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Gründliches mythologisches Lexikon von Benjamin HederichLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
ABIA bis ACACÉTVS (Bd. , Sp. )
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Artikelverweis ABIA, æ, Gr. Ἀβία, ας, des Hyllus Amme, erbauete dessen Vater, dem Herkules, nach ihrem Vermögen, einen Tempel zu Ire in Messenien, und, weil dieses ihr Bezeugen dem Kresphontes, einem Nachkommen des gedachten Herkules, mit der Zeit insonderheit wohlgefiel, so erwies er ihr unter andern die Ehre, daß er besagte Stadt nach ihr Abia nannte. Es lag aber solcher Ort 70 Stadien von Pheris oder dem

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heutigen Cheramide, und scheint der jetzige Ort Caramada in Belvedere an den Gränzen der Landschaft Tzaconia in Morea zu seyn. Pausan. Messen. c. 30. Conf. Cellar. Not. Orb. Antiqu. lib. II. c. 13. p. 1190.
 
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ABLÉRVS, i, Gr. Ἄβληρος, ου, ein Trojaner, welchen Antilochus mit erlegete. Hom. Il. Z. v. 33.
 
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ABRAX, ăcis, eines der Pferde, welche der Aurora Wagen ziehen sollen, Hygin. Fab. 183. welches andere aber lieber Labrax nennen. Muncker. ad Hygin. l. c.
 
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ABRETÁNVS, i, Gr. Ἀβρεττηνὸς, ein Beynamen des Jupiters, der insonderheit in Mysien verehret wurde, und solchen Namen von der Landschaft Abretana, die ein Theil Mysiens war, bekommen, Strabo lib. XIII p. m. 226. wie diese den ihrigen von der Nymphe Brettia erhalten hat. Wie aber solche Provinz von einigen Ἀβρεττηνὴ, Id. apud Cellar. Not. O. A. lib. III. c. 3. p. 48. von andern Ἀβρεττινὴ, Steph. Byz. in Ἀβρεττίνη, et ad eum de Pined. l. c. und von den dritten Ἀβρεττανὴ genannt wird: Suidas in Ἀβεττανὴ s. Tom. 1. p. 12. also kann auch solcher Beyname des Jupiters so wohl Abretténus, als Abrettínus und Abrettanus geschrieben werden. Jedoch ist die Schreibart Abretanus Gyrald. Syntagm. II. p. 115. mit einem t auch nicht unrecht, weil nur benannte Nymphe auch Βρετία genannt wird. Portus ad Suidam l. c.
 
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ABSÊVS, ëi, ( Tab. V.) des Tartarus und der Erde Sohn, einer von den Giganten oder Riesen, die den Himmel stürmeten, und vom Jupiter endlich in die Hölle verstoßen wurden. Hygin. Praef. p. 4.
 
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ABSYRTVS, i, Gr. Ἄψυρτος, ου, ( Tab. VI.) des Aeetes, Königs in Colchis, und der Ipsia, Hygin. Fab. 23. oder nach andern, der Asterodia, Apolon. lib. III. 242. nach den dritten der Hekates, Dionys. Miles. apud Schol. ad Apoll. l. c. nach den vierten der Idya, Hsiod. apud eumd. l. c. nach den fünften der Neära, Sophocl. apud eumd. l. c. und nach den sechsten der Eurylyta Sohn, Auctor Naupacticor. apud eumd.

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l. c. wurde von seinem Vater befehliget, mit einem Theile der königlichen Trabanten seiner Schwester, der Medea, als sie mit dem Jason und dem goldenen Vliesse durchgegangen war, nachzusetzen, und nicht eher wieder zu kommen, als bis er sie selbst wieder mitbringe. Er eilete ihr daher nach allem Vermögen nach, und holete sie auch endlich bey dem Könige Alcinous in Phäacien oder dem jetzigen Corfu ein. Weil aber Alcinous sie einmal in seinen Schutz genommen hatte, und sie daher so schlechterdings nicht wieder ausliefern wollte: so ließ es Absyrtus endlich auf dessen Ausspruch ankommen. Wie nun dieser dahinaus fiel, daß, wenn Medea vom Jason annoch unberühret wäre, er sie wieder bekommen sollte, wo aber nicht, sie Jason als seine Frau behalten sollte; solches aber die Arete, des Alcinous Gemahlinn, dem Jason hinterbrachte: so vollzog dieser noch dieselbige Nacht mit der Medea sein Beylager, da den Tag darauf der Ausspruch erfolgen sollte, wodurch Absyrtus denn leer ausgieng. Doch weil ihm seines Vaters Befehl darbey wieder in den Sinn kam, so setzete er der Medea aufs neue nach, als sie sich mit dem Jason und übrigen Argonauten wieder von dem Alcinous auf die Fahrt gemacht hatte, erreichete sie auch zum andernmale, als Jason eben der Diana in einer von ihr benannten Insel opferte. Allein, indem er hieselbst sein Vorhaben mit Gewalt ausführen wollte, und daher mit dem Jason handgemein wurde, so machte ihn dieser nieder; und, da dessen bey sich habende Leute sich ohne ihn auch nicht wieder zu dem Aeetes zurück zu kehren getraueten, so ließen sie sich in eine Insel des adriatischen Meeres nieder, und nenneten solche, dem Absyrtus zu Ehren, Absyrtidem. Hygin. Fab. 23. Doch melden auch andere, daß ihn Medea, als einen noch mäßigen Knaben, selbst mit entführet; und, da sie von ihrem Vater in Person so nahe verfolget worden, daß sie ihm nicht zu entkommen gewußt, so habe sie diesen ihren Bruder umgebracht, und in kleine

