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über bis übrig (Bd. 1, Sp. 9a bis 9b)
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Artikelverweis  PfWB LothWB RhWB über [æpər Hi.; ewər Su. Dü. U.] Praep.
1. mit Dat. D Supp is üwer em Für Bf. [ewər m Hyfə leijə auf einem Haufen liegen, (von Heu, Holz, Lumpen u. a.) Ewər m Khòtə hàn beköstigen Hf.] Während: üwer m Ësseⁿ; üwer dem während dessen; üwer m Studiereⁿ is er e Narr woreⁿ Hf.
2. mit Acc. üwer s Fëld; üwer Fëld geʰn in ein anderes Dorf U. Luej üwerschi sieh in die Höhe (über sich)! Bf.; üwer der Wajeⁿ na gheieⁿ Dü. Er het noch nix Warms üwer s Hërz awe gelossen nichts Warmes gegessen Su.; üwer s Joʰr im nächsten Jahre; [ewər àχt T Hf.; ewər Nâχt Dü.] Iʰ weiss nix z klajeⁿ üwer deⁿ Bue Dü. [Se sį kəwes əso kâr krop ewər sə] sie sind, wie man sagt, sehr grob gegen sie Mühlb. Das geʰt doch üwer s Boʰneⁿlied Dü. [Ǽn Mól ewər s àntər] in einem fort Hf. [Ewər ǽn Mól] plötzlich Z. Üwr eins Mol Str. Üwr e Hufeⁿ gheieⁿ a) auf einen Haufen werfen; b) über den Haufen werfen, umstossen, z. B. einen Beschluss Su. Über siʰ, s. sich. — Schweiz. 1, 56.

über [ewər Dü. U.] Adv. über: Is s Fläsch üwer? steht das Fleisch über dem Feuer? Eps ü. haⁿ, tʰueⁿ Speisen auf dem Feuer haben Bf. Hf.; ü. lossen übrig lassen [hè niks ewər klû? Dü.]

überⁱnandʳ [ewərnànt Z.] verrenkt, nur prädicativ: [ər hèt tən Ârm ewərnànt Hf.]

drüber [trewər Steinb. Su. U.; trìwər Str. Lohr] Adv. darüber. D. kummeⁿ

[Bd. 1, Sp. 9b]


über etwas geraten, an etwas naschen Steinb. Do kaⁿⁿs nit d. das kannst du nicht vermeiden Su., nicht ändern Z.; Rda. Do springt keⁱⁿ Gäs d. das ist sicher wahr Barr. Gang doch drüwer hinüber! Katzent. Drüber un drunter in Unordnung: [s két àləs tr. ùn tr.] von ordnungsloser Flucht oder Eile Hf. Presbyterialprotokoll Mittelhsn. 1. 3. 1768: ‘Dass es die abgewichenen Osterfeyertage drunter und drüber gegangen ist.’ Er macht alles dr. u. dr. bringt in Unordnung Obbruck. Drüber druseⁿ aus dem Häuschen, verrückt; [trewr nys khomə] überschnappen Z.Schweiz. 1, 60.

Drüber nüber [Trewər newər Ruf.] n. Uebertreibung, Missbrauch in Essen, Trinken, Kleidung.

ʰrüber [rewər U.; ərewər Hlkr. Co. Ingersh.; əriwər W.] herüber. Do üwen erüwer dort herüber Dehli. Der Perpedickel aⁿ dr Uʰr geʰt allewil rüwr un nüwr Bf. ‘Gleichwol gehet es zuweilen auch rber vnd nber, drunder vnd drber’ Mosch. I 254.

ʰⁱnüber [newər Co. Rapp. NBreis. U.; ənìwər W.] hinüber. Kinderlied: Rëjeⁿ, Rëjeⁿ geʰ niwer, Sunn, Sunn, kumm eriwer! Str. ‘Jez wurrum henn si mi nit gschikt ins Dytschland niwwer, uf Mannem oder Spyr’ Pfm. I 2. In der schriftdeutschen Form [hinípər] nur in hinüber geʰn sterben Hf.Schweiz. 1, 59.

PfWB LothWB vorüber [forewər] Logelnh. vorüber, vorbei. Bis dër kommt, is früej vorüwr un spot do Rda. von einem langsamen Menschen Bf.Schweiz. 1, 60.

dübere, düberte [tewərtə; Hlkr. tewərə Obbruck M.] drüben. — vgl. Schweiz. 1, 60 drubert.

überich [epəri Gebw.] Adv. oben hinaus: ü. luegeⁿ schielen.

PfWB LothWB RhWB übrig [éwrik Lutterb.; ìwri Str.; ewəri K. Z.; ewəriχ Wörth Ndrbetschd.] übrig. Ü. loⁿ übrig lassen; ü. blibeⁿ eine alte Jungfer werden Lutterb.; ü. sin nichts mehr gelten U. Brueder Übrig unnützer Mensch. Wënn d alte Lüt emol nimmeʰʳ schaffeⁿ könneⁿ, sin se bal üwri man ist ihrer müde Str.