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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
ABVNDANTIA bis ACĂMAS (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis ABVNDANTIA, æ, eine Göttinn des Ueberflusses bey den Römern, die auf Münzen und alten Denkmälern vorkommt, aber weder Tempel noch Altar hatte. Man stellet sie unter der Gestalt einer wohlgebildeten Frau vor, die mit Blumen bekränzet ist, in der rechten Hand ein mit allerhand Früchten angefülltes und zur Erde geneigtes Horn und in der linken ein Bündel Kornähren von allerhand Getraide hält, welche meistens unter einander auf die Erde fallen. Zuweilen führet sie auch nur einen Spieß in der Hand. Struvius Synt. Antiqu. Rom. c. I. p. 141.
 
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ACACALLIS, ĭdis, Gr. Ἀκακαλλὶς, ίδος, ( Tab. XX.) des Minos, Königs in Creta, Tochter, zeugete mit dem Apollo heimlicher Weise den Miletus, den sie daher aus Furcht vor ihrem Vater wegsetzen, Apollo aber so lange durch Wölfe bewachen und säugen ließ, bis ihn einige Hirten fanden, und zu sich nahmen. Anton. Liberal. c. 53. Nachher bekam sie auf gleiche Art von dem Mercurius auch den Cydon, Alexander apud Schol. Apollon ad lib. IIII. v. 1492. und, da Minos selbst mit einer Person gleiches Namens den Oaxus gezeuget haben soll, Nat. Com. lib. III. c. 7. so

[Bd. , Sp. 11]


scheint sie vielmehr eine gemeine Buhlerinn, als solches Königes Tochter, gewesen zu seyn. Indessen machen einige auch noch den Amphithemis und Garamas zu ihren und des Apollo Söhnen. Apollon. l. c. v. 1491. Sieh diese Artikel.
 
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ACACALLIS, ĭdis, eine Nymphe, mit welcher Apollo in der Stadt Tarrha, und zwar in Karmanors Hause, den Phylacis und Philander zeugete. Pausan. Phoc. c. 16. Einige machen auch noch den Naxus zu beyder Sohne, Nat. Com. lib. IIII c. 10. p. m. 342. mit was für Zuverläßigkeit aber, ist nicht bekannt.
 
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ACACESIVS, i, Gr. Ἀκακήσιος, ου, ein Beyname des Mercurius, welchen er von dem Akakus, Lykaons Sohne, als seinem ehemaligen Pflegevater, bekommen haben soll. Er wurde insonderheit unter diesem Namen in der Stadt Acacesium in Arcadien verehret, vor welcher auch dessen Statüe von Marmor auf einem Hügel gleiches Namens zu sehen war. Pausan. Arcad. c. 3. et 36. So hatte er nicht minder unter dieser Benennung einen ansehnlichen Tempel zu Megalopolis, der Hauptstadt Arcadiens, Gyrald. Synt. VIIII. p. 301. und wird auf seine Art nicht unrecht mit dem Mercurius ἀκακήτῳ für einerley gehalten. Wie aber solche beyden Namen ursprünglich von dem α privativo und κακὸς, malus, herkommen, und folglich einen Mercurius bemerken, der niemanden schadet; Anna Fabra ad Callim. Hymn. in Dian. v. 143. et Spanhemius ad eumd. p. 232. so wurde auch geglaubet, daß die Hygieia oder Wohlfahrt ihm zu allernächst wohne. Phurnut. de Nat. Deor. c. 16.
 
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ACACÉTVS, i, sieh Ἀκάκητος.
 
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ACĂCVS, i, Gr. Ἄκακος, ου, ( Tab. XVIIII.) des Königes in Arcadien, Lykaons, Sohn, der den Mercurius in dessen Jugend auferzogen, und her nachmals die Stadt Acacesium in Arcadien erbauet, und ihr von sich den Namen gegeben haben soll. Pausan. Arcad. c. 3. et 36.
 
