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g,G bis Gabenschatz (Bd. 3, Sp. 1057 bis 1060)
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Artikelverweis  g,G
1 als Buchstabe
a zur Abkürzung von Wörtern (auch Titeln) mit anlautendem g,G: ‘g.’ für: Groschen sd‘G.’ (mit Familiennamen) für: Gebrüder sd ‘G.’ idVbdgn ‘G. H.’ od ‘G. H. R.’ für: Geheimer Hofrat s geheim
b ‘G.’ als G-s Unterschrift in Briefen, Billetts (an Familienangehörige, Freunde u Bekannte) u in amtl Schriften B1,7,25 Cornelia 21.6.65B2,208,25 Kestner 21.11.74B3,24,24 ChStein 28.1.76B50,97,13 Meyer [10.10.18 Korr SchrGG34,480]A(JVoigt 368) Aufzeichng fBergwSession [vor 13.9.96] uö(häufig)
2 als Zeichen
a zur Ordnungsgliederung als 7. Glied einer Reihenfolge; bes in (schemat) Aufstellungen in natwiss u amtl Schriften, auch zur Kennzeichnung von AnlagenSandstein. | G. Aus dem Fluß Orete. | G a. Aus dem Tale zwischen Castrogiovanni und Molimenti LA I 163,11f MinGeol PlpA. Das Haupt .. g) Ossa frontis N8,26,15 Vgl Anatomie 6Die beyliegenden Verzeichnisse sub G und H A(JbGG6,273) Promem 9.6.86A(JVoigt 358) Aktenniederschr 11.11.[85] zur Kennzeichnung von Druckbögen B18,34,19 Göschen 8.12.88 [Zit s v ‘f,F’]  als Anmerkungszeichen N51,119,21u30 Farb Schatt
b zur Bezeichnung eines Punktes auf einer schemat Zeichnung N51,440,3 RegenbogN2,72,7u16u20 FlP 119f
3 musikal: als Tonbezeichnung 26,186,6 DuW 4 [Zit s v ‘f,F’]

Brigitte Mattausch


 
Artikelverweis  Gäa mythol: die tellur Muttergottheit, Gebärerin des Antaios (u des Herakles)G., die Mutter, stellt ihren Liebling [Antaios, im Kampf mit Herakles], wie er sie nur im mindesten berührt, in allen Kräften wieder her 491,121,25 Philostrat152,10 Faust II 7391 u Var [Zit s v Erde A 4 a]
Syn Erde Mutter(M. Erde) Tellus

