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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
ADDEPHĂGVS bis ADOD (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis ADDEPHĂGVS, oder
 
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ADEPHĂGVS, i, Gr. Ἀδδηφάγος, s. Ἀδηφάγος, ου. ein Beynamen des Herkules, Gyrald. Syntagm. X. p. 330. welcher von ἀδδὴ,

[Bd. , Sp. 59]


oder ἀδὴ, viel, und φάγω, ich esse, so viel, als ein Vielfraß bedeutet. Er bekam solchen Namen insonderheit daher, daß, als er einst durch der Dryopen Land gieng, und ihm einer, Namens Thiadamas, mit einem Wagen begegnete, vor welchen er zween Ochsen gespannet hatte, er einen von solchen nahm, und auf eine Mahlzeit verzehrete. Apoll. lib. 2. c. 6. §. 7. So verzehrete er ein andermal auch einen ganzen Ochsen bey dem Coronus, so, daß er auch nicht einmal die Beine davon übrig ließ, Spanhem. ad Callim. Hymn. in Dian. v. 161. und mit dem Lepreus stellete er einst einen Wettstreit an, wer des andern Meister im Fressen sey, da er denn abermals einen ganzen Ochsen allein verzehrete. Nat. Comes lib. VII. c. I. p. 694.
 
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ADEÓNA, æ, eine Göttinn der Römer, welche sie anriefen, damit sie den Hinzugang zu einer Sache beglücken möchte. Augustin. de C. D. lib. IIII. c. 21. Sie hat den Namen von adeo, ich gehe hinzu, war aber übrigens eben so bekannt nicht.
 
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ADES, oder HADES, ein Zunamen, welcher dem Pluto oft, als dem Könige der Todten, gegeben wird. Er scheint solchen entweder daher bekommen zu haben, weil er an sich unsichtbar ist; daher man ihn auch Ἄϊδα zu nennen pfleget, welches von α und εἰδεῖν, nicht sehen, hergeleitet wird; oder auch, weil er etwas finsteres und trauriges an sich hatte, welches man durch ἀειδὲς ausdrücket. Phurnut. de nat. Deor. c. 5. Gyrald. Synt. VI. p. 194. Einige wollen, daß das Wort aus dem phönicischen Aid oder Ed gekommen sey, welches Verlust, Untergang bedeutet. Ban. Erläut. der Götterl. V. B. X Cap. IV. Band. 67. S. Sonst war ἅδης Hades die Benennung der Hölle, oder der unterirdischen Oerter bey den Griechen, und nichts anders, als der Aegypter Amenthes. Ebendas. 41 S.
 
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ADIANTE, es, Græc. Ἀδιάντη, ης, ( Tab. XVIII.) eine von des Danaus 50 Töchtern, die an ihrem Beylager den Daiphron, als ihren zugefallenen Bräutigam, nach ihres Vaters Befehle,

[Bd. , Sp. 60]


umbrachte. Apollodor. lib. II. c. 1. §. 5.
 
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ADICOS, i, Græe. Ἄδικος, ου, ein Beynamen der Venus, die in Libyen verehret wurde. Hesych. in Ἄδικος. Er ist aus dem α privat. und δίκη, das Recht, zusammen gesetzet, und bedeutet so viel, als eine ungerechte, vermuthlich, weil sich diese Göttinn manchem in seiner Liebe nicht gerecht genug erweist. Gyrald. Synt. XIII. p. 404.
 
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ADMÉTE, es, Gr. Ἀδμήτη, ης, ( Tab. III.) des Oceans und der Tethys Tochter, Hesiod. Theog. v. 349. welche von dem α privat. δαμάω, domo, so viel als eine Ungezähmte heißt. Pasor. Ind. ad Hesiod. in Ἀδμήτη.
 
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ADMÉTE, es, ( Tab. XXI.) des Euristheus Tochter, welcher ihr Vater den Gürtel gab, den Herkules der Amazonen Königinn nehmen mußte, nachdem sie selbst mit dem Herkules in der Absicht, solchen zu erlangen, wider die Amazonen gegangen war. Tzetz. ad Lycophr. v. 1327. Man erzählet von ihr, sie sey von Argos entflohen und zu Samos angelandet. Weil sie nun der Juno ihre glückliche Ankunft zuschrieb, so wollte sie derselben auch in ihrem Tempel daselbst dienen. Die Argiver aber, welche über ihre Flucht erzürnet waren, versprachen den tyrrhenischen Seeräubern eine gute Belohnung, wenn sie die Bildsäule der Juno aus diesem Tempel stehlen könnten, weil sie hoffeten, die Samier würden der Admete diesen Diebstahl zur Last legen und sie deswegen zur Strafe ziehen. Die Tyrrhener brachten auch die Bildsäule glücklich hinweg und auf ihr Schiff. Allein, da sie damit fortfahren wollten, so konnten sie nicht aus der Stelle kommen, wie viel Mühe sie sich auch deswegen gaben. Sie hielten solches für eine göttliche Strafe, und brachten also die Bildsäule wieder an das Land, sucheten auch die Göttinn durch allerhand Ceremonien wieder versöhnen. Den Morgen wurde Admete gewahr, daß die Bildsäule fehlete, und meldete solches den Samiern. Man suchete dieselbe, und fand sie endlich am Gestade. Weil man nun glaubete, daß solche zu den Cariern hätte

[Bd. , Sp. 61]


fliehen wollen, so band man sie mit Weiden an einen Baum, damit ihr nicht noch einmal die Luft ankäme, zu entlaufen. Admete aber band sie wieder los, reinigte sie und stellete sie an ihren alten Ort. Von dieser Zeit an wurde denn die Bildsäule jährlich an das Ufer gebracht, aus dem Gesichte der Menschen entrückt, und ein Fest gefeyret, welches man Tonea hieß, weil man Zweige um das Bild gewickelt und es damit gebunden hatte. Athen. Deipnos. L. XXV. C. 4.
 
