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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
ACCA LAVRENTIA bis ACHAMANTIS (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis ACCA LAVRENTIA, oder, wie sie auch vielfältig genannt wird, Larentia, æ, war, nach einigen, des Faustulus Frau und Amme des Romulus und Remus, die aber, als sie nach des Faustulus Tode, den Carutius, einen reichen Tuscier, geheurathet hatte, endlich auch dessen Vermögen überkommen, und solches bey ihrem Absterben hinwiederum dem Romulus vermacht, welcher denn dagegen verordnet, daß ihr jährlich zu Ehren öffentliche Parentalien gehalten werden sollten. Macer apud Macrob. Saturn. l. I. c. 10. Andere hingegen behaupten, daß sie erst zu des Ancus Martius Zeiten gelebet und eine der berühmtesten Huren gewesen, die des bemeldeten Carutius Reichthum auf eine gar besondere Art erlanget. Denn als dereinst der Küster in dem Tempel des Herkules vor langer Weile diesen seinen Gott auf ein Würfelspiel ausforderte, mit der Bedingung, daß wer gewinnen würde, von dem andern eine gute Mahlzeit und ein hübsches Mägdchen auf die Nacht haben sollte. Als er nun hierauf die Würfel in des Herkules Hand geleget, so habe dieser das Spiel gewonnen; da denn der Küster, nach gegebener Mahlzeit, ihm diese Acca zugeführet und des Nachts in dem Tempel bey ihm verschlossen. Wie solche des Morgens wieder ihre Wege

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gegangen, so habe sie vorgegeben, daß Herkules ihr befohlen, das nicht aus den Händen gehen zu lassen, was ihr zuerst gutes aufstoßen würde. Da nun Carutius ihr begegnet, und sich dabey ungemein in ihre Schönheit vergaffet, habe sie ihn dergestalt zu fassen gewußt, daß er sie endlich gar geheurathet und ihr alle sein Vermögen überlassen. Als sie nachher gestorben, so habe sie das römische Volk zum Erben eingesetzet, wofür ihr Ancus Martius in dem Velabro ein schönes Grabmaal errichten lassen, und zugleich die Verordnung gemacht, daß ihr jährlich ihr besonderes Opfer gebracht werden sollte; Macrob. ipse l. c. wie denn auch solches in den von ihr so genannten Accalibus durch den Flaminem Quirinalem beständig geschah. Gell. N. A. lib. VI. c. 7. et ad eum Gronovius l. c. Noch andere melden, daß sie durch ihre Buhlerey so viel zusammen gebracht, daß sie endlich dem römischen Volke den Aggrum Turacem, Semurium, Lincerium und Solinium vermachen können, Cato apud Macrob. l. c. und werden sonst die ihr zu Ehren angestelleten Accalia auch vielfältig Larentalia, oder auch Larentinaila, genannt, welche denn jedesmal den 23 December, oder nach dem römischen Calender, den X. Cal. Ian. einfielen. Gyrald. Calend. Rom. et Graec. Opp. Tom. II. p. 847. Wie aber dergleichen Hure göttlich zu verehren die größte Schwachheit war: also haben auch die ersten Verfechter der christlichen Religion, Cyprian, de Idolor. Vanit. c. 2. §. 6. Minutius Felix Octau. c. 25. §. 9. und Lactanz Instit. lib. I. c. 20. nicht ermangelt, solches den Römern empfindlichst vorzurücken. Sie soll auch eben die Wölfinn gewesen seyn, welche, nach gemeinem Vorgeben, den Romulus und Remus erhalten, als sie Amulius, ihres Großvaters Bruder, so fort nach ihrer Geburt in die Tieber werfen lassen; und wie lupa bey den Lateinern auch eine gemeine Metze heißt, so soll sie ihres lüderlichen Lebens halber eben mit solchem Namen beleget worden seyn, welches aber hernach die

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Römer, um solche Schande einiger maßen zu bemänteln, auf eine rechte Wölfinn gedeutet. Dempster. ad Rosin. lib. I. c. 1. et Voss. Theol. Gent. lib. I. c. 12. Gleichwohl scheint es, daß es zwo Personen dieses Namens gegeben habe, welche man wohl von einander unterscheiden müsse, nämlich des Romulus und Remus Säugamme, und die Buhlerinn, welche den Carutius geheurathet und hernach unter dem Namen der Flora verehret worden. Denn ob ihnen gleich beyden Feste geweihet waren, so wurden diese Feste doch zu verschiedenen Zeit gefeyret. Der Säugamme ihres fiel in den December, der Buhlerinn ihres hingegen in den Aprilmonat. Diese letzte wurde auch Tarutia oder Tarentia genannt; die Säugamme aber hatte keinen andern Namen. Baniers Erläut. der Götterl. III B. p. 645.
 
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ACCA, eine vertrauete Freundinn der Camilla in dem Kriege wider den Aeneas in Italien. Virgil Aen. XI. v. 897.
 