Brigitte Mattausch


 
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Gabe
1 (geforderte) Abgabe, Tributihr .. [Siebmacher-] Handwerck von dem sie [die Betreiber] Steuern und G-n geben A1,335,9 Aktenausz [19./29.1.85]151,1 Faust II 1103826,34,26 DuW 1 uö(selten)
2 Geschenk im weitesten Sinne, vielfach im Kontext der Wechselwirkung von Geben, Empfangen u Danken (s bes 2a,b und e)
a Almosen, wohltätige Spende (auch als relig Gebot), mehrf idVbdg ‘milde, fromme G.’; einmal in krit Reflexion üb das Bettelwesender Geistliche zog ein Goldstück .. und sagte: Theilet den Pfennig | Unter die Dürftigen aus, und Gott vermehre die G.! HermDor VI 196nach der Predigt, hatte er [Lavater] als Geistlicher die Verpflichtung, den .. Sammetbeutel jedem Heraustretenden vorzuhalten und die milde G. segnend zu empfangen 29,138,28 DuW 196,70 Vs 6 DivBetrachtg [Zit s v dürftig] 422,33,9u12 Reformationsf 181732,24,23 ItR20,73,19u23 Wv I 6
b konkr (überwiegend materielles) Geschenk zu best Anlässen
α neben (rituellen) Festgeschenken (zu Weihnachten, Geburtstagen, Jubiläen uä) bes als (symbolisches) Zeichen enger wechselseitiger (verwandt-, freundschaftl) Beziehungen (häufig mit qualifizierenden Attr wie ‘schön, köstlich, reich, unschätzbar, angenehm’), als Zeugnis überschwenglicher Liebe auch hyperbol; einmal ‘nützliche G.’ iSv Mitgift[Eugenie:] Von meinem Vater? dieser prächt’ge Schrein! | .. Ahnest du, | Was diese G. mir bedeuten kann? | .. [Hofmstrn:] Auf nächste Hoheit deutet sie gewiß. | Den Schmuck der Fürstentochter bringt man dir NatT 1009Schön und köstlich ist die G. [ein von Marianne Willemer geschenkter Kamm], | Wohlenträthselt das Verlangen; | Daß die Weihe sie empfangen | Bleibet aber ungewiß 6,298 Vs 1 Div NachlFrühe Music und G-n [zu G-s Geburtstag in der Gerbermühle] Tgb 28.8.154,21 An Gfen Paar 16.8.18 Vs 14,297 Erwiderung der festlGaben Titel6,158 Vs 9 DivSuleikaHermDor II 173
β unter dem Aspekt eines (öffentl od privaten) Dienst-, Abhängigkeitsverhältnisses zur Obrigkeit gezielt als Belohnung, Auszeichnung (für bes Verdienste), als Gnaden- od Gunstbeweis des Herrschers; einmal speziell für den Siegespreis[Faust zu Helena:] Die G-n, diesen [den Heerführern] hier verliehen - | An jeglichen ein reiches Land - | Sind groß und herrlich 151,1 Faust II 9506[Tasso:] Ich soll es tief empfinden, wie der Fürst | Mit offner Brust mir seine Gunst gewährt, | Mit reichem Maß die G-n mir ertheilt Tasso 2479[König zu Eugenie:] Dich, die