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bis Weʰ (Bd. 2, Sp. 775a bis 776a)
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Artikelverweis  w bisweilen an Vokal angeschoben vor folg. Vokalanlaut O. nicht M. Do steʰ-w-iʰ Co. Ich kaⁿⁿ-w-e (ihn) nit verbutzeⁿ! Mark.
 
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PfWB PfWB RhWB RhWB Wauwau, Woüwoü, Wöwöu, Wuwu(tz), Wullewutz [Wàùwàù Molsh. Avolsh.; Wòiwòi Roppenzw. Katzent. Dü. Rapp. Bf.; Wwì Barr Ingw.; Wywy Str.; Wœywœy Z. Schleit.; Wùwù Liebsd. Roppenzw. Banzenh. Ruf. Bf.; Wywy Hag.; Wywyts Betschd.; Wywæts und Wówæts W.; Wùləwùts Ndrröd.] m.
1. Hund, in der Kinderspr. allg., auch Demin. s Wuweli Banzenh. Syn. Bummer Schleit. ‘Bass uff, der Wäuwäu kummt!’ Str. JB. XI 114.
2. Wolf, von alten Leuten so genannt Roppenzw.
3. böser Mann, Schreckgestalt, Popanz, ein Wesen, womit man Kinder schreckt, Gespenst, Teufel. Sin (seid) gschwind still, dr Woiwoi is duss Dü. Wart, dr Woiwoi nimmt diʰ! Bf. Wart, dr Wuwu chunnt! Liebsd. Anfang eines Wiegenliedes: Maidele, schoü, schoü, Dert kummt dr Woiwoi Rapp. JB. VII 155. ‘I haa mi schunn als Kind Stark for em Wauwau gförcht’ Pfm. V 6. — Basel 318. Schwäb. 520. Bayer. 2, 823.

Waüel [Wàjl Attenschw.; Wòjl Roppenzw.] m.
1. Popanz, Kinderschreck. Dr W. muess diʰ nëⁿ! Attenschw.
2. Hund mit langen zottigen Haaren Roppenzw.

Harwaüel [Hórwòjəl Fisl.; Pl. ebs.] m. Weibsperson mit wirrem, ungekämmtem Haar. Vgl. Harigel 2.

Waüleⁿ [Wòjlə Roppenzw.] m. Hund, der immer bellt; übtr. Mensch, der viel weint. Das is [tà] jetz e wüesteʳ W.!

waüleⁿ [wòjlə Liebsd. Roppenzw.; Part. kwòjlət] heulen bei Schmerzesempfindungen,

[Bd. 2, Sp. 775b]


vom Hund. Dëʳ Hung wojlet Roppenzw.Bayer. 2, 823.

Waüsel [Wòjsl Roppenzw.] m. Hund.
 
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PfWB LothWB RhWB weʰ [wé allg.; wiè M.; Kompar. wéər Z. Han. Dehli.; wénər Dü.; wéər Hi. Obhergh.; wertər M., daneben auch werər Su.; Superl. àm wétə Dü. K. Z.; àm werttə M.; oft Umschreibung der Steigerungsformen durch meʰʳ allg., am meʰsteⁿ weʰ O., am medelsteⁿ weʰ] Z. wie hochd. weh; w. due(n) schmerzen. Er duet keⁱⁿm Floʰ w. ist ein gutmütiger Mensch Gebwt. Du wurst ihm w. dueⁿ! iron. du wirst dich anstrengen bei dieser Arbeit Su. ‘Do ist nimmeh e so vil Guts dran, as êm weh im Au duht’ Dehli. JB. XI 56. Ich häⁿ mⁱr wescher doⁿ aˡs du meins Hi. Alles macheⁿ, was m Gëld w. duet unnützerweise Geld ausgeben Hf. s gschicht (gschiʰt K. Z. Han.) ⁱʰm w. es fällt ihm schwer, um so weʰer AEckend. ‘Je ungêrer mer ebbes duht, je wééer geschiehts èm’ Dehli. JB. XI 62. ‘Un sott’ es ne allen au recht weh no drüber g'schehn’ Wasselnh. 1817 JB. XI 74. s kann ihm noch w. wëreⁿ, öb (bevor) r stirbt es kann ihm noch schlecht ergehn, es ist noch nicht aller Tage Abend Horbg. s ist ihm w. woreⁿ er ist ohnmächtig geworden allg. ‘Wie verstummt un daiwlicht springt diss (Susel) uf un wurd em weh’ Pfm. III 7. s ist ihm weʰ wü im e Hund namentl. wenn sich die Folgen starker Trunkenheit einstellen Z. JB. VII 196. s ist ihm so w., ass r nimmʳ kaⁿⁿ ufsteʰⁿ er ist schwer betrunken Hattst. O w., jetz is gfëʰlt! Ausruf der Enttäuschung Z. ‘s hèscht nit immer Juhè, s hèscht gar se dick: O weh!’ Dehli.

