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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
ACIDALIA bis ACOETES (Bd. , Sp. 42)
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[Bd. , Sp. 42]


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ACIDALIA, ein Beyname der Venus, den sie vom Acidalius, einem Brunnen zu Orchomenus in Böotien, führet, als worinnen sich die Gratien, ihre ordentlichen Gefährtinnen, zu baden pflegten. Andere zwar wollen ihn auch von ἀκὶς. die Sorge, herleiten, weil die Liebe insgemein mit derselben verknüpfet sey, welches aber fast allzu subtil heraus geklaubet zu seyn scheint, oder wenigstens doch keine Aehnlichkeit der Bildung vor sich hat. Servius ad Virgil Aen. I. v. 720.
 
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ACINETVS, Gr. Ἀκίνητος, ( Tab. XVII.) einer von des Herkules Söhnen, die er selbst ehemals in seiner Unsinnigkeit umbrachte. Nat. Com. lib. VII. c. 1. p. 689.
 
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ACIROCOMES, i, siehe Ἀκειροκόμης.
 
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ACIS, ĭdis, Gr. Ἄκις, ( Tab. VIII.); des Faunus und der Symäthis, einer Nymphe, Sohn, stund bey der schönen, Nymphe, Galatea, in guter Gewogenheit. Indem aber der Cyklope, Polyphemus, auch sein Auge auf sie hatte, und sie ungefähr einsmals bey einander ertappete, so entgieng ihm zwar Galatea, allein auf den Acis warf er ein ungeheures Stück Felsen, welches er von dem Berge Aetna abgerissen, von dessen einen Spitze er völlig bedecket wurde. Als sein Blut unter dem Steine hervor floß, verwandelte solches Galatea in einen Strom seines Namens, der eben so schnell floß, als sein Großvater, Symäthus, wie solches auch der Name Acis bemerket, der im Griechischen so viel, als einen Pfeil, bedeutet. Ovid. Metam. lib. XIII. v. 750. seqq. & ad eum Cnippingius l. c. v. 856. Weil aber solches alles allzu unwahrscheinlich ist, so behaupten andere, er sey ein junger Prinz in Sicilien gewesen, der sich in die Galatea verliebet, und, da er sie nicht bekommen können, sich aus Verzweifelung in den Fluß gestürzet, der von ihm den Namen bekommen habe. Banier Entret. XVIII. ou P. II. p. 253. Doch halten andere auch dieses für eine Fabel, und wollen, der Fluß Acis habe seinen Namen von der reißenden Schnelligkeit

[Bd. , Sp. 43]


seines Stromes bekommen. Bochart. Chan. lib. I. c. 28.
 
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ACMÉNES, um, Gr. Ἀκμῆνες, eine Art Nymphen, welche so viel als Vegetæ, frische, muntere, heißen, und ihren besondern Altar zu Eli hatten. Pausan. Eliac. prior. c. 15. & ad eum Sylburg. l. c. Einige wollen sie lieber ἀκμῆτας, die durch keine Arbeit können ermüdet werden, oder auch ἀκμηνας, grünende, oder frische genannt wissen.
 
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ACMON auch wohl AGMON, das Haupt einer scythischen Colonie, die mit dem Namen der Saken beleget wurde, dessen Vater nach einigen Gomer gewesen seyn soll, nach dem Pherecydes aber unbekannt ist. Armenien war das erste Land, welches diese Colonie überfiel. Weil sie aber daran noch nicht genug hatte, so gieng sie auf Kappadocien los, und ließ sich in denen Gegenden nieder, die von dem Thermodon und Iris gewässert wurden, wo sie die Stadt Akmonia nach dem Namen ihres Führers erbauete. Akmons unruhige Gemüthsart, oder vielmehr die Begierde, seine Eroberungen zu erweitern, trieb ihn an, in Phrygien einzubrechen, woselbst er auch eine Stadt erbauete, und nach seinem Namen nannte. Stephan. de urbib. voce Ἀκμονια. Nach einer andern Sage soll er des Maneus, des ersten oder mächtigsten Königes in Phrygien, Sohn, und des Dokas Bruder gewesen seyn, von dem eine Ebene bey Themiscyra, und einige Städte der Amazonen den Namen haben sollen. Nachdem sich nun Akmon Phöniciens und Syriens bemeistert hatte, so starb er, weil er sich auf der Jagd zu sehr erhitzet, und wurde unter dem Namen des Höchsten oder Hypsistos unter die Götter versetzet. Er soll den Uranus und die Titäa, welche Sanchuniathon Genennet, oder Himmel und Erde, zu Kindern gehabt haben; daher man ihn denn für der Phönicier Eliun hält. Banier Entret. V. ou. P. I. p. 94. und dessen Erläuter. der Götterl. III Band. I. B. 1 Cap. 2, Abschn. 38 S.
 