Verwandte hab’ ich anerkannt; | .. [Herzog:] So große G. fordert ungetheilten | Und unbegränzten Dank des ganzen Lebens NatT 28352,158 Bericht üb Lenz’ Jubiläum26,324,8u22 DuW 5411,324,16 Ilias Ausz 23 seit 1800 gehäuft in förmlichen zT floskelhaften briefl Danksagungen für offizielle Ehrungen, verliehene Auszeichnungen uä sowie für überlassene Kunst- od natwiss Sammlerobjekteindem ich .. nachsinne, wie ich meine Dankbarkeit für so hohe G-n [Verleihung eines Verdienstordens durch König Ludw I vBayern] auf eine schickliche .. Weise wiederholt aussprechen möchte B43,113,17 d’Alton 18.10.27Nun ist gestern .. die köstliche G. [goldene, mit Brillanten verzierte Dose der österr Kaiserin Maria Ludovica] .. angekommen, und es soll dieser Tag künftig festlich gefeyert werden B22,36,11 Lichnowsky 19.2.11 KB41,215,16 Streber [3.11.26] KB40,126,17 Grolmann 14.11.25 KB27,167,12 Heim 25.9.16 K öfter speziell iS finanzieller Zuwendung; ‘kleine G.’ auch iSv TrinkgeldIch nahm .. Gelegenheit, bey Serenissimo wegen einer kleinen G. [für den krankheitshalber in Geldschwierigkeiten geratenen Mineralogen Lenz] ein Vorwort einzulegen B23,285,6 Voigt 17.2.13B10,320,13 CHerder 30.10.95B16,283,15 CarlAug 1.9.0346,36,21 Winckelm
c übertr für ideelle, insbes seel-geistige u sittl Werte; mehrf speziell für die der Gesellschaft vom Dichter (aus der schöpferischen Fülle) geschenkte (aber ihr zugleich nicht zugängliche) Essenz der Poesie, auch in bildl-symbol Kontext; einmal ‘lebendige G-n verleihen’ vom Künstler als Schöpfer organ Gebilde[Tasso allein nach dem Liebesbekenntnis der Prinzessin:] Du gibst mir viel, | Du gibst, wie Erd’ und Himmel uns Geschenke | Mit vollen Händen übermäßig reichen, | Und forderst wieder, was von mir zu fordern | Nur eine solche G. dich berechtigt Tasso 1146[Tasso zum Herzog:] Ich trug ihm [Antonio] warm die schönste Freundschaft an; | Er warf mir meine G-n vor die Füße Tasso 1477[der die Poesie verkörpernde Knabe Lenker zur Menge:] Die größten G-n meiner Hand | Seht! hab’ ich rings umher gesandt. | .. Ein Flämmchen das ich angesprüht, | .. An diesem hält sich’s, dem entschlüpft’s 151,1 Faust II 5630151,1 Faust II 55976,256 Vs 28 DivParadiesTasso 1202u12216,58 Div Genügsam 73,102 Wohl zu merken 2 [Zit s v Folgeleben] mehrf für ein best literar od wiss Werk im Hinblick auf seine Bed für den Rezipienten, mit wertenden Attr wie ‘bedeutend, groß, hold, geistreich’ bzw im Bescheidenheitstopos ‘nicht ganz unwert’[Herzog zu

