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bis neüschirig (Bd. 1, Sp. 747a bis 748b)
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Artikelverweis  PfWB RhWB n
1. Rest der unbetonten Vorsilbe hin in ʰⁱna(b), ʰⁱnuf, ʰⁱnüwer, ʰⁱnus, ʰⁱnin U.
2. Rest des unbest. Art., der bisweilen aus Gründen des Wohlklangs vor folgendem Vokalanlaut erhalten ist U. Es hat schon e manicher fünf Mark bezaʰlt, wo im e-n-andereⁿ e Watsch (Ohrfeige) gën hat Lützelstn. Auch als falscher Anlaut: Das is noʰ ne Därlewätsch! Mittl. (Hier wird ne Rest des Acc. einen sein, der anstatt des Nom. steht.) Das is awer ne schwër Wëtter! Heidw.; Nast Ast; Nochme Atem; Nägl Splint, Nadalie (s. Adalie Seite 14), Numhang Seite 352.
3. Auslaut des Fürworts men, der sich vor folg. Vokal erhalten hat: ‘Verwitscht me-n-is’ uns Lustig I 102.
4. zur Tilgung des Hiatus eingeschoben zwischen zwei Wörtern: ‘myn Mamme; n-ali zwai do newes gehn jo mit, s Suffeyel un syn Myeder’ Pfm. I 1 u. ö. ‘Ne so wie d’ Storke’ Lustig I 238. ‘wo kein Liedle meh-n-eso als wieder z'ruck ka bringe’ ders. I 419. ‘Lüäg viä n i di hand näz mit traanä’ Landsman Lied. 88. ‘Mïïr noo vo n i gang!’ ders. 136. ‘Wo ner achtzeh Johr alt gsi isch, hat er weder läse, schriwe noh rächne kenne’ Mü. Mat. 5, 43. Wo-n-iʰ s gsëʰⁿ ha O. Wo-n de oweⁿ uf em Bërg noʰ gangeⁿ bis Orschw. s is ander Wëtter bi-n-iʰre von einer Frau, die unwohl od. schwanger ist Banzenh. ‘bi-n-ere’ Lustig I 46. ‘non-em Làwe trachte’ I 124. ‘wie se-n-alle warte’ I 146. zue-n-ⁱʰm Co. Urspr. n ist abgefallen in Acheⁿ Seite 11, Ädling Seite 15,

[Bd. 1, Sp. 747b]


Äckeⁿ Seite 26, (N)erf, (N)ewralschi, (N)abe, (N)iere, Essle Seite 74. — Bayer. 1, 1707.
 
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PfWB LothWB RhWB na [nà allg.] Ausruf der Aufforderung: nun! Na, kumms noʰ niʰ bal! Dunzenh. Im O. dafür e na: E na, kumms jetz! Hlkr. s. Seite 48; des Erstaunens: Na, weiss Gott, wënn dis nix is! Ingenh. Na jo wëjer! ebd. Na wëjer, was sat Si mⁱr do fur e Neüigkeit! Str. Auch umgestellt wëjer na! und dann meist als Bekräftigung: Dis is wëjer na woʰr! Str.
 
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na [nâ K. Z.] unhöflicher Ausruf der Rechtfertigung und Abweisung: Na, hätt r miʰ geʰn gelon! Dunzenh. Na, ich wur (werde) doch auʰ noch eps dörfeⁿ saujeⁿ Ingenh. Na, was git's dich on? Pfulgriesh.Schweiz. 4, 629.
 
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g(e)nau [knài Mü.; knói Hlkr. Dü.; kənoi M.; kənaù Str. Zinsw. Wörth; kənœy K. Z. Wingen b. W.; knœy Betschd.; kənaùw W.]
1. Adj., meist präd. genau, gewissenhaft, sparsam, knickerig, karg, geizig: O, der is gor grüserliʰ g., er drëjt e Su zwei-, dreimol in der Hand ʰrum, eʰweder ass er sⁱe usgit Ingenh. G., was g. heisst sehr sparsam ebd. Ër is zu g. Wingen b. W.
2. Adv. genau: Er het miʰ g. betracht Dü. Rda. Mⁱr nëʰmen es nit so g., wi dr Teüfl d Judeⁿ Zinsw. ‘ïm Falätin si gshlacht ärkhänt mä n an är gnai!’ Landsman Lied. 79. Verzäʰl mⁱr alles g.! Logelnh. Schweiz. 4, 879. Bayer. 1, 1709.
 