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JB. XI 48. Die Nebenform [owá Rapp. K. Z., owáj Mutzig] lehnt sich vielleicht an das frz. ouais an und wird bes. gebr. bei einer plötzlichen schmerzhaften Empfindung. s. auch bös 1. Zss. weʰlidig sehr empfindlich für kleine Schmerzen Str. Weʰtag u. Weʰtageⁿ Bf. Scherw. Die Komparative, [werər, wertər und wohl auch wésər] gehören zum alten wirs wirst s. u. würsch. — Basel 312. Bayer. 2, 823.

PfWB stërbeⁿsweʰ allg., stërbeⁿdsweʰ Ingersh. sehr unwohl, zum Sterben unwohl, vielfach wenn man sich erbrechen möchte und nicht kann.

PfWB RhWB wind un weʰ, windeweʰ, windelweʰ, wimpelweʰ, willen-e-weʰ [wìəwé Hi.; wìntəwé Banzenh. Su. Osenb. Hattst. Str.; wìntə-n-ùn wé Str. Ingw.; wentlwé Illz.; wìmplwé Mütt. Str. Betschd.; wìmpl ù wé Bf.; wempləwé Dü.; wįpl ù wiè M.; welə-n-ə wé K. Z. JB. VII 190] Adj. in hohem Grade weh, schlecht, zum Erbrechen unwohl, angst, bange, ohnmächtig. Syn. stërbeⁿsweʰ. Maidele, loss miʰ geʰⁿ, s wird mⁱr windlweʰ; Hätt ich doch dⁱe Kilwe nit gnummeⁿ, Wär iʰ nit um min Äckerle kummeⁿ! Maidele, loss miʰ geʰⁿ, s wird mⁱr windlweʰ Illz. ‘Im Mensch un Vieh wurd's windeweh’ Schk. 179. ‘winde un weh’ Als. 1862-67, 164 Anm. 5; ‘winn un weh’ Pfm. IV 5. Vgl. ‘Da war denen die sich selbst vbel bewusst waren, wimppel vnd bange’ Mosch. II 4; bei Geiler ‘wunn und wee’ Em. 13 u. 64; Als. 1862-67, 161 Nr. 479. — Basel 316. Schwäb. 532. Bayer. 2, 949. Pfalz 152.

PfWB PfWB LothWB LothWB RhWB RhWB Weʰ [Wé fast allg.; Wiè M.; Pl. ebenso; kosendes Demin. Wikələ Roppenzw., Wíwələ K. Z.] n. meist Pl.
1. Weh, Schmerz, Geburts-, Krankheits-, Todeswehen; Zss. [wièshàlp M.] vor Schmerz. Ich hab grüserliʰ W. Hf. s is dismol ein W. um s ander kummeⁿ un is doch nit füran gegangeⁿ Dü. [ər e trei ʿStùin e tə Wiè ks] er hat einen dreistündigen Todeskampf gehabt M. Wildi W. Wehen, durch welche das Kind während der Geburt nicht weiter getrieben wird; Ggs. rëchti W. Hf. Er het e W. epileptische Krämpfe Hi. s fallende W. Felleri., falleⁿde W. M., d fallendi W. Su., d falleⁿde W. Steinb., falleⁿdi W. NBreis. Epilepsie. Syn.

[Bd. 2, Sp. 776b]


Wetage Steinb., Syn. d falleⁿd Krankʰeⁱt Katzent., d falleⁿ Kr. K. Z.
2. in kathol. Ortschaften von Hagenau bis oberhalb Zabern eine nur durch religiöse Massnahmen (Wallfahrt, Gelübde usw.) heilbare, mit einem Ausschlag verbundene oder in einer eiternden Wunde bestehende Krankheit. Für einzelne Krankheiten gibt es bestimmte Wallfahrtsorte, z. B. Hägen bei Zabern für die Hüftgelenksentzündung, daher diese das Häjeⁿweʰ genannt; Flexburg im Kanton Wasselnheim für Skrophulose, daher das Flëxburjerweʰ Hf. Dis Kind het s ganz Gsicht voll W. skrophulöse Ausschläge, Drüsenschwellungen usw. ebd. — Basel 312. Bayer. 2, 823.