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Tasso:] Du überraschest mich mit deiner G. | Und machst mir diesen schönen Tag zum Fest. | So halt’ ich’s endlich denn in meinen Händen, | Und nenn’ es [Tassos vollendetes Gedicht] in gewissem Sinne mein! Tasso 391Ich .. redigire meine Correspondenz mit Schiller .. Es wird eine große G. seyn, die den Deutschen, ja ich darf wohl sagen den Menschen geboten wird B38,278,23 Zelter 30.10.24412,211,5 Üb:Weber,ElegDichter dHellenenN4,316,5 Fl Suppl
d Dank- od Sühneopfer zu Ehren eines göttl Wesens, einmal im ausgeführten Bild[Antiope:] Ich führe dich | an den Altar der Götter dieses Hauses .. [Elpenor:] Ich ehre sie und brächte gern | Der Dankbarkeit bereite G-n 11,26 Elp2 554 [G/Riemer]32,192,3 ItRB3,142,8 ChStein 13.3.77 uö(selten)
e von Gott, himml Mächten (häufig personifiziert in den Gottheiten der antiken Mythologie) od (seltener) von einer unpersönl höheren Macht wie Schicksal, Glück, Zufall uä (gnädig) Gewährtes, Verliehenes od Zugeteiltes
α irdische, vergängliche Güter, materieller Besitz uä, auch im Vergl; mehrf in den (tradierten) Paraphrasen ‘G.(-n) der Ceres(sd), des Bacchus, Pomonens, Dianens(sd)’ uä für die diesen Gottheiten zugeordneten Naturgaben, einmal ‘gereihte G-n Amphitritens’ für Perlenschmuck[in Anspielung auf schnell welkende Blumen] Auch so geben die Götter vergängliche G-n, und locken | Mit erneutem Geschenk immer die Sterblichen an 1,276 Der neuePausias 55[Sophie:] Das Glück verwöhnet uns gar leicht durch seine G-n, | Man hat, so viel man braucht, und glaubt noch nichts zu haben 9,49 Mitsch3 151[Stella:] Du gabst mir ihn [Fernando], heiliger Gott im Himmel! ich hielt ihn fest, wie die liebste G. aus deiner Hand 11,181,1 Stella2 IVAchilleis 1121,303 Vs 138 Epist IIPand 623
β unvergängliche ideelle Güter, sittliche od ästhet Werte, vereinzelt mBez auf unwandelbare (Natur-)Gesetzlichkeiten, auch in ambivalenter Bewertung, einmal definitorischIch kenne ganz den Werth von deinen [der Göttin Wahrheit] G-n! 1,6 Zueignung 68Zu nehmen, zu geben des Glückes G-n | Wird immer ein groß Vergnügen sein. | Sich liebend an einander zu laben | Wird Paradieses Wonne sein 6,145 Vs 15 DivSuleikaDie Idee der Metamorphose ist eine höchst ehrwürdige, aber zugleich höchst gefährliche G. von oben. Sie führt in’s Formlose N7,75,11 Probl uErwidergN11,319,12u14f StudSpinoza [1784/85]Tasso 948251,211,6 Wj III 1116,355 Epimen 437 im Kontext bibl-christl Vorstellungen speziell die Gabe(n) des Hl Geistes (in Anknüpfung an Luk 24,49 u Apg 2,1—4u38) bzw die geistlichen Gaben (nach 1.Kor 12—14) für das Sprachwunder, die prophet Rede bzw einzelne christl Tugenden1) (als göttl Gnadenbeweis)Jene G. der Sprachen, am Pfingstfeste in Glanz und Klarheit ertheilt 28,104,21 DuW 12[Prediger:] daß ihr dem Höchsten kein größeres Dankopfer darbringen könnt, als ein Herz gebessert und an geistlichen G-n [Demut u tätige Nächstenliebe] bereichert 341,43,18 Rochusf37,188,7 Zwo biblFragen32,24,9 ItR
γ in Übernahme u Weiterführung der Naturauffassung Spinozas, speziell seiner ‘Deus-sive-Natura’-Gleichung2) bei G häufig die ‘allmütterliche, liebevoll austeilende, reichhinstreuende, gütige’ göttl Natur als Gaben-Spenderin, sowohl im Rahmen eines gesetzmäßigen (polaren) als auch willkürl Wirkens; einmal ‘die größte G.’ der ‘Mutter Tellus’ für das Salzzwiefach bestimmte | Sie [die Göttin Natur] das höchste Gesetz, beschränkte jegliches Leben, | Gab ihm gemess’nes Bedürfniß, und ungemessene G-n, | Leicht zu finden, streute sie aus 3,89 MetamTiere 8Auch ist es [die ästhet Produktion] eine freundliche G. der Natur N6,158,18 MetamPfl NachtrFaust I 3104 [Zit s v austeilen 1 b] N4,99,4 FlH VI23,267,26 Lj VIII 9131,174 ProlHalle 1811 Vs 55f
