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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
ADMÉTO bis ADRASTÉA (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis ADMÉTO, us, ( Tab. III.) des Pontus und Maris oder der Thalassa Tochter, Hygin. Præf. p. 4. die aber mit vorhergehender Tochter des Oceans eine Nymphe zu seyn scheint. Muncker. adl. c.
 
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ADMÉTVS, i, Gr. Ἄδμητος, ου, ( Tab. XXV.) des Pheres Sohn, Apollodor. lib. 1. c. 8. §. 2. half in seiner Jugend das calydonische Schwein erlegen. Hygin. Fab. 173. Nachher gieng er unter den Argonauten mit nach Colchis, Id. Fab. 14. und wurde mit der Zeit König zu Pheris, Apollodor. l. c. c. 9. §. 15. da er denn den Pelias um dessen Tochter Alcestis ersuchte, der sie ihm zwar zu geben versprach, allein mit der Bedingung, wenn er einen Löwen und ein wildes Schwein vor einen Wagen spannen, und also zu ihm kommen würde. Wie er nun nicht wußte, auf was für Art er solches bewerkstelligen sollte, so half ihm Apollo aus seinem Zweifel, und er fand sich wieder bey dem Pelias vorgeschriebener Maßen ein. Er bekam die Alcestis. Allein, als er mit solcher des Abends zu Bette gehen wollte, so fand er einen ganzen Klumpen ungeheurer Drachen in der Brautkammer beysammen liegen, welche Diana dahin geschicket, weil er ihrer bey dem Opfer, das er den andern Göttern gebracht, vergessen hatte. Er besänftigte aber durch des Apollo Vermittelung solche Göttinn wieder, und lebete nachher mit seiner Gemahlinn in aller Zufriedenheit. Id. ibid. Fulgent. Mythol. lib. I. c. 27. & Eustath. ad Hom. Il. B. v. 714. Andere erzählen seine Vermählung mit dieser Prinzeßinn ganz anders. Sie sagen, als Alcestis mit ihren beyden Schwestern

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ihren Vater den Pelias, aus Betrug der Medea, hingerichtet, so habe sie ihrem Bruder, dem Acastus, zu entgehen, sich zu dem Admetus, als ihrem Befreundten, geflüchtet, der sie auch willig angenommen. Allein, als hernach Acastus ihn deshalber zu Pheris belagert, und ungefähr in seine Hände bekommen, so habe er ihn hinzurichten gedrohet, wo er nicht die Alcestis wieder ausliefere. Da er aber dennoch solches zu thun angestanden, so habe sich Alcestis ihrem Bruder selbst übergeben, worauf Admetus seiner Bande entlassen worden. Als er nun für ihr Leben höchst bekümmert gewesen, so sey ungefähr Herkules mit des Diomedes Pferden bey Pheris vorbey gegangen. Dieser habe des Admetus Bekümmerniß, und der Alcestis Gefahr vernommen, den Acastus angegriffen, ihn geschlagen, und die befreyete Alcestis dem Admetus wieder zugestellt. Palæphat. c. 41. Er mag sie aber erlanget haben, wie er wolle, so wurde er doch dergestalt von ihr geliebet, daß sie wil. ligst für ihn starb, als Apollo von den Parcen für ihn ausgewirket, daß, wenn seine Lebenszeit vorbey sey, und entweder eines von seinen Aeltern, oder auch seine Gemahlinn für ihn sterben wollte, er sein Leben noch länger behalten solle. Jedoch erlangete sie ihres auch wieder, weil entweder Proserpina sie aus Großmuth wieder aus dem Reiche der Todten entließ, oder auch Herkules sie dem Pluto mit Gewalt wieder nahm. Apollo dor. l. c. Daß aber Apollo den Admetus so liebete, kam daher, weil er entweder eine wirkliche Liebe zu ihm trug; Muretus ad Tibull. lib. II Eleg. 3. oder auch, als Apollo wegen Hinrichtung der Cyklopen eine Zeitlang den Himmel meiden, und auf der Erde einem Menschen dienen mußte, ihm Admetus, als einem Hirten seines Viehes, sehr gütig begegnete. Hygin. Fab. 50. Wie ihm aber obbesagte Löwen Apollo, das wilde Schwein hingegen Herkules gegeben, Fulgent. l. c. also deuten einige ersteres auf die Stärke des Gemüthes, oder die Klugheit, das andere aber auf die Stärke des Leibes, womit er die Alcestis erlanget.

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Masen. Spec. Ver. occ. c. XXIII. n. 34.
 
