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bis ohndauwig (Bd. 2, Sp. 637a bis 637b)
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Artikelverweis  d [t S.] Vorschlag vor das Fürw. iʰr. ‘dr, dehr ihr; dr wènt ihr wollt’ S. St. D-iʰr hait aüʰ Bigriff! was ihr für Begriffe habt! Hi. D-ⁱʰr hän Tagolsh. D-ⁱʰr häⁿ mⁱr e wunderfitzigi Magd verschafft Co. Wie vil Mäʰder hän-d-ⁱʰr gha? Heidw.Rest der alten Endung –t. Hess. 67 dê.
 
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d, s. unter die, du.
 
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t als Bindeelement: Wo-t-er noch jung is gewëˢn Hf. In der 3. Pers. Sing. Ind. Praeterito-Präs. der Hilfszeitwörter ist bei Inversion vor dem Pron. pers. das Endungs-t der gewöhnlichen Verba angetreten: kann-t-er Hf., kaⁿⁿ-t-er Rchw., dorf-t-er Hf., will-t-er, muess-t-er furt, weiss-t-er's schon? Hf., ër weisst's Mark.
 
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da [tó Roppenzw. Co. Hf.; tyo M.;Str.;Dü. K. Z.; to Wh.;Barr Geisp.] Adv.
1. da, an dieser Stelle. Do blis jetz un geʰs mⁱr nit furt Co. Is dr Vater nit do? Dü.
2. da! hier! Se, do hes! Dü. Einleitend bei Fragen: Do, was kost dr Meter von dem Zü? Z.
3. zur Stelle, bereit. Er is do gsin Geisp. Woⁿⁿ mr sat, geʰs mit, donn is es grad do Wh.
4. zur Verstärkung von hinweisenden Adverbien. Do drdurich, do drus Hf.
5. in Verbindung mit Adverbien. Ër is do ane gangeⁿ Roppenzw. Bis do ane, voⁿ do aⁿ, voⁿ do ewëg Dü. Biz dohëre geʰt's aˡs guet Dunzenh. Basel 77. Schwäb. 129. Bayer. 475. Pfalz.

dore [tórə Mütt. Scherw.] Adv. ( eig. do hër hiⁿ) daher, hierher. Kumm gschwind d.! Mütt.
 
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dada [tàtà Büst; tata Molsh. Str. K. Z.; tatá Dü. Hf.] fort, Interj. der Kinderspr. D. geʰn spazieren gehen. Komm, min Müsele, d. geʰn! Molsh. Min Liwes,

[Bd. 2, Sp. 637b]


kumm, mⁱr geʰn d.! Büst. s. auch ada Seite 14.
 
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, da [tæ Str.; te Hi.; tà, Pl. tòn Wh.] da, da hast du, da habt ihr. ‘Dä, do hesch's!’ Str. CS. 24. Dabutz [tà pùts Str.] da bin ich Schk. 5.: so sagt man, wenn man sich vor einem kleinen Kind versteckt hat und wieder zeigt Str. ‘Da da da pour appeler un chien’ Martin Acheminement 101. Vgl. de, sä. — Bayer. 475.
 
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Dau [Tœy Hf.] m. Verdauungskraft bei Tieren. Unser Kuʰ het deⁿ D. verloreⁿ, jetz het ere dr Rossdokter eps verschriweⁿ für deⁿ D. — Schwäb. 120 däube.

Mageⁿdau [Máùətaù Lobs.] m. Braunheil, Brunella vulgaris.

daueⁿ, daüeⁿ [tỳœjə Illk.; tœjə Z.; tàjə Su. Ruf. Geberschw. Bf.; tòjə Hlkr.; táùwə Ndrröd.; tœwə Wh.]
1. wiederkäuen, vom Rindvieh. Su. De dörfs in dr Kueʰ noʰ nit z sufeⁿ gëⁿ, si het erst daüt Geberschw. Wëⁿⁿ s Viʰ daüt, soll mr s rüewig lessen Bf. ‘ein ochss mewet und douwet die speiss nach dem essen’ Geiler S. M. 7.
2. verdauen. D Kueʰ daut nimm rëcht, d Milch is auʰ hitzi schon e par Täj, si muess stiri sin Illk. Ein Kranker daut nicht gut AEckend. ‘Wer sie frisst, der kans nit douwen’ Murner Mühle 527. ‘Dewen digerere’ Dasyp.
3. Rda. Do kaⁿⁿs noch draⁿ d.! Hlkr.; s git iʰm z d. Su. das macht ihm noch viel zu schaffen. — Bayer. 476.

ohndauwig unverdaulich. ‘Rinderleber ist ein grobe ohndäwige Speiss’ L. KB. 45. — Bayer. 477. Schwäb. 120 undäwig.