3 (überwiegend geistige) Fähigkeit(en), Talent; als dem Menschen ‘einwohnende’ Anlage, ihm ‘an-, eingeborene’, häufig von Gott od der (göttl) Natur verliehene Begabung (iGz erworbenen Fertigkeiten), zT in enger Berührung mit 2 eDie mannichfaltigen G-n, womit ihn die Natur ausgestattet, concentrirten sich vorzüglich im Auge 491,234,11 Bossi, Leonardo daVinci[Hofmstrn üb Eugenie:] die Treffliche; | Von jeder G., jeder Tugend schenkt’ | Ihr die Natur den allerschönsten Theil NatT 1761Man kann Niemanden vorschreiben .. wozu er die ihm einwohnenden G-n ausbilden soll B21,294,11 Reinhard 14.5.10AA71,13 Werth II23,111,20 Lj VII 8151,1 Faust II 6846 häufig eine spezif ausgeprägte Fähigkeit, Begabung wie (analyt-wiss, künstlerisches) Beobachtungs-, Erfindungs-, Darstellungs-, Antizipationsvermögen, visionäre Vorstellungskraft, (myst) Verzückung uä; vereinzelt auch für eine best Potenz, Kraft natürlicher Phänomenedie G. zu trennen, zu sondern, zu vergleichen, wie sie dem Menschengeiste gegeben ist N6,356,14 Morph[üb den Dichter JChGünther] Ein entschiedenes Talent, begabt mit Sinnlichkeit, Einbildungskraft, Gedächtniß, G. des Fassens und Vergegenwärtigens 27,81,11 DuW 7151,1 Faust II 690132,194,7 u 200,15 ItR31,245,11—13 ItR [Zit s v Enthusiasmus 3] 28,247,24 u 264,28 DuW 14N8,190,11 AllgKnochLehre 5 mehrf speziell für das dichterische Talent als göttl Geschenk3)Allah gab die G. jedem Dichter; | Mißbraucht er sie im Wandel seiner Sünden, | So seh’ er zu, mit Gott sich abzufinden 6,38 Vs 8 DivHafis[Tasso:] Wenn die Natur der Dichtung holde G. | Aus reicher Willkür freundlich mir geschenkt Tasso 4057,32,14 DivNot21,130,11 Lj II 2 [Zit s v begaben 2 b] sehr oft in DuW im Rückblick auf die eigene künstlerische EntwicklungEr [G-s Vater] schätzte meine angebornen G-n um so mehr als sie ihm mangelten 26,45,19 DuW 1Ich zog mich .. in mein eigenthümliches Fach zurück und suchte die von der Natur mir verliehenen G-n mit mäßiger Anstrengung anzuwenden 28,341,27 DuW 1527,16,14 DuW 627,171,28 DuW 827,373,19 u 374,12 DuW 10
4 als Maßbestimmung: Dosis, Portioneine übergroße G. Opium 35,58,27 TuJ
GWB Altertumsgabe GWB Anschauungsgabe GWB Anziehungsgabe GWB Auslegungsgabe GWB Belehrungsgabe GWB Bemerkungsgabe GWB Beobachtungsgabe GWB Bildungsgabe GWB Blumengabe GWB Dankesgabe GWB Darstellungsgabe GWB Deutungsgabe GWB Dichtergabe GWB Dichtungsgabe GWB Doppelgabe GWB Eintrittsgabe GWB Empfindungsgabe GWB Entdeckungsgabe GWB Erdegabe GWB Erfindungsgabe GWB Erinnerungsgabe GWB Fassungsgabe GWB Fortpflanzungsgabe GWB Freundesgabe GWB Gedächtnisgabe GWB Gegengabe GWB Geistesgabe GWB Geschenksgabe GWB Gnadengabe GWB Göttergabe GWB Gottesgabe GWB Himmelsgabe GWB Hochzeitgabe GWB Jahresgabe GWB Jugendgabe GWB Kaisergabe GWB Kombinationsgabe GWB Küchengabe GWB Kunstgabe GWB Landesgabe GWB Lebensgabe GWB Lehrgabe GWB Liebesgabe Morgen- Musen- Nachahmungs- Nachbildungs- Natur- Naturdichts- Neujahrs- Ordnungs- Oster- Papier- Rede- Reise- Restaurations- Silber- Sonderungs- Sprach- Sprachen- Sustentations- Tages- Traum- Überredens- Überredungs- Unterscheidungs- Völker- Vorstellungs- Wasser- Weihnachts- Welt- Wunder- Zucker-Syn zu 1 Abgabe Gefälle Tribut Zins zu 2 Donarium donum Geschenk zu 2 a Almosen Spende zu 2 d Opfer zu 3