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ADOD, ein Namen, den die Phönicier dem Könige der Götter gaben und eben so viel ist, als Adad. S. oben.
 
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ADÓNÉVS, ëi, Gr. Ἀδωνεὺς, έως, ein Beynamen des Bacchus bey den Arabern, Auson. Epigramm. XXVIIII. v. 6. der einigen selbst von dem hebräischen Namen Gottes Adonai hergenommen zu seyn scheint. Gyrald. Syntagm. VIII. p. 290. Sie nannten auch die Sonne so, welcher sie täglich Weihrauch und andere Spezereyen opferten. Strabo L. XVI p. 911. Theophr. Hist. plant. L. IX. c. 4.
 
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ADONIA, orum. Trauerfeste, welche dem Adonis zu Ehren an verschie denen Orten gefeyret wurden. So bald der erste Tag derselben heran kam, legete die ganze Stadt Trauer an, und gab öffentliche Merkmaale der Betrübniß. Man hörete überall nur Heulen und Wehklagen. Die Weiber liefen mit zerstreuten Haaren oder geschornen Köpfen durch die Straßen und schlugen sich an die Brust. Zu Alexandria trug die Königinn oder vornehmste Frau in der Stadt das Bild des Adonis, in Begleitung der angesehensten Frauen mit Körben voller Kuchen, Schachteln voller Räuchwerk, allerhand Bluhmen, Früchten und Zweigen in den Händen, deren Zug andere Frauenspersonen mit kostbaren Teppichen beschlossen, auf welchen zwey mit Gold und Silber gestickte Betten, eins für die Venus und das andere für den Adonis, waren; welcher Umgang denn unter voller Musik geschah. Zu Athen stellete man, wenn die Zeit des Festes herbey gekommen war, an den öffentlichen Orten Bilder auf, welche einen in der Blüthe seiner Jahre sterbenden Jüngling vorstelleten. Diese holeten die in Trauer gekleideten Frauenspersonen weg, deren Leichenbegängniß zu begehen, wobey sie weineten und Trauerlieder sangen. Unter andern Ceremonien trug man auch Gefäße voll Erde mit darein gesäetem Getraide, Bluhmen, Kräutern, Früchten, jungen Bäumen und Lactnke, welche man Adonis Gärten nannte und zu Ende der Ceremonie als

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ein Opfer in die See oder in einen Brunnen warf. Diese Trauertage wurden für unglücklich gehalten, und es war eine übele Vorbedeutung, wenn in denselben etwas unternommen wurde. An dem letzten Tage des Festes verwandelte sich die Trauer in Freude, und ein jeder vergnügete sich über des Adonis Wiederauflebung oder Vergötterung. Nat. Com. L. V. c. 16. Diese Feyerlichkeit daurete acht Tage, und hieß der erste Theil derselben, wo man wehklagete, Aphanismus, der zweyte aber Hevresis, die Entdeckung. Banier Erläut. der Götterl. I Th. II B. 2 C. 390 S. II Band.
 
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ADONIS, idos, Gr. Ἄδωνις, ιδος, ( Tab. VI.)
 1 §. Name Diesen leiten einige von ἄδειν, sättigen, her, weil er das Samengetraide seyn soll, welches uns mit Brote und dergleichen sättige. Phurnut. de Nat. Deor. c. 28. Besser aber wird er von dem Ebräischen Adon hergeleitet, welches einen Herrn bedeutet, wovon auch Gott den Namen Adonai hat. Voss. Theol. Gentil. lib. II. cap. 4.
 2 §. Aeltern und Geburt. Nach einigen ist er des Cinyras, Königes in Cypern, und der Metharnes, nach andern des Phönix und der Alphesiböa, und nach den dritten, des Thoas, Königes in Assyrien, und der Myrrha Sohn gewesen. Apollodor. lib. III. c. 13. §. 14. Die gemeinste Meynung aber ist, daß Myrrha, des Cinyras und der Cenchreis Tochter, von der Venus aus Rache, weil ihre Mutter sich ihr an Schönheit vorgezogen, verleitet worden, daß sie sich in ihren leiblichen Vater verliebet habe; und da sie solcher Liebe nicht widerstehen können, sich aber auch selbige nicht wollen merken lassen, so habe sie sich selbst umbringen, und mit einem Stricke das Leben nehmen wollen. Ihre Amme aber, welche darzu gekommen, und endlich die Ursache solcher Verzweifelung mit großer Mühe erfahren, habe es dergestalt gekartet, daß endlich Myrrha, als ein fremdes Frauenzimmer, des Cinyras theilhaftig geworden. Als aber solcher gern wissen wollen, wer sie sey, und bey erhaltenem Lichte gesehen,

