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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
ACHILLES bis ACMON (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis ACHILLES, is, ( Tab. X.) Jupiters und der Lamia Sohn, war von einer so großen Schönheit, daß ihm Pan selbst den Preis dießfalls vor allen zugestund,

[Bd. , Sp. 41]


welches aber die Venus dergestalt verdroß, daß sie ihn nicht nur in die Echo vergeblich verliebt machete, sondern ihm auch selbst eine so häßliche Gestalt gab, daß sich jedermann vor ihm scheuen mußte. Ptolem. Hephæst. lib. VI. p. 333.
 
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ACHLYS, yos, Gr. Ἀχλὺς, welches eigentlich Dunkel und Finsterniß bedeutet, haben einige in der Theogonie für das erste Wesen angesehen, welches vor der Welt und auch vor dem Chaos bestanden, und allein ewig gewesen, von welchem alle andere Götter hervorgebracht worden. Boivin, Hist. de l'. Ac. des I. & B. L. T. II. p. 4. 5. Man hat es daher auch zur Göttinn der Finsterniß gemacht, wiewohl es mit mehrerm Grunde da, wo es vorkömmt, die Göttinn der Traurigkeit seyn kann. Dacier & Faber ad Long. de Sublim. sect. 9. Man stellet sie als eine elende Person vor, welche wie ein Scheusal, ganz verbrannt, bleich, mager, verhungert und zusammengeschrumpelt aussieht. Sie hat dicke Knie; und an den Fingern ragen lange Nägel hervor. Aus ihren Naselöchern fließt Rotz, und von ihren Knien trieft Blut auf die Erde. Hesiod. Scut. Hercul. v. 264. seqq.
 
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ACHOLOË, es, ( Tab. IV.) eine von den Harpyien, wovon die beyden anderen Aëllopus und Ocypete sollen geheißen haben, von andern aber auch mehrern Theiles anders genannt werden. Hygin. Fab. 14.
 
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ACHOR, ACOR, oris, ein Gott der Fliegen, welchen man zu Cyrene verehret haben soll, damit er die Fliegen vertriebe, durch deren Menge daselbst oftmals eine ansteckende Seuche verursachet worden. Gregor von Nazianz nennet ihn Acaron, von der Stadt dieses Namens in Palästina. Stuckii antiq. conviv. lib. II. c. 4. Alex. ab Alexand. gen. dies. lib. VI. c. 26. Es scheint aber, daß dieser Namen verstümmelt sey, und eigentlich Myiagrus heißen solle, weil die Stelle, worauf man sich insgemein seinetwegen bezieht, nach den besten Lesarten heutiges Tages so gelesen wird. Plin. hist. nat. lib. X. c. 28. Sieh Myiagrus.

[Bd. , Sp. 42]



 
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ACIDALIA, ein Beyname der Venus, den sie vom Acidalius, einem Brunnen zu Orchomenus in Böotien, führet, als worinnen sich die Gratien, ihre ordentlichen Gefährtinnen, zu baden pflegten. Andere zwar wollen ihn auch von ἀκὶς. die Sorge, herleiten, weil die Liebe insgemein mit derselben verknüpfet sey, welches aber fast allzu subtil heraus geklaubet zu seyn scheint, oder wenigstens doch keine Aehnlichkeit der Bildung vor sich hat. Servius ad Virgil Aen. I. v. 720.
 
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ACINETVS, Gr. Ἀκίνητος, ( Tab. XVII.) einer von des Herkules Söhnen, die er selbst ehemals in seiner Unsinnigkeit umbrachte. Nat. Com. lib. VII. c. 1. p. 689.
 
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ACIROCOMES, i, siehe Ἀκειροκόμης.
 
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ACIS, ĭdis, Gr. Ἄκις, ( Tab. VIII.); des Faunus und der Symäthis, einer Nymphe, Sohn, stund bey der schönen, Nymphe, Galatea, in guter Gewogenheit. Indem aber der Cyklope, Polyphemus, auch sein Auge auf sie hatte, und sie ungefähr einsmals bey einander ertappete, so entgieng ihm zwar Galatea, allein auf den Acis warf er ein ungeheures Stück Felsen, welches er von dem Berge Aetna abgerissen, von dessen einen Spitze er völlig bedecket wurde. Als sein Blut unter dem Steine hervor floß, verwandelte solches Galatea in einen Strom seines Namens, der eben so schnell floß, als sein Großvater, Symäthus, wie solches auch der Name Acis bemerket, der im Griechischen so viel, als einen Pfeil, bedeutet. Ovid. Metam. lib. XIII. v. 750. seqq. & ad eum Cnippingius l. c. v. 856. Weil aber solches alles allzu unwahrscheinlich ist, so behaupten andere, er sey ein junger Prinz in Sicilien gewesen, der sich in die Galatea verliebet, und, da er sie nicht bekommen können, sich aus Verzweifelung in den Fluß gestürzet, der von ihm den Namen bekommen habe. Banier Entret. XVIII. ou P. II. p. 253. Doch halten andere auch dieses für eine Fabel, und wollen, der Fluß Acis habe seinen Namen von der reißenden Schnelligkeit

[Bd. , Sp. 43]


seines Stromes bekommen. Bochart. Chan. lib. I. c. 28.
 
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ACMÉNES, um, Gr. Ἀκμῆνες, eine Art Nymphen, welche so viel als Vegetæ, frische, muntere, heißen, und ihren besondern Altar zu Eli hatten. Pausan. Eliac. prior. c. 15. & ad eum Sylburg. l. c. Einige wollen sie lieber ἀκμῆτας, die durch keine Arbeit können ermüdet werden, oder auch ἀκμηνας, grünende, oder frische genannt wissen.
 
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ACMON auch wohl AGMON, das Haupt einer scythischen Colonie, die mit dem Namen der Saken beleget wurde, dessen Vater nach einigen Gomer gewesen seyn soll, nach dem Pherecydes aber unbekannt ist. Armenien war das erste Land, welches diese Colonie überfiel. Weil sie aber daran noch nicht genug hatte, so gieng sie auf Kappadocien los, und ließ sich in denen Gegenden nieder, die von dem Thermodon und Iris gewässert wurden, wo sie die Stadt Akmonia nach dem Namen ihres Führers erbauete. Akmons unruhige Gemüthsart, oder vielmehr die Begierde, seine Eroberungen zu erweitern, trieb ihn an, in Phrygien einzubrechen, woselbst er auch eine Stadt erbauete, und nach seinem Namen nannte. Stephan. de urbib. voce Ἀκμονια. Nach einer andern Sage soll er des Maneus, des ersten oder mächtigsten Königes in Phrygien, Sohn, und des Dokas Bruder gewesen seyn, von dem eine Ebene bey Themiscyra, und einige Städte der Amazonen den Namen haben sollen. Nachdem sich nun Akmon Phöniciens und Syriens bemeistert hatte, so starb er, weil er sich auf der Jagd zu sehr erhitzet, und wurde unter dem Namen des Höchsten oder Hypsistos unter die Götter versetzet. Er soll den Uranus und die Titäa, welche Sanchuniathon Genennet, oder Himmel und Erde, zu Kindern gehabt haben; daher man ihn denn für der Phönicier Eliun hält. Banier Entret. V. ou. P. I. p. 94. und dessen Erläuter. der Götterl. III Band. I. B. 1 Cap. 2, Abschn. 38 S.
 
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ACMON, ŏnis, des Clytius Sohn, von Lyrnessus, der mit dem Aeneas

[Bd. , Sp. 44]


nach Italien gieng, und daselbst viel Tapferkeit erwies. Virgil. Aen. X. v. 128.