[Bd. 3, Sp. 1060]


Anlage Fähigkeit Potenz Talent Vermögen zu 4 Dosis Portion
1) Zur bibl Grundlage der Gabenlehre sowie zur Zuordnung der Gaben zu den christl Tugenden bei Thomas vAquin s LThK 4,478f
2) zu G-s Rezeption der spinozaischen Naturlehre ausführlich MBollacher, Der jg G u Spinoza, 1969,116—124 u 167—175
3) vgl dazu 6,218,19: Dichten .. ist Himmelsgabe; ähnl 29,14,8f DuW 16

Dorothea Weiss-Schäfer


 
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gäbeeinmal ‘giebe’ (Schreiberhs) A2,204,22 Votum [Jan 92] K nur in der festen Vbdg ‘gäng und g.’ s gänge

Brigitte Mattausch


 
Artikelverweis  Gabel
1 zwei- od mehrzinkiges Gerät
a Teil des Eßbestecks; Küchengerät (auch mythol als Hexenrequisit)ist aber an solchen [frz Wirts-] Tischen Sitte, daß man wohl Löffel, jedoch weder Messer noch G. erhält, die man daher mitbringen muß 33,39,12 CampChinesen lächerlich essen ohne Messer und G. 53,418,9 Aus Werk üb ChinaPersonen .. welche mit großen zweyzinkigen G-n die gebackenen Kränzchen [aus dem siedenden Öl] herausheben 31,313,8 ItRA(JbSKipp10,68) Regie Weim [1800/ 10] als kulturgeschichtl wertvoller Sammelgegenstand[im Auktionskatalog] ein Paar Messer und G. von Elfenbein, eine Kindergruppe vorstellend B41,258,2 Schmidmer 19.12.26 KB41,261,5 Schmidmer 28.12.26 K
b Mist-, Heugabel; auch als Waffe[fremder Richter:] Schnell verwandelte sich des Feldbau’s friedliche Rüstung | Nun in Wehre; da troff von Blute G. und Sense. | Ohne Begnadigung fiel der Feind HermDor VI 7331,145,14 ItRReinF II 124 u III 145
c Ofen-, Feuergabel; nur mythol, auch als Reitinstrument von HexenPluto’s G. drohet schon | Dem Urgrund Revolution 3,358 ZXen VI 1698[Chöre:] Es trägt der Besen, trägt der Stock, | Die G. trägt, es trägt der Bock Faust I 4001Faust I 39761,212 Die ersteWalpurgisnacht 54u60
2 für gabelähnl Dinge
a die Deichsel eines Einspänners, hier mBez auf die alten ital LohnkutschenDas Fuhrwerk der Vetturine .. aus den alten Tragsesseln entstanden .. Statt des hintern Maulthiers, das man hervor neben die G. spannte, setzte man zwei Räder unter 30,187,19 ItR
b botan
α gabelartige Verzweigung eines BaumesDie Gestalt eines schönen Gärtnerbaumes ist, daß er über dem untern dicken Stamm sich in eine G. von zwei Zweigen bildet 46,363,25 HackertNachtr ÜbLandschMalerei
β pl: für die klammernden, haftenden Teile, die Ranken des Weinstocks, auch als Entwicklungsorgane für Blüten- u FruchtständeDen Weinstock, der mit seinen G-n sich überall festzuhalten weiß N6,344,14 Bignonia radicansaus den G-n unmittelbar entwickeln sich Zweiglein und Stielchen, nackt, blätterlos .. aber vielfach blühend, saftige Beeren tragend N7,137,13 WeinbauN7,142,17 Weinstock
→ Mist- Ofen- Stimm-Syn zu 2 b β Böckchen Böcklein Capreolus Vrille Zirrys

Brigitte Mattausch


 
Artikelverweis 
gabelartig tritt [bei der Weinrebe] in den meisten Stellen eine dünne strickartige Verlängerung hervor, welche sich bei fernerem Fortwachsen g. theilt N7,142,8 Weinbau
Syn zirrusartig

Brigitte Mattausch


 
Artikelverweis  Gäbelchen wie Gabel 2 b βAn der Gegenseite des Knotens [der Weinrebe] .. erscheint das G., ein äußerst zartes faden- oder schnurartiges Organ, welches meist sich in zwei, auch wohl in mehrere Fortsetzungen trennt, nicht so stark wie Zinken an der Gabel, daher es aber doch seinen Namen erhalten hat N7,136,13 WeinbauN13,96,14 Morph PlpN7,55,9u23 SpiralTend 1831
Syn Gabel(sd)

Brigitte Mattausch


 
Artikelverweis 
gabelförmig das Einsetzen von gabel- und kammförmigen Werkzeugen N9,85,15 Kammerbg 1808

Brigitte Mattausch


 
Artikelverweis  Gabelfrühstück metaphorHiebey ein kleines G. [für Aushängebogen von ‘Kunst u Altertum’], woraus du dir etwas deinem Gaumen Willkommenes ausstochern wirst B37,1,14 Zelter 2.4.23

Brigitte Mattausch


 
Artikelverweis  Gabelzinke pl: die zwei Teile des Gäbelchens der Weinranke N7,137,7 Weinbau

Brigitte Mattausch


 
Artikelverweis 
Gabenschatz ‘Du siebenfaltiger Gabenschatz’ in der Anrede des Hl Geistes als Spender der 7 Gaben (vgl Jes 11,2) 4,330 Veni Creator Spiritus 9 [lat Vorlage: Tu septiformis munere]

Dorothea Weiss-Schäfer