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ADMÉTO, us, ( Tab. III.) des Pontus und Maris oder der Thalassa Tochter, Hygin. Præf. p. 4. die aber mit vorhergehender Tochter des Oceans eine Nymphe zu seyn scheint. Muncker. adl. c.
 
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ADMÉTVS, i, Gr. Ἄδμητος, ου, ( Tab. XXV.) des Pheres Sohn, Apollodor. lib. 1. c. 8. §. 2. half in seiner Jugend das calydonische Schwein erlegen. Hygin. Fab. 173. Nachher gieng er unter den Argonauten mit nach Colchis, Id. Fab. 14. und wurde mit der Zeit König zu Pheris, Apollodor. l. c. c. 9. §. 15. da er denn den Pelias um dessen Tochter Alcestis ersuchte, der sie ihm zwar zu geben versprach, allein mit der Bedingung, wenn er einen Löwen und ein wildes Schwein vor einen Wagen spannen, und also zu ihm kommen würde. Wie er nun nicht wußte, auf was für Art er solches bewerkstelligen sollte, so half ihm Apollo aus seinem Zweifel, und er fand sich wieder bey dem Pelias vorgeschriebener Maßen ein. Er bekam die Alcestis. Allein, als er mit solcher des Abends zu Bette gehen wollte, so fand er einen ganzen Klumpen ungeheurer Drachen in der Brautkammer beysammen liegen, welche Diana dahin geschicket, weil er ihrer bey dem Opfer, das er den andern Göttern gebracht, vergessen hatte. Er besänftigte aber durch des Apollo Vermittelung solche Göttinn wieder, und lebete nachher mit seiner Gemahlinn in aller Zufriedenheit. Id. ibid. Fulgent. Mythol. lib. I. c. 27. & Eustath. ad Hom. Il. B. v. 714. Andere erzählen seine Vermählung mit dieser Prinzeßinn ganz anders. Sie sagen, als Alcestis mit ihren beyden Schwestern

[Bd. , Sp. 62]


ihren Vater den Pelias, aus Betrug der Medea, hingerichtet, so habe sie ihrem Bruder, dem Acastus, zu entgehen, sich zu dem Admetus, als ihrem Befreundten, geflüchtet, der sie auch willig angenommen. Allein, als hernach Acastus ihn deshalber zu Pheris belagert, und ungefähr in seine Hände bekommen, so habe er ihn hinzurichten gedrohet, wo er nicht die Alcestis wieder ausliefere. Da er aber dennoch solches zu thun angestanden, so habe sich Alcestis ihrem Bruder selbst übergeben, worauf Admetus seiner Bande entlassen worden. Als er nun für ihr Leben höchst bekümmert gewesen, so sey ungefähr Herkules mit des Diomedes Pferden bey Pheris vorbey gegangen. Dieser habe des Admetus Bekümmerniß, und der Alcestis Gefahr vernommen, den Acastus angegriffen, ihn geschlagen, und die befreyete Alcestis dem Admetus wieder zugestellt. Palæphat. c. 41. Er mag sie aber erlanget haben, wie er wolle, so wurde er doch dergestalt von ihr geliebet, daß sie wil. ligst für ihn starb, als Apollo von den Parcen für ihn ausgewirket, daß, wenn seine Lebenszeit vorbey sey, und entweder eines von seinen Aeltern, oder auch seine Gemahlinn für ihn sterben wollte, er sein Leben noch länger behalten solle. Jedoch erlangete sie ihres auch wieder, weil entweder Proserpina sie aus Großmuth wieder aus dem Reiche der Todten entließ, oder auch Herkules sie dem Pluto mit Gewalt wieder nahm. Apollo dor. l. c. Daß aber Apollo den Admetus so liebete, kam daher, weil er entweder eine wirkliche Liebe zu ihm trug; Muretus ad Tibull. lib. II Eleg. 3. oder auch, als Apollo wegen Hinrichtung der Cyklopen eine Zeitlang den Himmel meiden, und auf der Erde einem Menschen dienen mußte, ihm Admetus, als einem Hirten seines Viehes, sehr gütig begegnete. Hygin. Fab. 50. Wie ihm aber obbesagte Löwen Apollo, das wilde Schwein hingegen Herkules gegeben, Fulgent. l. c. also deuten einige ersteres auf die Stärke des Gemüthes, oder die Klugheit, das andere aber auf die Stärke des Leibes, womit er die Alcestis erlanget.

[Bd. , Sp. 63]


Masen. Spec. Ver. occ. c. XXIII. n. 34.
 
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ADOD, ein Namen, den die Phönicier dem Könige der Götter gaben und eben so viel ist, als Adad. S. oben.