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ACMON, ŏnis, des Clytius Sohn, von Lyrnessus, der mit dem Aeneas

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nach Italien gieng, und daselbst viel Tapferkeit erwies. Virgil. Aen. X. v. 128.
 
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ACMÓNIDES, æ, ( Tab. II.) ein Cyklope und Vulcans Schmiedeknecht, in dem Berge Aetna, Ovid. Fast. IV. v. 288. der den Namen von ἄκμων hat, welches einen Amboß bedeutet. Andere nennen dafür den Argen, Heins. ad eumd. l. c. wovon unter Cyclopes ein mehrers steht.
 
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ACOETES, æ, der Sohn eines Fischers aus Mäonien, und Steuermann in dem Schiffe einiger Tyrrhener, die ehemals den Bacchus entführen wollten. Denn da er mit seinem Schiffe an der Insel Naxus angeleget, und nun wieder unter Segel gehen wollte, so brachte ihm einer von seinen Schiffsleuten ein Kind von einer reizenden Schönheit, welches er an einem Orte schlafen gefunden hatte. Acötes betrachtete es genau, und hielt es für einen Gott; daher er es auch bath, es möchte doch denjenigen verzeihen, die ihm die Freyheit genommen hätten. Die Schiffsleute hielten solches für eine leere Einbildung, und trugen das schlafende Kind auf ihr Schiff, in der Hoffnung, ein ansehnliches Lösegeld dafür zu bekommen. Acötes widersetzete sich ihnen, und das Kind erwachete über diesen Lärm. Es wunderte sich, da es sich auf einem Schiffe sah, und verlangete, man sollte es wieder nach Naxus zurück führen. Die Schiffsleute versprachen es ihm, nahmen aber dem ungeachtet einen andern Weg. So bald solches das Kind merkete, so beklagete es sich vergebens über die Treulosigkeit seiner Führer. Auf einmal stund das Schiff mitten in der See, wie auf einer Sandbank fest. Die Schiffleute verdoppelten ihre Kräfte, es fort zu bringen. Allein, Epheuranken schlangen sich um die Ruder, und wanden sich um die Segel, daß solche nicht ihrs Werk thun konnten. Bacchus, der unter der Gestalt des Kindes verborgen war, erschien mit Trauben gekrönet, dem Thyrsusstabe in der Hand, und mit Tygern, Löwen und Panthern umgeben. Alle Leute auf dem Schiffe wur

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den in Delphine verwandelt, bis auf den Acötes, der es wieder nach Naxus führete, und daselbst die Geheimnisse dieses Gottes feyerte. Er erzählete diese Geschichte dem Könige Pentheus, als solcher wider den Bacchus ziehen wollte, ihn gefangen zu nehmen. Pentheus aber kehrete sich daran nicht, sondern ließ ihn dafür ins Gefängniß werfen, und wollte ihn hinrichten lassen. Doch die Thüren des Gefängnisses öffneten sich von selbst, und die Fessel fielen ab, ohne daß jemand die Ketten zerbrochen hätte, so daß Acötes frey fortgehen konnte. Ovid. Metam. lib. III. v. 576. seqq. Hygin. Fab. 134. Man will aber, es habe sich Bacchus selbst in diesen armen Mann verstellet, und den Pentheus dadurch von seinem verwegenen Unternehmen abzubringen gesuchet. Weil es ihm aber damit nicht gelungen, so habe er sich auf den Berg Cithäron begeben, und daselbst des Pentheus Mutter, Agave, mit ihren Schwestern dergestalt in Raserey gesetzet, daß sie den Pentheus in solcher elendiglich umbrachten. Lactant. Plac. Narr. L. III. Fab. 7.
 
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ACOETES, æ, des Lacoons Vater, Hygin. Fab. 135. den aber andere lieber und besser Antenor nennen. Muncker ad Hygin.
 
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ACOETES, æ, war anfangs Evanders Waffenträger, hernach aber des Pallas, Prinzen des Evanders, Zugeordneter, als solcher dem Aeneas wider dessen Feinde in Italien zu Hülfe gieng. Virgil. Aen. XI. v. 30.