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ebeⁿ bis ob (Bd. 1, Sp. 6b bis 7a)
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Artikelverweis  ebeⁿ [épə Hi.; êwə Banzenh. Su. Dü. Str. Hf. Han. éwə Ndrbetschd.; èwə Hlkr. Logelnh. Rapp. K. Ingenh.] Adj.
1. eben. Der Tisch is eweⁿ Logelnh., steʰt nit eweⁿ wagerecht Rapp. E eweni Stross. [Ùf əm êwənə Pòtə Hf.]. Mit ebeneⁿ Füess mit gleichen Füssen Hi Spw. M r kann nit alli Bëri (Berge) eweⁿ macheⁿ Avolsh.
2. untadelig: [ər wel toχ àlfùet so êwə sen (kên), ùn jètsət mòχt ər tes! Wh.] — Schweiz. 1, 43.

PfWB unebeⁿ [ùnêwə Su. Dü.; ùêwə M.] Adj. nicht glatt, rauh: [a ùnêwənər Wái Weg Dü.] Im Spiel sind die Teilnehmer eweⁿ, wenn sie gleich viel zu bezahlen haben, sonst uneweⁿ. Volksscherz: Dr Eweⁿ un dr Uneweⁿ han e Laib Brot mit enander gësseⁿ verschiedene Anforderungen lassen zuletzt nichts übrig Dü.Schweiz. 1, 45.

ebeⁿ [êpə Roppenzw.; êwə Banzenh. Su. Ingersh. K.; èwə Dü. Rapp. Str. Tieffenb.] Adv.
1. eben, genau, gerade, soeben. Eweⁿ du bis s gsiⁿ Logelnh. Do is eweⁿ der Hokeⁿ! Bf. Zeitlich: Ewen is er bi-n-üⁿs gsiⁿ; verstärkt ewen un eweⁿ grade in, vor diesem Augenblick Hf. Grad eweⁿ haw iʰ s erfaʰreⁿ Barr. ‘Do kummt der Pfarrer ewwe, un dene müesse mer rynlokke-n-un glych hewwe’ Pfm. V 8. Vor Adj. und vor andern Adv.: Eweⁿ voll voll bis zum Rand Dü. S is eweⁿ guet gangeⁿ über Erwarten gut Obhergh. Das Kleidle is iʰm eweⁿ rëcht passt ihm ganz genau Su.

[Bd. 1, Sp. 7a]


Du komms mⁱr eweⁿ rëcht ironisch: Abweisung und Drohung. Eweⁿ so Banzenh.; eweⁿ ze mär s. unter Mär. Erklärend: Du wurs eweⁿ nit gfolgt haⁿ Banzenh. S is eweⁿ nim (nicht mehr) anderst z macheⁿ! Bf. Iʰ kaⁿⁿ s eweⁿ noʰ nit glaüweⁿ, awer s soll woʰr siⁿ Ingersh. Zustimmung: Wënn er dis nit getʰon hätt! .. Eweⁿ, eweⁿ! Hf. Drum eweⁿ! Z.
2. etwa, vielleicht: Hes s iʰm eweⁿ nit gseit? Rapp. (hier aus eppe verdreht, s. d.) — Schweiz. 1, 44.

PfWB PfWB RhWB Ebene, Ebeni, Ebenung [Êwənə Su. Rapp.; Êwəni Ensish.; Êwəni Lützelstn. Wh.] f. Ebene, weite Fläche. Du bis e Kërl uf dr E. ein Prahler, der im Gebirg, d. h. vor Schwierigkeiten, zurückschreckt. E Teüfel uf dr E. mutwillig Ruf.Schweiz. 1, 46 Ebni.

Ebeⁿheit [Êwəhǽt Wh.] f. scheinbare Tadellosigkeit, Rechtschaffenheit. [Tæm hæt eχ tes net tsûkətrøwt met siner Ê.]
 
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Eber [Ápər Pfetterhsn. Niffer; Ǽwer Str.; Áwər Ingersh. Barr, Hf. Rotb. Aschb. Áwr M.] m. männliches Schwein. Schimpfwort für einen Unreinlichen, so auch Söuëwer, Wilsöuëwer Z.Schweiz. 1, 46.

Kibëber [Xípápər Fisl.] m. Scheltwort für einen zornigen, zanksüchtigen Menschen. — Schweiz. 1, 46.

Ëbert [Áwərt Ndrbetschd.] m. Wildschweineber.

ëberi [áwəri K. Z.] brünstig (vom weibl. Schwein).
 
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Ibisch [Íwi Mütt. Bf. Z. Ndrbetschd.] m. Eibisch, Althaea officinalis Pharm. 2. Die Ibischwurzle, aus denen ein Syrup gekocht wird, wie aus den Blüten der Ibischthee, wendet die Volksmedicin gegen Hals- und Brustschmerzen an, so auch die Ibischsalb gegen Geschwüre.
 
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ob [òp Olti. Gebw.] Präp. nur noch in under ob siʰ verkehrt, auf den Kopf gestellt. [Tə hèp s jo ùəròpsə du hältst es ja verkehrt Olti.] Do is alles zu. o. s. in Unordnung Gebw. ‘ob sich sursum’ Dasyp. Stöber Mäder 104. — Schweiz. 1, 50.