.
 
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AËDON, ŏnis, des Pandareus Tochter, lebete mit ihrem Manne, dem Polytechnus, in so vergnüglicher Ehe, daß sie sich dem Jupiter und der Juno selbst vorzogen. Weil aber solches diese Göttinn ungemein verdroß, so schickete sie die Eris ab, welche ihnen eingab, daß sie sich in einen Wettstreit einließen, wer am ersten mit seinem Kunststücke, er nämlich mit einem Stuhle, und sie mit einem Gewebe, fertig werden könnte, und wer verspielte, sollte dem andern eine Sklavinn zur Strafe geben. Da nun die Aedon gewann, so machete sich Polytechnus zu seinem Schwiegervater, und beredete solchen, als ob die Aedon ein inniges Verlangen trüge, ihre Schwester, Chelidonis, einmal wieder zu sehen. Pandareus glaubete seinen Worten, und gab sie ihm daher mit. Unterwegens aber that ihr Polytechnus Gewalt an, und drohete, sie zu ermorden, wo sie sagen würde, wer sie

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wäre, oder was ihr wiederfahren. Er brachte sie also zu ihrer Schwester, die sie nicht mehr kannte, und gab sie derselben zur Sklavinn, welches auch die se aus Furcht vor dem Pandareus geschehen ließ. Als sie aber doch dereinst ihr Unglück bey einem Brunnen allein beklagte, so wurde sie von der Aedon behorchet und, nachdem sie also einander erkannt, so fasseten sie den Entschluß, sich an dem Polytechnus zu rächen. Sie nahmen daher dessen mit der Aedon erzeugeten Sohn, zerstücketen ihn, kocheten ihn, und gaben ihn dem Polytechnus zu verzehren, worauf sie sich beyderseits wieder zu ihrem Vater, aus der Gegend Ephesus nach Colophon flüchteten. Als Polytechnus darauf erfuhr, was er gegessen hatte, so verfolgete er beyde bis zu ihrem Vater, wurde aber hieselbst von dessen Leuten gefangen genommen, gebunden, mit Honige bestrichen, und also den Fliegen vorgeworfen. Indessen ließ sich doch Aedon, aus ehemaliger Liebe zu ihm, wieder bewegen, solches Ungeziefer von ihm abzuhalten; und, als sie ihr Vater und Bruder deshalber hinrichten wollten, so verwandelte Jupiter den Pandareus in einen Meeradler, dessen Frau in einen Eisvogel, den Polytechnus in einen Pelican, der Aedon Bruder in einen Wiedehopf, sie selbst in eine Nachtigall, und ihre Schwester in eine Schwalbe. Boeus ap. Anton. Liberal. Metam. c. XI.
 
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AEDONÊVS sieh hernach Ἀιδωνεὺς.
 
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AEÉTA, oder
 
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AEÉTES, æ, Græc. Ἀιήτης, ου, ( Tab. VI.) des Helius oder der Sonne, und der Perseis, Apollod. lib. I. c. 9. §. 1. oder der Persa, Hygin. Præf. II. oder auch, nach noch andern, der Antiope, Schol. Pind. ad Ol. Od. 13. ap. Muncker. ad Hygin. l. c. Sohn, war König in Colchis, als Phrixus mit dem goldenen Vliesse dahin kam, mit dem er sich sowohl bey ihm einzuschmeicheln wußte, daß er ihm endlich auch seine Tochter, Chalciope, zur Gemahlinn gab. Er wiedmete darauf gedachtes goldene Vließ dem Mars, und ließ es in dessen Hayne mit Nägeln fest an eine Eiche machen, Apollod. l. c. damit es ihm nicht wieder entwendet würde. Da ihm nun

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auch das Orakel gesaget, daß er alsdenn selbst würde sterben müssen, so ließ er nicht allein den Ort mit einer Mauer einfassen, sondern setzete auch eine starke Wache von Soldaten aus Taurica, mit einem Hauptmanne, der Draco hieß, darzu; woher denn die Griechen hernachmals die Fabel genommen, daß solches goldene Vließ von feuerspeyenden Ochsen und einem ungeheuren Drachen bewahret worden. Diodor. Sicul. lib. IV. c. 48. Als nach der Zeit Jason mit den Argonauten zu ihm kam, und das goldene Vließ wieder forderte, so versprach er, es ihm zu geben, wenn er allein bemeldete Ochsen in das Joch gespannet, damit geackert, und des castalischen Drachen Zähne, wovon er einen Theil hatte, würde gesäet haben. Allein, ungeachtet er solches alles durch die Medea, des Aeetes Tochter, die sich in den Jason verliebet hatte, ins Werk setzete, so wollte dennoch Aeetes sein Wort nicht halten, sondern dachte vielmehr, der Argonauten Schiff anzustecken, und sie alsdann insgesammt hinzurichten. Jedoch auch diesem kam Jason durch der Medea Nachricht zuvor, und brachte nicht allein oft bemeldetes Vließ glücklich darvon, sondern entgieng auch nebst der Medea, und seinen übrigen Leuten des Aeetes Grausamkeit glücklich. Apollod. l. c. §. 23. & Val. Flacc. Arg. lib. VII. Dieser setzete ihnen zwar, nach einigen, in Person nach: indem er aber seines Sohnes, des Absyrtus, Glieder, welche Medea hin und her zerstreuet hatte, zusammen las und begrub, so entkam ihm Jason und Medea vollends. Apollod. ib. §. 24. Ihm war prophezeyet worden, ein Fremder würde ihm seine Krone und sein Leben nehmen; daher ließ er denn alle, die in sein Reich kamen, dem Mars aufopfern. Diodor. Sic. L. IV. c. 47. Dieses wiederfuhr auch dem Phrixus, aller versprochenen Sicherheit ungeachtet. Hygin. l. c. & Lactant. ad Stat. Theb. L. II. v. 281. Weil er nun ebenfalls den Argonauten Clytius erleget hatte: Hygin. Fab. 14. p. 43. so wollen einige, daß er noch mit den Argonauten am Ufer der See in ein hartes Gefecht gerathen, und unter Meleagers

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Anführung, unter seinen Leuten mit niedergemachet worden. Id. ib. c. 49. cf. Schol. Apollon. ad lib. IV. v. 223.