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ACĔLVS, i, ( Tab. XI.) des Herkules und der Malidis, eine Bedientinn der Omphales, Sohn, von dem die Stadt Acela in Lycien ehemals ihren Namen bekommen haben soll. Nat. Comes lib. VII. c. 1. p. m. 692.
 
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ACERSECŎMES, ae, siehe Ακερσεκόμης.
 
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ACESAMĔNVS, i, Gr. Ἀκεσάμενος, ου, der Periböa Vater, die mit dem Flusse Axius den Pelegon zeugete. Homer. Il. Φ. v. 142.
 
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ACESIVS, i, Gr. Ἀκέσιος, ου, ein Beyname des Apollo, welchen er von ἀκέσαι, mederi, hat, und der so viel, als ein Arzt, oder auch überhaupt ein Abwender des Bösen heißt. Er hat insonderheit seinen Tempel und seine Bildsäule zu Eli, und wurde in eben solchem Verstande auch von den Atheniensern Apollo ἀλεξίκακος genannt. Pausan. Eliac. post c. 24. et Gyrald Syntagm. VII. p. 220.
 
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ACESTES, æ, des Crimisius und der Egesta Sohn, König in Sicilien, der dem Aeneas auf dessen Fahrt nach Italien alle Liebe erwiesen. Er that

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solches um so viel lieber, weil er selbst seinen mütterlichen Ursprung von den Trojanern her hatte. Denn als dem Ungeheuer, welches Neptun dem Laomedon auf den Hals schickte, eine trojanische Jungfer nach der andern zu verschlingen gegeben werden mußte, so thaten die Einwohner ihre Kinder lieber von sich, als daß sie dieselben auf eine so elende Art umkommen ließen. Unter solchen nun nahm auch Hippoteus, oder wie er sonst genannt wird, Hypsostratus, seine Tochter Egesta; und, weil er sie nicht hinweg bringen konnte, so setzete er sie auf ein Schiff, und ließ sie auf gut Glück hinfahren. Sie kam also nach Sicilien, woselbst sich der Fluß Crimisus nach einigen in einen Bär, nach andern aber in einen Hund verwandelte, und unter solcher Gestalt mit ihr diesen Acestes zeugete, welcher denn endlich selbst König in besagter Insel wurde, und insonderheit auch die Stadt Egesta seiner Mutter zu Ehren erbauete. Virgil. Aen. I. v. 550. et ad eum Servius l. c. Conf. Hygin. Fab. 273.
 
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ACHAEA, Gr. Ἀχαιὰ, ᾶς, ein Beynamen der Ceres, den sie von der Angst und Betrübniß bekommen, als sie ihre Tochter die Proserpina verloren hatte, wie denn ἆχος eben dergleichen Gemüthsbeschaffenheit bedeutet. Gyrald. Synt. XIIII. p. 426. Sie wurde unter diesem Namen insonderheit zu Athen von den Gephyräern, die sich dahin geflüchtet hatten, Herodot. Terpsich. p. m. 302. noch mehr aber in Böotien verehret, woselbst man ihr insonderheit das Fest μεγαλάρτια zu Ehren feyerte, welches den Namen von den μεγάλοις ἄρτοις großen Brodten hatte, welche man dabey aufsetzete. Spanhem. ad Callim. Hym. in Cererem v. 672.
 
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ACHAEMENĬDES, æ, des Adamastus Sohn aus Ithaca, befand sich mit unter des Ulysses Leuten, als dieser von Troja wieder zurück gieng, wurde aber in der Eil und Furcht vor den Cyklopen in Sicilien zurück gelassen, bis sich endlich Aeneas, als er vor solcher Insel vorüber fuhr, seiner erbarmete, und ihn wieder mit sich

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hinweg nahm. Virgil. Aen. III. v. 614. et Ovid. ex Ponto lib. II. Ep. 2. v. 25.
 
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ACHAEVS, Gr. Ἀχαιὸς, ου, ( Tab. XXV.) des Xuthus und der Creusa Sohn, von dem die Achiver den Namen bekommen haben. Apollodor. lib. Ι. c. 7. §. 2. Er hatte anfänglich demjenigen Theile des Peloponnesus, welchen sein Bruder nachher Ionien genannt, den Namen Achaja gegeben. Nicht lange darauf aber gieng er nach Thessalien, wo er mit Hülfe der Athenienser und des Jon, der sie anführete, sich nach dem Tode des Aeolus, seines Vaterbruders, des Königreiches Phthiotis bemächtigte und auch diesem Theile von Griechenland den Namen Achaja ertheilete. Pausan. in Achaic. p. 396. Schol. Apollon. Rhod. ad Lib. I. v. 284. Didym. ad Hom. Iliad. I. v. 2.
 
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ACHAMANTIS, ĭdos, ( Tab. XVIII.) eine von den 50 Töchtern des Danaus, welche den Echominus, als ihren Bräutigam, nach ihres Vaters Befehle, in der ersten Hochzeitnacht umbrachte. Hygin. Fab. 170.