Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten Bibliographische AngabenLogo dfg
 
eb bis Ëbert (Bd. 1, Sp. 6b bis 7a)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  PfWB LothWB RhWB eb [èp Liebsd. Hi. Su. Ruf. Dü. Brum. Z. Hf. wo auch èw oder òw vor Vokal, êw Wh.; è, æn M.] Conjunktion der abhängigen Frage: ob. Lueg eb si kummeⁿ Su. Lützelstn. [Eχ wæis net èw i kén sèl ètər nit Hf. Èp tə wet àtər net ob du willst oder nicht Dü. I wèis net æn ər (è sə) s kəmàχt hèt M.] Eindringlich auffordernd ohne das regierende Verbum: [èp tə kliχ hárə ké komm sogleich her! Hf.] ‘Ich weiss nit eb mi Geld wird lànge’ Lustig I 216. ‘Luoge umbe dich ebbe die bebbeste .. ut me sorge hant gehebet’ Merswin 20. — Schweiz. 1, 53. Lexer Lexer 2, 127. Lexer 3, 333{!D2, 127}. DWB DWB. 7, 1050. Schwäb. 163. Aus ahd. ibu, vgl. engl. if.
 
Artikelverweis 
ebeländ [êwəlant Barr] voll bis zum Rand: Gläser u. ä.

ebeländig [êwəlantik Dü.] Adv. e voll bis zum Rand gefüllt. — aus ebenlendig ‘gleich dem Lande’ nach dem Bilde eines angeschwollenen Flusses?
 
Artikelverweis 
ebeⁿ [épə Hi.; êwə Banzenh. Su. Dü. Str. Hf. Han. éwə Ndrbetschd.; èwə Hlkr. Logelnh. Rapp. K. Ingenh.] Adj.
1. eben. Der Tisch is eweⁿ Logelnh., steʰt nit eweⁿ wagerecht Rapp. E eweni Stross. [Ùf əm êwənə Pòtə Hf.]. Mit ebeneⁿ Füess mit gleichen Füssen Hi Spw. M r kann nit alli Bëri (Berge) eweⁿ macheⁿ Avolsh.
2. untadelig: [ər wel toχ àlfùet so êwə sen (kên), ùn jètsət mòχt ər tes! Wh.] — Schweiz. 1, 43.

PfWB unebeⁿ [ùnêwə Su. Dü.; ùêwə M.] Adj. nicht glatt, rauh: [a ùnêwənər Wái Weg Dü.] Im Spiel sind die Teilnehmer eweⁿ, wenn sie gleich viel zu bezahlen haben, sonst uneweⁿ. Volksscherz: Dr Eweⁿ un dr Uneweⁿ han e Laib Brot mit enander gësseⁿ verschiedene Anforderungen lassen zuletzt nichts übrig Dü.Schweiz. 1, 45.

ebeⁿ [êpə Roppenzw.; êwə Banzenh. Su. Ingersh. K.; èwə Dü. Rapp. Str. Tieffenb.] Adv.
1. eben, genau, gerade, soeben. Eweⁿ du bis s gsiⁿ Logelnh. Do is eweⁿ der Hokeⁿ! Bf. Zeitlich: Ewen is er bi-n-üⁿs gsiⁿ; verstärkt ewen un eweⁿ grade in, vor diesem Augenblick Hf. Grad eweⁿ haw iʰ s erfaʰreⁿ Barr. ‘Do kummt der Pfarrer ewwe, un dene müesse mer rynlokke-n-un glych hewwe’ Pfm. V 8. Vor Adj. und vor andern Adv.: Eweⁿ voll voll bis zum Rand Dü. S is eweⁿ guet gangeⁿ über Erwarten gut Obhergh. Das Kleidle is iʰm eweⁿ rëcht passt ihm ganz genau Su.

[Bd. 1, Sp. 7a]


Du komms mⁱr eweⁿ rëcht ironisch: Abweisung und Drohung. Eweⁿ so Banzenh.; eweⁿ ze mär s. unter Mär. Erklärend: Du wurs eweⁿ nit gfolgt haⁿ Banzenh. S is eweⁿ nim (nicht mehr) anderst z macheⁿ! Bf. Iʰ kaⁿⁿ s eweⁿ noʰ nit glaüweⁿ, awer s soll woʰr siⁿ Ingersh. Zustimmung: Wënn er dis nit getʰon hätt! .. Eweⁿ, eweⁿ! Hf. Drum eweⁿ! Z.
2. etwa, vielleicht: Hes s iʰm eweⁿ nit gseit? Rapp. (hier aus eppe verdreht, s. d.) — Schweiz. 1, 44.

PfWB PfWB RhWB Ebene, Ebeni, Ebenung [Êwənə Su. Rapp.; Êwəni Ensish.; Êwəni Lützelstn. Wh.] f. Ebene, weite Fläche. Du bis e Kërl uf dr E. ein Prahler, der im Gebirg, d. h. vor Schwierigkeiten, zurückschreckt. E Teüfel uf dr E. mutwillig Ruf.Schweiz. 1, 46 Ebni.

Ebeⁿheit [Êwəhǽt Wh.] f. scheinbare Tadellosigkeit, Rechtschaffenheit. [Tæm hæt eχ tes net tsûkətrøwt met siner Ê.]
 
Artikelverweis 
Eber [Ápər Pfetterhsn. Niffer; Ǽwer Str.; Áwər Ingersh. Barr, Hf. Rotb. Aschb. Áwr M.] m. männliches Schwein. Schimpfwort für einen Unreinlichen, so auch Söuëwer, Wilsöuëwer Z.Schweiz. 1, 46.

Kibëber [Xípápər Fisl.] m. Scheltwort für einen zornigen, zanksüchtigen Menschen. — Schweiz. 1, 46.

Ëbert [Áwərt Ndrbetschd.] m. Wildschweineber.