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daß sie seine eigene Tochter sey, so habe er sie zu ermorden getrachtet, und sie daher mit bloßem Schwerte bis in einen Wald, nach andern aber bis in eine Insel, und nach den dritten, bis in Arabien verfolget. Hieselbst sey sie endlich aus Erbarmung der Götter in einen Baum ihres Namens verwandelt worden, habe aber dennoch auch so noch zu ihrer Zeit den Adonis geboren. Ovid. Metam. lib. X. v. 298 sqq. & Lactantius Narrat. lib. X. Fab. 9. Conf. Regius ad Ovid. l. c. Einige geben hierbey vor, daß ihr Lucina geholfen; Ovid. l. c. andere aber, daß ein wildes Schwein den Baum aufgeritzet; Servius ad Virgil. Eclog. X. v. 18. und die dritten, daß Cinyras, ungeachtet er schon die seltsame Verwandelung derselben gesehen, dennoch aus Zorn und Rache noch mit dem Schwerte in dieselbe gehauen, und also eine Wunde gemachet, durch welche Adonis können geboren werden. Fulgent. Mythol. lib. III. c. 8.
 3 §. Auferziehung. Leben und Tod. So bald er geboren war, nahmen sich die Nymphen seiner an, und zogen ihn auf, Servius ad Virg. Eclog. X. v. 18. und, weil er ungemein schön war, so steckete ihn Venus, aus Liebe zu ihm, in einen Kasten, und setzete ihn also vor die Proserpina. So bald ihn diese nur erblickete, so wollte sie ihn auch für sich behalten; und, als es dießfalls zum Zanke, und von solchem zu Jupiters Entscheidung kam, so theilete er sich selbst, den einen Theil des Jahres zu, den andern der Proserpina, und den dritten der Venus, welchen Adonis bey einem jeden von ihnen seyn sollte. Allein, es wendete sich Adonis darauf selbst wieder von dem Jupiter ab, und widmete dessen Zeit auch der Venus. Apollodor. lib. III. c. 13. §. 4. Andere hingegen melden, daß Jupiter die Muse, Calliope, zur Richterinn gesetzet, welche ihn sechs Monate der Venus, und eben so lange der Proserpina zugesprochen. Hygin. Astron. lib. II. c. 7. & Schol. Theocr. ad Idyll. III. v. 48. Wenigstens liebete ihn erstere ganz besonders, und, weil er ein sonderbarer Liebhaber der Jagd war, so ermahnete

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sie ihn gar inständig, sich ja an keine grimmige Thiere zu machen. Ovid. Metam. lib. X. v. 560. seqq. & Lact. Nar. lib. X. Fab. 10. Weil aber Mars die Venus auch liebete, und daher nicht vertragen konnte, daß sie ihm den Adonis vorzog, so verwandelte er sich selbst in ein wildes Schwein, und stieß also demselben auf der Jagd auf, welcher denn durch dessen Erlegung eine sonderbare Ehre zu erlangen suchete, und sich folglich an ihn machete, allein, so empfangen wurde, daß er selbst mit dem Leben bezahlen mußte. Servius l. c. Als Venus solches erfuhr, so machete sie sich in größter Eile nach ihm zu, ihm annoch zu helfen. Wie aber solches zu spät war, so verwandelte sie ihn in eine Anemone: und, da sie sich selbst darbey in einem Rosenstrauche dergestalt ritzete, daß das Blut darnach gieng, so wurden die vormals weißen Rosen dadurch in rothe verwandelt. Ovid. Me tam. l. c. v. 716. seqq. & Regius ad eumd. v. 727. Wenigstens soll doch besagte Bluhme, die Anemone, aus dessen Blute hervor gewachsen seyn, Nic. ap. Schol. Theocr. ad Idyll. V. v. 92. wenn er ja nicht selbst in dieselbe verwandelt worden. Nach einigen liebete ihn auch Herkules, wofür Venus den Nessus zur Liebe gegen dessen Gemahlinn verleitete, und dem Herkules damit endlich sein schmähliges Ende zuzog. Ptol. Hephæst. lib. II. p. m. 309. Eben diese wollen auch wissen, daß nicht Mars, sondern Apollo, sich in das wilde Schwein verwandelt, das ihn umgebracht, weil Venus des Apollo Sohn, Erymanthus, des Gesichtes beraubet, da er sie ungefähr baden gesehen, nachdem sie ihre, Zusammenkunft mit solchem Adonis gehabt hatte. Id. lib. I. p. m. 306.
 4 §. Verehrung. Er hatte nicht allein seinen Tempel mit der Venus zugleich zu Amathunte in Cypern; Pausan. Bæot. c. 41. sondern es befand sich auch zu Argos unter dem Tempel des erhalters Jupiters eine Zelle, worinn ihn die Frauen zu gewisser Zeit beweineten. Id. Corinth. c. 19. So wurden ihm auch zu Ehren die Adonia gefeyret, und sonst mehr göttliche Ehre erwiesen;