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Stücken geschnitten, solche hin und her zerstreuet, Kopf und Hände aber auf einen erhabenen Felsen gestellet, damit sie dem Aeetes von solchem desto eher in die Augen fallen, und ihn in seiner Nachfolge etwas aufhalten möchten. Er wurde auch bey Erblickung derselben dergestalt betreten, daß er zuförderst den zerstückten Absyrtus wieder zusammen lesen und begraben ließ; da denn Medea inzwischen Zeit gewann, mit dem Jason und den übrigen Argonauten glücklich zu entkommen. Apollodor. lib. I. c. 9. §. 25 Conf. Schol. Apollon. ad lib. IIII. v. 223. Es geschah solches in Mösien an dem Pontus Euxinus, und bekam daher mit der Zeit die Stadt Tomi von τέμνω, seco, ihren Namen, Ovid. Trist. lib. III. Ebg. VIIII. v. 30. welche Stadt noch jetzo bekannt ist, und von ihrer ehemaligen Benennung auch den Namen Tomiswar führet.
 
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ABVNDANTIA, æ, eine Göttinn des Ueberflusses bey den Römern, die auf Münzen und alten Denkmälern vorkommt, aber weder Tempel noch Altar hatte. Man stellet sie unter der Gestalt einer wohlgebildeten Frau vor, die mit Blumen bekränzet ist, in der rechten Hand ein mit allerhand Früchten angefülltes und zur Erde geneigtes Horn und in der linken ein Bündel Kornähren von allerhand Getraide hält, welche meistens unter einander auf die Erde fallen. Zuweilen führet sie auch nur einen Spieß in der Hand. Struvius Synt. Antiqu. Rom. c. I. p. 141.
 
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ACACALLIS, ĭdis, Gr. Ἀκακαλλὶς, ίδος, ( Tab. XX.) des Minos, Königs in Creta, Tochter, zeugete mit dem Apollo heimlicher Weise den Miletus, den sie daher aus Furcht vor ihrem Vater wegsetzen, Apollo aber so lange durch Wölfe bewachen und säugen ließ, bis ihn einige Hirten fanden, und zu sich nahmen. Anton. Liberal. c. 53. Nachher bekam sie auf gleiche Art von dem Mercurius auch den Cydon, Alexander apud Schol. Apollon ad lib. IIII. v. 1492. und, da Minos selbst mit einer Person gleiches Namens den Oaxus gezeuget haben soll, Nat. Com. lib. III. c. 7. so

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scheint sie vielmehr eine gemeine Buhlerinn, als solches Königes Tochter, gewesen zu seyn. Indessen machen einige auch noch den Amphithemis und Garamas zu ihren und des Apollo Söhnen. Apollon. l. c. v. 1491. Sieh diese Artikel.
 
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ACACALLIS, ĭdis, eine Nymphe, mit welcher Apollo in der Stadt Tarrha, und zwar in Karmanors Hause, den Phylacis und Philander zeugete. Pausan. Phoc. c. 16. Einige machen auch noch den Naxus zu beyder Sohne, Nat. Com. lib. IIII c. 10. p. m. 342. mit was für Zuverläßigkeit aber, ist nicht bekannt.
 
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ACACESIVS, i, Gr. Ἀκακήσιος, ου, ein Beyname des Mercurius, welchen er von dem Akakus, Lykaons Sohne, als seinem ehemaligen Pflegevater, bekommen haben soll. Er wurde insonderheit unter diesem Namen in der Stadt Acacesium in Arcadien verehret, vor welcher auch dessen Statüe von Marmor auf einem Hügel gleiches Namens zu sehen war. Pausan. Arcad. c. 3. et 36. So hatte er nicht minder unter dieser Benennung einen ansehnlichen Tempel zu Megalopolis, der Hauptstadt Arcadiens, Gyrald. Synt. VIIII. p. 301. und wird auf seine Art nicht unrecht mit dem Mercurius ἀκακήτῳ für einerley gehalten. Wie aber solche beyden Namen ursprünglich von dem α privativo und κακὸς, malus, herkommen, und folglich einen Mercurius bemerken, der niemanden schadet; Anna Fabra ad Callim. Hymn. in Dian. v. 143. et Spanhemius ad eumd. p. 232. so wurde auch geglaubet, daß die Hygieia oder Wohlfahrt ihm zu allernächst wohne. Phurnut. de Nat. Deor. c. 16.
 
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ACACÉTVS, i, sieh Ἀκάκητος.