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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
ACRAEVS bis ACRON (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis ACRAEVS, i, Græc. Ἄκραιος, ου, ein Beynamen, insonderheit des Jupiters, welcher so viel als Arcium præses bedeutet, und auf den alten Münzen hin und wieder gesehen wird. Die Einwohner zu Smirna verehreten ihn unter diesem Namen an einem hohen Orte, nahe am Meere, wo sie ihm einen Tempel erbauet hatten. Spanhem. ad Callim. Hymn. in Iovem v. 82.
 
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ACRAGAS, antis, Græc. Ἀκράγας, αντος, ( Tab. X.) Jupiters und der Asterope, einer Tochter des Oceans, Sohn, von dem die Stadt Akragas in Sicilien den Namen haben soll. Steph. Byz. in Ἀκράγαντες.
 
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ACRATOPHŎRVS, i, Gr. Ἀκρατόφορος, ου, ein Beynamen des Bacchus, der zu Phygalla in Arkadien seinen Tempel hatte. Seine Statüe war oben mit Zinnober angestrichen, unten her aber mit Epheu und Lorberzweigen bedecket. Pausan. Arcad. c. 39. Den Namen hat er von ἄκρατον, klaren Wein, und φέρω, ich bringe; Gyrald Syntagm. VIII. p. 282. daher solcher Bacchus vermuthlich angerufen wurde, den Menschen einen klaren und guten Wein zu geben.
 
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ACRATOPOTES, is, Gr. Ἀκρατοποτὴς, der Namen eines griechischen Helden, welcher zu Munichia, einem Flecken in Attica, gottesdienstlich verrehret wurde; Athen. Deipnosoph. lib. II. c. 3. vermuthlich, weil er ein großer Säufer war, und nur bloßen klaren Wein trank, welches sein Namen bedeutet.
 
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ACRĂTVS, Gr. Ἄκρατος, ου, einer von des Bacchus Gefährten, der hernachmals

[Bd. , Sp. 48]


als ein Genius verehret wurde. Pausan. Attic. c. 2.
 
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ACRĔA, æ, Gr. Ἀκρέα, ας, ein Beynamen der Venus, mitwelchem undfolgenden Acrea es einerley Bewandniß hat. Sieh auch Acria. Hesych. in Ἀκρέα, s. p. 53.
 
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ACRĔA, æ, ein Beynamen der Diana, welcher Melampus in Argolien auf einem Berge einen Tempel erbauete, nachdem er des Prötus Tochter von ihrer Unsinnigkeit befreyet, und sie wieder mit den Göttern zugleich ausgesöhnet hatte. Hesych. in Ἀκρουχεῖ, s. p. 54. Inzwischen wird für Acrea ohne Zweifel besser Acræa geschrieben, davon ἄκρον oder auch ἄκραι, die Höhe eines Berges, das Adjectivum ἄκραιος, αία, αιον, nicht aber ἄκρειος, εία, ειον, oder auch ἄκρεος, έα, εον, gemacht wird. Gyrald. Synt. X. p. 365. Sieh vorher Acræi.
 
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ACRIA, as, Gr. Ἀκρία, ας, ein Beynamen der Venus, Diana, Juno und Minerva, welchen sie haben, weil ihre Tempel insgemein ἐπὶ ἀκρᾶς, oder auf einer Höhe erbauet waren. Hesych. in Ακρία s. p. 53.
 
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ACRIAS, æ, Gr. Ἀκρίας, ου, einer von der Hippodamia Freyern, der aber im Wettrennen mit ihrem Vater, dem Oenomaus, zu kurz kam, und daher das Leben einbüßete. Einige wollen ihn für einen Lacedämonier halten, der die Stadt Acrias in Laconien erbauet habe. Pausan. Eliac. post c. 21.
 
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ACRISIVS, i, Græc. Ἀκρίσιος, ου, ( Tab. XVIII.) des Abas und der Okalea Sohn, wurde zugleich mit seinem Bruder, dem Prötus, geboren, zankete sich aber auch schon mit demselben im Mutterleibe; und, so bald sie beyderseits zu ihren Jahren gekommen waren, so überzogen sie einander öffentlich mit Kriege, in welchem denn Akrisius die Oberhand behielt, Prötus aber sich zu dem Jobates, oder, nach andern, zu dem Amphianaktes, in Lycien, flüchten mußte. Es behauptete also Akrisius zugleich auch das argivische Reich; indem sich aber Prötusmit seines Schwiegervaters Truppen verstärkete, so griff er den Akrisius aufs neue an, und eroberte die Stadt Tyrinth, die ihm denn, nebst einigen andern, Akrisius lassen