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PfWB LothWB RhWB neü [nei Liebsd. Molsh. Hf.; nèi Mü. O. Bf. Str. Wörth Betschd.; ny Geisp. Geud.; nøy K. Ingenh. Furchhsn. Hf.;

[Bd. 1, Sp. 748a]


næi Obröd.; nw W.; nùi M.]
1. Adj. neu. Ich wünsch üʰ e glückliʰs nöüs Joʰr! Z. E neüëʳ Huët; e neüi Uʰr; e neü Kleid Su. Neü is getreü sagt man z. B. bei einer Versteigerung von alten Möbeln, die man nicht mag Ruf. Geberschw. Alli neüeⁿ Bëseⁿ fëjeⁿ woʰl Bf. Alli nöüeⁿ Modeⁿ sin nix nutz K. Z. Han ⁱʰr auʰ schon nöüi Grumbeereⁿ ghet? Ingenh. Das is mⁱr eps Neüs von Speisen, die man lange nicht gegessen hat Dü. Was git's Neüs? bezw. Nöüs, Nöwes allg. Verschiedene Antworten: Ich weiss nix Nöüs, mⁱr han aˡs genue am Alteⁿ! K. Z. Mⁱr hän ze viel am Alteⁿ Kaysersb. Was nit alt is! Rapp. E alti Chue het e neüeⁿ Drëck gschisseⁿ! Bartenh. Rda. Dis is nix Nöwes, wann d Katz mit deⁿ Hüeʰnereⁿ flijt Altw. Im nöweⁿ Schin zur Zeit des Neumondes Wh.; oder kürzer s is n. O. Meⁿ gsiʰt's an dir, ass es n. is zu einem, der tolle Streiche macht Liebsd. Dr (er) is wider uf e neüs krank Hlkr.; [ùf ə nùis] aufs neue M. ‘von nuwem empfolhen’ Str. 1473 Brucker 498. Als Subst. m. der neue, diesjährige Wein allg.: Kumm, mⁱr geʰn geʰⁿ dr Neü versuëcheⁿ! Su. Was kost dr Neü? Str. Het dr Nöü schon verjoʰreⁿ? Z. ‘ob man Newen oder Virnen schencke’ Geiler 44. Narr (Kl.) Dr Nui Neumond M.
2. Adv. in neuer Kleidung, im Sonntagsanzug: Er is ingeⁿ (unten) nus gangeⁿ an is n. ongetʰon gewë n Ingenh. Zss. neugierig, neurot, neuschierig, verneugernt. — Schweiz. 4, 882. Bayer. 1, 1709.

PfWB LothWB RhWB funkelneü Adj. ganz neu Str.

PfWB RhWB nagelneü [nâklnèi Su. Dü.; náùwlnèi Str.; njlnøy K. Z.] Adj. ganz neu.

PfWB RhWB funkelnagelneü [fùklinàklinùi M.] Adj. verstärkte Bed. von naglneü allg. Do han iʰ noʰ ne funklnaglnui Mëssbüechle Mittl. Ich han bi dr Hochzit e funklnaulneüeⁿ Rock anghat, un no han sⁱe mⁱr e Glass voll roteⁿ Win druf gschutt Lützelstn.Bayer. 1, 1732.

Stierneü m. Bf., f. Str. CS., meist ohne Art. Z.; Adj. Logelnh. der Neumond um die Zeit des Eintritts der Sonne in das Zeichen des Stieres, Aprilmond, meist eine rauhe, unfreundliche, den sprossenden Pflanzen schädliche Übergangszeit zum Frühling; s. Str. Wochenbl. 1883, Nr. 44. Sei nit st.! eigensinnig Logelnh. vgl. stierig.

[Bd. 1, Sp. 748b]


PfWB LothWB RhWB Neüigkeit [Nèiχkhait Bf. Str.; Nøyikhæit K. Ingenh. Furchhsn.; Nøyiχkhæit Geud.; Nùikhèit M.] f. Neuigkeit.

neüschirig [nèiíriχ Betschd.; næiíriχ Bühl; nøyéreχ Wh.] Adj. neugierig. Do wär ich jetzt aʰ n. dis ze sëʰn Bühl. vgl. neügirig. — nach Bayer. 1, 1711 wohl aus neusgierig, mhd. Lexer niuwesgirec. Hess. 283.