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aber bis unebeⁿ (Bd. 1, Sp. 6a bis 6b)
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Artikelverweis  PfWB RhWB aber [àwər Ndrbetschd.] Präp. herab von: Mach diˢ Deck a. em Bett nimm die Bettdecke weg! D Blätter falleⁿ a. deⁿ Bäm. Er schamt sich a. eim er schämt sich mit einem zu gehn. — aus ab her.
 
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aber [àpər Olti.; àwər, âwər Su. Hlkr. Dü. U. W.] Conj. aber. Gegensatz: s geʰt a. nit grad wⁱe meⁿ meint Hlkr. A. auʰ nit! doch nicht Str. Aber oʰ! Interj. des Bedauerns Hi. Gël a.? nicht wahr, doch Hlkr. U. G. a., was dis e schöns Kind is! Str. Hf. Spw. S is allewil e Awer drbi Bf. Jo a.! ja gewiss. Ausruf der Entrüstung: E a.! Hi. Co. A. meiⁿ! Olti. Gest haw iʰ mineⁿ Hund tot gschosseⁿ. — Awer! Hf. A. der is voll! der ist einmal betrunken! Z.Schweiz. 1, 40.
 
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Abiwest [Àpiwèst Hf.] frz. habit-veste, eine Art Frack mit Stehkragen, zwei Reihen Knöpfen und kurzem Unterteil mit zwei äusseren Seitentaschen; wurde vor 30, 40 Jahren von Herreⁿbureⁿ getragen und wird noch vereinzelt angetroffen. Der Stoff ist Bumesin, s. d.
 
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Abuschur [Àpùýr Mutzig] f. Mundstück eines Blasinstruments. — frz. embouchure.

Äbizel, Ähëksel, s. Egedechse.
 
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eb [allg.; éw vor Vocal Hf., êw Wh.] Conj. eher, bevor. [Éw iχ s kəwest hàp ehe ich es wusste Hf. Ì pì tèrt èp tý ich bin vor dir dort Liebsd. Tə pat (betest) èp tə en s Pèt ké Ruf. Êw ər Hóχtsit khât hàt Wh.] ‘Kinder werde Lîtt ebb me si's versieht’ Stöber Mäder 54. Nebensätze werden dahinter auch durch dass oder weder dass eingeführt: [Èp tàs ər khomən e ehe er kam Hf., èp às tə haim ké, trek nòχ ə Litər met mər Co.] ‘ebbe (ehe) got einnen menschen liese virlorn werden’ Merswin 5, 8. 10; ‘ebbe er sich ie wollte drin gegeben’ 9, 17. u. o. ‘ebb ihr weiters gehn’ Lustig I 50. ‘Vor ebb se scheide thien vonander’ Lustig I 375. — Schweiz. 1, 53. Schwäb. 1, 163. Aus e ob, was in einem Lied von 1443 bei Liliencron sich findet: Schweiz. 1, 10. ‘Item es söllent alle die salmen oder lehsse snyden wellent, vor und ee ob sie snydent .. sweren ..’ (1469) Brucker 221.

[Bd. 1, Sp. 6b]



 
Artikelverweis  PfWB LothWB RhWB eb [èp Liebsd. Hi. Su. Ruf. Dü. Brum. Z. Hf. wo auch èw oder òw vor Vokal, êw Wh.; è, æn M.] Conjunktion der abhängigen Frage: ob. Lueg eb si kummeⁿ Su. Lützelstn. [Eχ wæis net èw i kén sèl ètər nit Hf. Èp tə wet àtər net ob du willst oder nicht Dü. I wèis net æn ər (è sə) s kəmàχt hèt M.] Eindringlich auffordernd ohne das regierende Verbum: [èp tə kliχ hárə ké komm sogleich her! Hf.] ‘Ich weiss nit eb mi Geld wird lànge’ Lustig I 216. ‘Luoge umbe dich ebbe die bebbeste .. ut me sorge hant gehebet’ Merswin 20. — Schweiz. 1, 53. Lexer Lexer 2, 127. Lexer 3, 333{!D2, 127}. DWB DWB. 7, 1050. Schwäb. 163. Aus ahd. ibu, vgl. engl. if.
 
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ebeländ [êwəlant Barr] voll bis zum Rand: Gläser u. ä.

ebeländig [êwəlantik Dü.] Adv. e voll bis zum Rand gefüllt. — aus ebenlendig ‘gleich dem Lande’ nach dem Bilde eines angeschwollenen Flusses?
 
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ebeⁿ [épə Hi.; êwə Banzenh. Su. Dü. Str. Hf. Han. éwə Ndrbetschd.; èwə Hlkr. Logelnh. Rapp. K. Ingenh.] Adj.
1. eben. Der Tisch is eweⁿ Logelnh., steʰt nit eweⁿ wagerecht Rapp. E eweni Stross. [Ùf əm êwənə Pòtə Hf.]. Mit ebeneⁿ Füess mit gleichen Füssen Hi Spw. M r kann nit alli Bëri (Berge) eweⁿ macheⁿ Avolsh.
2. untadelig: [ər wel toχ àlfùet so êwə sen (kên), ùn jètsət mòχt ər tes! Wh.] — Schweiz. 1, 43.

PfWB unebeⁿ [ùnêwə Su. Dü.; ùêwə M.] Adj. nicht glatt, rauh: [a ùnêwənər Wái Weg Dü.] Im Spiel sind die Teilnehmer eweⁿ, wenn sie gleich viel zu bezahlen haben, sonst uneweⁿ. Volksscherz: Dr Eweⁿ un dr Uneweⁿ han e Laib Brot mit enander gësseⁿ verschiedene Anforderungen lassen zuletzt nichts übrig Dü.Schweiz. 1, 45.