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Nat. Comes lib. V. c. 16. wie er denn so gar von den Assyriern, Phöniciern, und auch von den abgöttischen Jüden unter dem Namen Thamuz vert ehret wurde. Gyrald. Syntagm. XIII. p. 412. itemque Io. Ludov. Vives ad Augustin. de C. D. lib. VI. c. 7. & Voss. Theol. Gent. lib. II. c. 4. Indessen aber achtete ihn doch Herkules keinesweges deren würdig. Denn als dieser dereinst zu Dio die Leute häufig aus seinem Tempel kommen sah, so wollte er auch in denselben gehen, und seine Andacht dem Gotte erweisen. Er fragete aber erst, wessen Tempel es sey; und da er hörete, daß es des Adonis seiner sey, so sagete er: οὐδὲν ἱερὸν, kein Tempel, und giengalso nicht in denselben. Schol. Theocr. ad Idyll. V. 21.
 5 §. Bildung. Er wird als ein schöner anmuthiger Jüngling vorgestellet, der hinter der Venus fleht, und den fliegenden Schweif ihrer Kleidung auf eine angenehme Art zusammen nimmt. Philostr. ap. Pom. Panth. P. I. p. 85. welches man aber beym Philostratus selbst nicht findet.
 6 §. Vermeynte wahre Historie. Einige wollen, daß unter ihm niemand, als Moses, verborgen stecke: Huetius Demonstrat. Evangel. Propos. IV. c. 3. §. 3. Hingegen ziehen andere alles auf eine eigentliche Historie und sagen, es habe sich Cynnor oder Cinyras einst ziemlich berauschet; und, als ihn Myrrha, seine Tochter, mit ihrem Sohne, dem Adonis, darauf in einer unziemlichen Stellung schlafen gefunden, so habe sie es ihrem Manne, dem Ammon, gesaget, der es dem Cinyras wieder hinterbracht. Dieser habe sich darüber dergestalt ereifert, daß er die Myrrha nebst ihrem Sohne verfluchet, und dadurch gemacht, daß sie sich beyde nach Arabien, mit der Zeit aber nach Aegypten begeben, und als Ammon gestorben, habe Adonis solches Reich überkommen. Hierbey habe er sich eifrigst angelegen seyn lassen, solches bestermaßen anzubauen, und dabey mit seiner Gemahlinn, der Assante, oder Isis, in größter Liebe und Einigkeit gelebet. Als er aber einst der Jagd auf dem Berge Libanon nachgegangen, sey er von einem wilden

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Schweine tödtlich verwundet worden, und, da das Geschrey davon nach Aegypten gekommen, so habe man ihn wirklich als todt beweinet. Indessen wurde er dennoch von dem Cocytus, einem guten Arzte, glücklich wieder curiret, und die Freude darüber, daß er noch lebete, war desto größer, so, daß man deren Andenken beyzubehalten ein besonderes Fest angestellet, in welchem man ihn erst als todt beklaget, hernach aber sich über ihn, als einen, der wied, lebendig geworden, höchst erfreuet bezeuget. Und da er hernach auch wirklich in einer Schlacht geblieben, so habe ibn Assante mit unter die Götter setzen lassen, Banier Entret. VII. ou P. I. p. 176. seq. unter welchen er denn eben der seyn soll, der anderwärts Osiris genannt wird. Marsham. Canon. Chron Secul. I. p. m. 31. & Voss. Theol. Gent. Eb. II. c. 10.
 7 §. Anderweitige Deutung. Einige deuten ihn auf den Samen des Getraides, der ungefähr die halbe Zeit des Jahres als todt unter der Erde liegt, die übrige aber als lebendig über der Erde sich befindet. Phurnut. de N.D. c. 28 & Schol. Theocr. ad Idyll. III. v. 48. Hingegen deuten ihn andere auf die Sonne, und deren Abwechselungen mit dem Sommer und Winter, da sie dort die obern Zeichen durchläuft, und also gleichsam beständig über der Erde ist, hier aber die untern 6 Zeichen durchgeht, und also gleichsam unter der Erde ist. Macrob. Saturnal. lib. I. c. 21. Daß ihn Venus geliebet, soll bemerken, daß die Geilheit gern der Schönheit nachgehe; und, wenn ihn ein wildes Schwein endlich erleget, soll es andeuten, daß die Venuslust endlich von dem Alter zernichtet werde, Masen. Spec. Verit. occul. c. XXIII. n. 6. oder auch Venusbübchen sich nicht auf die Jagd machen sollen, welche starke und beherzte Leute erfordere. Daß er auch in seiner ersten Jugend umgekommen, soll anzeigen, wie vergänglich des Menschen Schönheit sey; Omeis Mythol. in Adonis. und da hiernächst ehemals die wilden Thiere, die in seinen Tempel gekommen, so gleich zahm geworden, Ael. H. A. lib. XII. c. 23.

