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kaüeⁿ bis Teüfelskueʰ (Bd. 1, Sp. 415a bis 416a)
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Artikelverweis  kaüeⁿ [khoiə Hlkr.; khøỳə Geud.] kauen (nur von Tieren gebraucht). Si (die Kühe) k. als noch dron ʰrum am Futter Geud. ‘kewen mandere’ Dasyp. ‘käwen mascher’ Martin Parl. N. 151. — Schweiz. 3, 581. Bayer. 1, 1213.
 
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Kueʰ [‘Xŷə S.; Khŷa Steinb. bis Dü.; Khŷə Hi.; Khỳai Bebelnh. Co. Dü.; Khyù M.; Khyèi Rapp. Bf.; Khŷ Str.; Khý K. Z. Betschd. Obbr.; Khû N. W.; Pl.Xìej Olti.; Khîa Banzenh. Hirzfn.; Khéi M. Brum.; Khièi Rapp. Bf. Z.; Khêj K.; Khí Betschd.; Khî Lohr] f.
1. Kuh. Rda. E guti K. deckt alli Armut zu Betschd. JB. XIII 184. S is finster wie in ⁱⁿere K. Banzenh. Suf nit wie e K.! Gebw. Er kaⁿⁿt franzöˢⁱsch wie unser K. spanisch Steinbr. u. ö. Was weiss doch e K. vun ⁱⁿere Musketnuss, wënn si noʰ nie in ⁱⁿere-n- Apothek gsiⁿ is? Abweisung eines unberufenen Raters; ebenso vum Sunntig, wënn si s ganze Joʰr keⁱⁿ wiss Hëm überchunnt Fisl. Er spitzt s Mul wie e K. uf e Ërbeer zeigt seine Begierde zu küssen, zu essen und sonst; auch: bemüht sich umsonst um feine Manieren Steinb. Wie kummt die K. vum Is? Zuruf an einen Trägen Avolsh. Do schisst e K. meʰʳ aˡs e Nachtigall hier ist guter Rat teuer Barr. ‘Der gewissest Glaub sey, ein Kuh scheiss mehr dann ein Zeislin’ Fisch. Garg. 216. Vgl. auch Kurz 2, 212. Wëⁿⁿ mr so alt wurd wie e K., ze muess mr noch immer lerⁿeⁿ drzue Rathgeber 34. Leʰr du e-n-alti K. klëttereⁿ!

[Bd. 1, Sp. 415b]


Abweisung eines Rats, einer Vorschrift Gebw. An luejeⁿ (plarreⁿ) wie e K. e neüs Schürtʰor erstaunt ansehn Str. U. Der het von dr unsinnig K. gfrëssⁿ Dehli. Pfarreʳs King (Kinder) un Müllers Küeʰ, Wënn dis gerot, ze git s guet Vieʰ K. Z. Gassenreim: Jetz leg iʰ miʰ nider wie-n-e K. Un deck miʰ mit Küeʰdrëck zue; Kunnt dr Teüf l un will miʰ nëʰmeⁿ, Muess r zerst in dr Küeʰdrëck längeⁿ Hi. Rätsel: ‘Vier lamble (trample Gebw.), Vier bamble, Vier lueghe d'r Himmel a?’ Gemeint ist die Kuh, zuerst die vier Beine, dann die vier Striche am Euter, zuletzt die Ohren und die zwei Hörner Sennh. Stöber Volksb. 388. ‘was grase rinder, pforen oder Küge si howent, sollent sie ein pfunt umb drye helbelinge geben’ Str. 15. Jh. Brucker 360. ‘Dise nachgeschribene hant ir Kug verloren’ Mü. 1468, Mieg 2, 94. Spw. s is bös e-n-alti K. lerⁿeⁿ tanzeⁿ was Hänschen nicht lernt u. s. w. U. Spiel mit kleinen Kindern: Ich gi dⁱr e Tʰaler, Geʰ uf deⁿ Märik, Kauf dⁱr e Kueʰ Un e kleins kleins Kälwele drzue; dabei streichelt man zuerst die innere Handfläche, dann kitzelt man sie Ingw.; ähnl. Zabern Stöber Volksb. 14.
2. dumme, grobe Person: dummi, blindi, taübi K. Alti K. kindischer Mensch Su. Str. Was will drvor seⁱⁿ (was wird das für ein Wunder sein), in siⁿm Brueder sin Müeter is e K. gsiⁿ d. h. er ist ein Kalb Dü.; d K. macheⁿ sich ausgelassen benehmen; für andere zu gut sein Rapp. Demin.

[Bd. 1, Sp. 416a]


Küeʰel(e) [Khìali Banzenh.; Khìalala Su.; Khìaəla Dü.; Khéjlə M.; Khéijl Hlkr. Brum.; Khêjl K.; Khìèjl Z.; Khîjl Str. Betschd.] n. e guets Küeʰjel Kunde, an dem man leicht Geld verdient. Verschiedene Kuhnamen im M. s. Mankel 75. Zss. Küeʰbur, –datsch, –drëck, –fladeⁿ, –fuess Soldatenflinte Str., –mist, –mockel, –pflatter, –plapper. — Schweiz. 3, 85. Bayer. 1, 1214. Hess. 230.

Bäterschkülisch [Patərkhíli Ndrsept] n. Kalbin (Judenspr.)

Heimkueʰ [Hèimkhyù M.] f. Kuh, welche im Sommer nicht auf die Bergweide geht, sondern im Stalle behalten wird. — Schweiz. 2, 83.

PfWB LothWB RhWB Hirzeⁿkueʰ, Hirschkueʰ [Hîrtsəkhỳə Heidw.; Hìrtsəkhỳə Mittl.; Herkhý K. Z.; Hìrkhû Oermi.] f.
1. Hirsch: s git ander Wëtter, ⁱne H. het gebrüelt.
2. Hirschkäfer, Lucanus cervus.

Judeⁿküeʰjel [Jùtəkhíjl Lobs.] n. Rda. Nit um e J. auch wenn du mir die grossartigsten Versprechungen machst.

PfWB RhWB Kälberkueʰ [Khèlwərkhý Z.] f. Kuh, bei der noch ihr Kalb ist. — Schweiz. 2, 94.

Meisterkueʰ M. f. die stärkste Kuh einer Herde, beim Stossen erprobt und im Stall vorn an stehend. — Schweiz. 2, 95.

Michaelikueʰ f. Glöcklein zu St. Michael in Niedermagstatt, welches durch sein Geläute die Gewitter verscheuchen konnte JB. XIII 96.

PfWB RhWB Milchkueʰ f. reichlich Milch gebende Kuh Su. Z.Schweiz. 3, 94.

PfWB Teüfelskueʰ [Tèìflskhý Obbr.] f. Laufkäfer, Carabus.