Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten Bibliographische AngabenLogo dfg
 
Ibisch bis Obrikeit (Bd. 1, Sp. 7a bis 8a)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Ibisch [Íwi Mütt. Bf. Z. Ndrbetschd.] m. Eibisch, Althaea officinalis Pharm. 2. Die Ibischwurzle, aus denen ein Syrup gekocht wird, wie aus den Blüten der Ibischthee, wendet die Volksmedicin gegen Hals- und Brustschmerzen an, so auch die Ibischsalb gegen Geschwüre.
 
Artikelverweis 
ob [òp Olti. Gebw.] Präp. nur noch in under ob siʰ verkehrt, auf den Kopf gestellt. [Tə hèp s jo ùəròpsə du hältst es ja verkehrt Olti.] Do is alles zu. o. s. in Unordnung Gebw. ‘ob sich sursum’ Dasyp. Stöber Mäder 104. — Schweiz. 1, 50.

PfWB LothWB RhWB obeⁿ [ópə Hi.; ówə Steinb. Hlkr.; owə Su. Dü.; òwə Str. K. Z. Han. Ndrbetschd. Lohr] Adv. oben: s Brot leit owen im Korb Dü. Owen am Wald oberhalb des Waldes, am Wald oweⁿ am Wald dort oben Steinb. [Tó e Plæsîr òwə da ist grosse Freude Lohr.] Er is owe bi-n-iʰm gilt viel bei ihm Dü. [r setst owə

[Bd. 1, Sp. 7b]


àn əm sitzt über ihm in der Schule Dü.] Unden owe das Untere obenhin, durcheinander: [Màχ mər nìt àləs ìənowə Rauw.] ‘Got .. leit mit uns recht unden oben’ legt sich zu uns Gefallenen Murner Bad. 6, 52. Zöwerst owe ganz oben Hlkr. Er woʰnt owen uf im oberen Stock Dü. K. Z. Owen era! sagt der Kartenspieler, wenn er nicht ab heben lassen will Hf. S macht alls owen era es regnet immer zu Dü. Owen ewëg mit folgender Negation: durchaus. [Tes e òwən əwak net wór; ty tèrf tes Mæitən òwən əwak net hírótə Hf.] Wer owe nus (mehr, höher als er kann) will, fallt undeⁿ dure Bf. Oweⁿ dusseⁿ ausser sich: [r e kliχ òwə tysə gleich aufgebracht Hf.] Owen ʰerum in, an der oberen Hälfte des Körpers: s fëʰlt mⁱr o. ʰerum ich bin brustkrank. Sich o. erum us tʰuen die Kleider bis zur Hüfte ablegen Hf. O. rum auf den Bergen M. Obe use un nieneⁿ aⁿ sollen die Hexen sagen, wenn sie auf ihren Besen sitzend zum Kamin hinaus fahren Hi., ähnlich Str.Schweiz. 1, 50.

dobeⁿ [tópə Sier. Roppenzw.; tówə Heidw. Ensish. Ingersh.; towə Ruf. Dü.; tòwə Horbg. K. Z.] Adv. dort oben, droben. Wie geʰt s dobeⁿ? im oberen Dorfe. ‘der hutmacher, so auch doben wachte’ Str. 1546 JB III 95.

drobeⁿ [tròwə Rapp. Str. Wörth Ndrbetschd. Lohr Tieffenb.] Adv. oben. Droweⁿ uf dr Büʰn auf dem Heuboden.

hobeⁿ, ahobeⁿ [hówə S.; hòwə U. W.; əhòwə Co. Ingersh.] Adv. hier oben. — Schweiz. 1, 50.

über obeⁿ [ipər ôpə Liebsd. Steinb.; ewər ówə Su. Co.] Adv. oben, im oberen Stockwerk. — Schweiz. 1, 50. Schwäb. 522.

dobene [tòwənə Obbruck] Adv. oben. Dort dowene möcht ich siⁿ dort oben möchte ich sein.

hobene [howənə Felleri. M.] Adv. hier oben. Howene draⁿ. — Schweiz. 1, 51.

PfWB LothWB LothWB RhWB öber [èwər Dü.] Adj. ober. [t èwər Pén die obere Bühne, der obere Dachraum Dü.; figürl. der Kopf: s e èps net ráχt en tər èwrə Pén er ist nicht ganz bei Verstand Dü.] ‘seines beichters oder öbrens’ Vorgesetzten Geiler J. Sch. (c III. ‘Do were –n-awwer d’ Qualle gar ketsch vom ewwre Laum’ Pfm. III 1. Als 1. Glied in Zss. s Öberdorf der obere Teil des Dorfes; s Öwerland das Oberland, das weiter oben am Rhein, in südlicher Richtung vom jedesmaligen

[Bd. 1, Sp. 8a]


Standort gelegene Land; der Öberwind Südwind; so schon Geiler P. 3, 36. Öberländer [Èwərlantər U.] m. Bewohner des Oberlandes; oberelsässischer Wein: Dis is Öwerländer! Merzw. Superl. öberst [épərt Olti. Liebsd. Roppenzw. Pfetterhsn.; éwərt Heidw. Lutterb. Su.; èwərt Urbis Dü. Str. K. Z. Han. Ndrbetschd. Lützelstn.] oberst. Bis hüt dr ö. kumm in der Schule der erste geworden? Lützelstn. s ö. kummeⁿ beim Ringen obsiegen Rotb. [tes Te leit s èwərt liegt zu oberst Tieffenb.] ‘Do isch merr in der Midde vom ewwerste Gebir'j Pfm. V. 9. zöwerst ganz oben; er is zö. in der Schuel Dü. zunderst (zunder, zunderst un) zöwerst alles durcheinander, verkehrt, drunter und drüber U. Zu. zö. gheieⁿ umstürzen U. Du kuns zu. zö. in dHell mit dem Kopf nach unten Orschw. Su. Bf. Lülzelstn. ‘kehret die Feder umb, das öberst zum underst retournant la plume c'en dessus dessous’ Martin Parl. N. 724. ‘alles zu vnderst zu oberst’ Mosch. I 518. ‘S’ isch nämli uff der vierte Sit vun der Zitung e Schiffahrtsannonce g'sin mit der Zeichnung vum e Dampfschiff, un wil der Bur d’ Zitung z'unterscht zöwerscht het g'hebt, sin d’ Mastbäum noch unte g'stande’ Str. Wochenbl. 1883, No. 61. ‘Doch zuntersch zewerscht dueht er stehn’ FrançoisikHusm. 9. — Schweiz. 1, 52.

Obrikeit [Ówrikhait Dü.; Ówrikhæit Z.] f. Obrigkeit (wenig gebräuchlich). [‘Strai Ó. rèkîart net là] Spw. bezüglich auf das Wetter, hauptsächlich auf starke Kälte Dü. E-n-O. muess sin! Ingenh.