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übel bis drübeⁿ (Bd. 1, Sp. 8a bis 9a)
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Artikelverweis  PfWB LothWB RhWB übel [îpl Liebsd. Roppenzw.; îwl Banzenh.; ìwl Ensish. Dollern, Hlkr. Bf. Str. Lohr; ewl Su. Dü. M. Rapp. K. Z. Han. Ndrbetschd.] Adj. schlecht. Deʳ Bue wurd alleⁿ Tag üweler böswilliger Dollern. Er is ü. (ü. uf) gefährlich krank, sterbenskrank Hf. [Ys ewl èrjər màχə Z.] ‘Keiner bey dem ich nicht vbel rger machete’ Mosch. I 131. ‘Vnd also vbel rger macht’ ders. II 856. Bes. verneint, um ein Lob auszudrücken: dëʳ Wiⁿ is nit ü. ist gut Su. [tà khè ewli Fròi das ist eine hübsche oder tüchtige Frau Dü.] Ironisch: [Tà net ewl das ist pfiffig! oder: das ist eine saubere

[Bd. 1, Sp. 8b]


Geschichte Dü. S i net ìwl, àwər wæmər s ə Wil ânlŷjt, wùrt s aim ìwl Str.] — Schweiz. 1, 55.

PfWB LothWB RhWB Übel n. Uebel, körperlicher Fehler. [Wan ər tàs Ewl (Gebrechen) net hat, wár ər ə natər Pýə Rapp.] Spw. Voⁿ zwei Üwleⁿ wäʰlt mr allewil s kleinst Rapp.

übel Adv.
1. übel, schlecht. Er hört ü., er sⁱeʰt ü. us. [I pe hàlt ewl trâ tsetər às i khè Àrwət mé hâ Dü.] ‘Diese Leute mssen vbel hren’ Mosch. I 202. S is, wurd eim ü. man ist, wird unwohl. [Ǽm èps ewl ùf namə, en ewl namə Hf.] Ü. oder woʰl han iʰ müeˢˢn geʰn es blieb mir nichts übrig als zu gehn Bghz. Nit ü. tüchtig: er is nit ü. verwitscht getäuscht, geprügelt woreⁿ Su. s het nit ü. us ggëⁿ einen reichen Ertrag geliefert Dü. Ironisch: Du kumms mⁱr nit ü., du bis nit ü. verrisseⁿ (oft mit dem Zusatz: awr bös ze flickeⁿ Z.) dein Vorschlag ist schlau, frech, aber du irrst dich doch Str. ‘(er hat) nitt iwel nicht wenig Mieih g'ha’ Lustig I 314. Dis wär üwl gseit, das wäre schlimm, wëⁿⁿ mr dis nit macheⁿ könnt Z. ‘(es) wirde manchem vbel gesagt sein’ Mosch. II 151. ‘Wann Krieg noch länger wurd, wär's mancher (Jungfrau) übel g'sagt’ Str. 1749 JB. IV 134.
2. steigernd, sehr: [Ewl én ausnehmend schön, verstärkt kòr e. én Ingenh., e. riχ sehr reich, e. fièl sehr viel Hf.] Synon. wüest viel. Gesteigert: ‘Was isch mier's doch so dootsterwesiwwel Pfm. IV 5.

üblich [ewliχ Hf.] Adj. heftig, gewaltig: [ewliχi ‘Smartsə heftige Schmerzen, ən ewliχs Fír ein gewaltiges Feuer; auch ewliχi tàriki ‘Smartsə].

Hörübel [Hérewl Hf.] m. schwerhöriger Mensch. — Imperativbildung. Schweiz. 1, 57.

Surübel [Sýrîpl Olti.; Sýríwl Str.; Sýrewl Bghz. Su. Hlkr. Katzent. Obbr.] m.
1. finsterblickender sauertöpfischer Mensch. E Surüwlsgsicht ein finsteres Antlitz Str.
2. Mensch mit Ausschlag im Gesicht Bghz.
3. = Suremus, s. d.

surübelig [sýrewlik Horbg.] Adj. sauer sehend.

übleⁿ [îplə Liebsd.; îwlə Banzenh.] refl. sich verschlimmern (von einer Wunde) Stöber Mäder 115 üewele. — Schweiz. 1, 56.

PfWB RhWB verübleⁿ [fərewlə Bebelnh.] übel aufnehmen.

[Bd. 1, Sp. 9a]



 
Artikelverweis do übeⁿ, d-übeⁿ [tô iwə Wh.; téwə Ingersh. Z.] da drüben, jenseits. Düweⁿ am Bach jenseits des Baches; düweⁿ am Hus j. des Hauses. [r e fòn tewə] er ist von jenseits des Rheins, aus Baden oder Württemberg, ein Altdeutscher Hf.

PfWB drübeⁿ [trewə Wörth Ndrbetschd. Zinsw. Lohr Tieffenb.] drüben: drüweⁿ üwer der Stross auf der ander en Seite der Strasse U. W.