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ACALANTHIS, ĭdis, Gr. Ἀκαλανθὶς, ίδος, war eine von den neun Töchtern

[Bd. , Sp. 12]


des Pierius, Königs in Emathia, welche sich mit den Musen in einen Wettstreit in der Musik einließen; da sie aber verspieleten, insgesammt in Bögel, wie diese hier insonderheit in einen Zeisig, oder, nach andern, in einen Stieglitz, verwandelt wurden; Anton. Liberal. c. 9. weil bis jetzo noch nicht ausgemacht ist, welche von beyden Arten der Vögel das Griechische ἀκαλανθὶς bedeutet. Lud. Cerda ad Virgil Georg. l. III. v. 338. Wie indessen aber auch andere wollen, daß sie insgesammt in Aelstern verwandelt worden: Ovid. Met. lib. V. v. 669. so wird man denen eben nicht entgegen seyn, welche lieber nicht wissen wollen, wie solche Prinzessinn vor ihrer Verwandelung geheißen, als daß sie dieses Akalanthis für ihren eigentlichen Namen sollten annehmen wollen.
 
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ACĂMAS, antis, Gr. Ἀκάμας, αντος, ( Tab. XXVIIII.) des Theseus, Königs zu Athen Sohn, Hygin. Fab. 108. und Demophoons Bruder, nicht aber, wie einige wollen, Sohn. Servius ad Virgil. Aen. II. v. 262. et Muncker. ad Hygin. l. c. Seine Mutter ist ungewiß; und nach einigen Ariadne, nach andern Phädra und nach noch andern Antiope gewesen. Er zog mit den Griechen wider Troja, und wurde nebst dem Diomedes abgeschicket, die entführte Helena von dem Priamus wieder zu fordern. Bey dieser Gelegenheit verliebte sich Laodice, eine Tochter des Priamus, dergestalt in ihn, daß sie sich nicht eher zufrieden gab, als bis sie durch Vorschub des Perseus, Statthalters des Priamus zu Dardano, den jungen Munitus von ihm zurück behielt. Parthen. Erot. c. 16. In dem hernach erfolgten Kriege kroch er selbst mit in das hölzerne Pferd, Virgil. l. c. et Hygin. Fab. 108. und bekam nach Eroberung der Stadt Troja die Elymena, welche mit der Helena war entführet worden, zur Ausbeute. Dictys Cret. lib. V. c. 13. Von ihm hatte sonst der Tribus Acamantis bey den Atheniensern, Demosthenes apud Pierium ad Virg l. c. wie auch der Ort Acamantium den Namen. Steph. Byz. in Ἀκαμάντιον.

[Bd. , Sp. 13]


Einige wollen lieber einen andern, als des Theseus Sohn, aus ihm machen, Pierius ad Virgil l. c. und manche ihn auch vielmehr Athamas, als Acamas, nennen, Emmeness. ad eumd. l. c. die es aber beyderseits nicht treffen.
 
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ACĂMAS, antis, Eussors Sohn, und Heerführer, oder König der Thracier, der mit einem guten Theile seiner Leute, den Trojanern zu Hülfe kam, allein endlich auch, nach einigen, von dem Merionen, Homer. Il. Π. v. 342. nach andern von dem Idomeneus vom Wagen geworfen und erleget wurde. Dictis Cretens. lib. III. c. 4. Einige geben ihn sonst auch für Antenors Sohn an, Emmeness. ad Virg. Aen. II. v. 262. vermengen ihn aber auch mit dem folgenden Acamas.
 
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ACĂMAS, antis, ( Tab. XXXI.) Antenors Sohn, einer von den tapfersten Trojanern. Hom. Il. Β. v. 824. et Λ. v. 60.
 
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ACĂMAS, antis, des Asius Sohn, auch einer von Seiten der Trojaner, der sich nebst seinem Vater nicht minder wohl verhielt. Hom. Il. Μ. v. 140.