[Bd. , Sp. 49]


mußte. Inzwischen zeugete dieser mit der Eurydice, Lacedämons Tochter, die Danae; Apollodor. lib. II. c. 2. §. 1. Conf. Schol. Apollon. ad lib. IIII. v. 1091. und als er das Orakel fragete, ob er keine Söhne bekommen würde, so sagte ihm dieses, der Sohn, welchen seine Tochter gebähren würde, werde ihn um das Leben bringen. Um nun seine Tochter vor aller Zusammenkunft mit Mannsvolke zu bewahren, bauete er ein ehernes Gemach unter die Erde, und steckete sie dahinein. Nichts desto weniger fand sich doch, nach einigen, Prötus, nach andern aber selbst Jupiter zu ihr, indem er sich in einen goldenen Regen verwandelte, und ihr also durch das Dach in den Schooß fiel. Als sie hierauf den Perseus gebahr, Akrisius aber von dem Jupiter nichts glauben wollte, ließ er die gute Danae, nebst ihrem Sohne, in einen hölzernen Kasten stecken, und in das Meer werfen. Sie schwamm darinnen an die Insel Seriphus, wo sie Dictys fand, der den jungen Perseus zu sich nahm, dahingegen des Dictys Bruder, Polydektes, König in besagter Insel, sich selbst in die Danae verliebete, und sie auf alle Art zur Gegenliebe zu bewegen suchete, worüber er aber das Leben einbüßete, und von besagtem Perseus durch der Medusa Kopf in einen Stein verwandelt wurde. Apollodor. ib. item c. 4. §. 1. 2. & Schol. Apollon. l. c. Nach der Zeit wollte Perseus mit seiner Mutter, Danae, und seiner Gemahlinn, Andromeda, den Akrisius zu Argis besuchen: allein, selbiger floh vor ihm, aus Furcht, des Orakelspruches halber, nach Pelasgien. Da aber Perseus ihm nachgieng, und bey dem Begräbnisse des Königes zu Larissa, sich mit in dem angestelleten Ritterspiele sehen ließ, fiel die von ihm in die Höhe geworfene Wurfscheibe ungefähr dem Akrisius dergestalt auf den Fuß, daß er sogleich davon starb, und darauf außerhalb besagter Stadt begraben wurde. Id. ib. §. 4. & Pausan. Corinth. c. 15. Wie aber hierbey andere seine Gemahlinn Aganippe nennen: so melden sie auch, daß Polydektes die Danae wirklich zur Gemahlinn

[Bd. , Sp. 50]


genommen; und, als Akrisius zu diesem gekommen, seine Tochter von ihm wieder abzuholen, habe er für sie gebethen, Perseus ihm auch heiligst geschworen, daß er ihm nimmermehr das Leben nehmen wollte, da er sich denn endlich so ziemlich besänftigen lassen. Indem er aber eine Zeitlang durch den Sturm bey dem Polydektes zu bleiben genöthiget worden, sey dieser inzwischen gestorben, und, da Perseus ihm zu Ehren einige Leichenspiele angestellet, und darbey die Wurfscheibe in die Höhe geworfen, so habe solche der Wind ergriffen, und dem Akrisius dergestalt auf den Kopf geworfen, daß er sogleich davon gestorben, und also dennoch des Orakels Ausspruch, auch wider des Perseus Willen, an ihm erfüllet werden müssen. Hygin. Fab. 63. Einige zwar wollen, Perseus habe auch ihn durch der Medusa Kopf in einen Stein verwandelt, und deuten es dahin, daß, da er ihn zum Tode befördert, er ihn zu einer steten Erstarrung, oder Kälte, dergleichen etwan eines Steines ist, gebracht habe; Boccacc. lib. II. c. 32. welches aber ziemlich von anderer und angesehener Schriftsteller Vorgeben abgeht. Indessen soll er als der 14te König zu Argis 31 Jahre regieret haben, und von dem Perseus im 1312 Jahre vor Chr. Geb. hingerichtet worden seyn. Petav. Rat. Tempor. P. II. lib. 2. c. 5. Die Tragödie, welche Sophokles ehemals von ihm verfertiget, ist längst wieder verloren gegangen. Fabr. Biblioth. Gr. lib. II. c. 17. §. 3.
 
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ACRON, ónis, ein muthiger, junger Mensch von Corythus, in Tuscien, der dem Aeneas wider den Turnus zu Hülfe kam, allein auch in der Schlacht von dem Mezentius, Könige der Tyrrhener, erleget wurde. Virgil. Aen. lib. X. v. 719. seqq.