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ja bis ei ja wol (Bd. 1, Sp. 400a bis 400b)
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Artikelverweis  ja [ja fast allg.;Str.; jàə Lohr;Katzent. Dü. K. Z. Wh.;Str.; jyo M.; jóa Strüth; juwə Sulzern; juo Breitenb.; ija Saarunion; kχia Katzent.]
1. Partikel der Zustimmung. Ja gilt an manchen Orten für grob, jo für höflich Katzent. Ja steht in Vorbehalten: ja, ich weiss halt nit; in der Wiederholung und vor anderen einschränkenden Partikeln s. u. Jo ist bestimmter: ein jo und ein etwas St. Han iʰr s m dënn nit gseit? — Jo, hawi s m gseit! ‘Jo sagt mehr als ja’ = ja freilich Klein. Ija und [Kχia] stimmen nur zögernd zu und leiten eine Entgegnung ein: Kja, das geʰt nit e so! ‘Chja! Krämf un Mundfyl sinn gar beesi Breste halt’ Pfm. III 4. ‘Chja, lache Si nurr furt so spöddisch’ ebd.
2. in Fragesätzen: wirklich? Meins, Mueter, iʰ hab e Krutkopf gsëʰⁿ so gross aˡs unser Soüküwl. — Jo? Bf. Is er dënn jō kummeⁿ? Mahnend: ja, was meins du? meins, ich biⁿ e Pfoʰl? 3. in Begründungssätzen: er het s jō gseit! 4. gewiss: [Kal, s e nit wôr? — S e jó wôr Wh.] ‘ich bin ja arm = frz. je suis pauvre de fait’ Martin Coll. 60. — Schweiz. 3, 1. Bayer. 1, 1197. 1198.

ja ja [jája, jojó K. Z.] drohend: [jû jû, wàrt, iχ sâ s em Fàtər! Dü.] Zweifelnd vor Frage: Ja ja, meins, kanns miʰ üwerredeⁿ? Ja ja, het si gsat (un het doch nit gewellt) abweisende Rda. Str. Versichernd: Ja ja, so geʰt s uf dereⁿ Wëlt, Eineʳ het dr (Var. keⁱⁿ) Sack, Dr ander het s Gëld (Var. keⁱⁿ G.) Ruf.

[Bd. 1, Sp. 400b]


jo dënn, verstärkt ei jo dënn! Hf., ja so zugestehend: dann freilich, freilich so Dü. Bf. U. ‘Nu, jo so denn! Sey er mir zufrieden’ Burger-gespräch 24.

ja do! Ausdruck der Verlegenheit: da ist guter Rat teuer: ja do, was macheⁿ mⁱr jetz? U. [ja hiets tyo M.]

ja hiⁿ [jó héa Heidw.] nur zu! (wenn man ein Geheiss nicht annimmt.)

jo jo, iʰ meindas will ich meinen: [hèt s Fé tàs Fyatər kfrasa? — jù i main; s hat nàmé knùma] es würde noch mehr genommen haben Dü.

ja neiⁿ [ja nái Su. Dü.; ja nê U.] verbittend oder berichtigend: [Ja nai, tàs tèrf net sî!] Ja neⁱⁿ du, so how iʰ’s ni gemeint! Dunzenh.

PfWB RhWB ja wol [jù wol Hlkr.; jù wùl Dü.; jo wyol, ijo wyol M.] Beteurung, bes. der Entrüstung: natürlich (ironisch): Ja wol, wiˡˡˢt du fort, wënn iʰ kumm? [Iχ wel tər tsaika, às ìχ Maitər pe ùn net tý, ty khùm mər â, jûwùl! Dü.]

jo, zwei Mol ironische Abweisung Str.

ä jo (ironisch) gewiss nicht: [khomt ər hent? — á jo! Hf. Rauw.; á jyo M.] Gël, dr Wiss is gstorweⁿ? — A jo, r lëbt noch! Z.

ei ja wol (iron.) nicht doch! ‘Duen Si sich au erbreche? — Ich? Ayewohl’ Pfm. II 5. — Vgl. Bayer. 1, 1197.