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soll andeuten, daß, wenn wilde Menschen in den Tempel des Adonis, das ist, der Sonne, oder, wie diese wieder gedeutet wird, der wahren Weisheit kommen, sie ihre Wildheit und Unart ablegen, dargegen aber zahm und wohl gesittet werden. Masen l. c.
 
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ADONIS, ein Fluß bey Byblus in Phönicien, der davon den Namen hat, daß man an oder in demselben des Adonis Wunden ausgewaschen. Weil nun dessen Wasser zu einer gewissen Jahreszeit von dem Sande roth wurde, den der Wind von dem Berge Libanon dahin führete, so bildete man sich ein, das Blut des Adonis verursachete diese Veränderung, und würde alle Jahre sichtbar, damit man sein Leichenfest anfangen möchte. Lucian. de Dea Syr. T. II. Opp. p. 658.
 
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ADRAMELECH, eine Gottheit der Sepharvaim, die sich anstatt der weggeführten Israeliten in Samaria niedergelassen hatten. Sie ließen ihre Kinder zu dessen und des Anamelechs, einer andern falschen Gottheit, Ehre, durch das Feuer gehen, oder verbrannten sie. Adramelech bedeutet einen großen und herrlichen, Anamelech aber einen gütigen König; und es scheint, daß sie auch wirklich alte einheimische Könige gewesen. Die Rabbinen sagen, man habe sie als Maulesel abgebildet, andere aber, man habe sie als Wachteln oder Phasanen vorgestellet. Glaublicher ist es, daß man unter dem ersten die Sonne, und unter dem andern den Mond verstanden. Calmet Dict. de la Bibl. unter diesen Art. Einige meynen, Adramelech sey Juno gewesen, weil er unter der Gestalt des Pfaues soll seyn verehret worden, welches aber nicht wahrscheinlich ist Ban. Erläut. der Götterl. II. Band. 469 S.
 
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ADRÁNVS, i, ein Abgott der Sicilianer, die ihm besonders die Stadt Adranum gewidmet hatten. Plutarch. in Vita Timol. c. 7. Er soll ein Vater der Paliker gewesen seyn, Hesych. in v. παλικοὶ p. 722. wofür man sonst den Jupiter ausgiebt; und man hält ihn mit dem Adramelech für einerley Person. Bochart. Chan. L. I. c. 28. Mehr als

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hundert ihm geweihete Hunde liebkoseten den Bürgern und Fremden, die sich seinem Tempel naheten, und dieneten bey der Nacht denjenigen zu Führern, die sich etwas betrunken hatten: sie zerrissen aber diejenigen, welche es ihrer Ruchlosigkeit wegen verdieneten.
 
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ADRASTA, æ, Oceans Tochter, Hygin. Fab. 181. die aber besser Adrastea genannt wird. Muncker. ad eumd. l. c.
 
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ADRASTÉA, æ, Gr. Ἀδράστεια, ας, ist so viel, als Nemesis, oder die Rach. göttinn, und hat ihren Namen entweder von dem α privativo und δράω, ich thue, weil sie nichts in ihrem Thun aufhalten kann; oder auch von διδράσκω, ich fliehe, weil ihr niemand zu entlaufen vermag. Hesych. in Ἀδράστεια. Conf. Gyrald. Synt. XVI. p. 466. & Voss. Etymol. in Nemus. Doch wollen auch einige sie von dem Könige Adrastus benannt wissen, weil solcher ihr zuerst einen Tempel errichtet habe. Strabo apud Gyrald l. c. & Steph. Byz. in Ἀδράστεια. Wenigstens stund ihre Statüe mit in dem Tempel des Apollo zu Cirrha. Pausan. Phoc. c. 37. Mehr von ihr steht unter dem Titel Nemesis.