Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten Bibliographische AngabenLogo dfg
 
Abbe bis eb (Bd. 1, Sp. 5a bis 6a)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Abbe, Labbe [Àpé Isenh. Logelnh.; Làpé U.] m. kath. Vicar; auch Herrabbe: Bi welʰem Herrabbe geʰst in d Christeⁿleʰr? Unser Labbe. Ndhsn. Demin. Rabbenele [Ràpénələ] n. der kleine Herr Vicar. Obhergh.

[Bd. 1, Sp. 5b]



 
Artikelverweis  PfWB LothWB RhWB RhWB Abeⁿd [Ówət Mütt. Str. Hf. Rauw.; Owət Lohr, Ndrröd. Wh.; Ópə Roppenzw. Liebsð. Hi.; Ówə Lutterb. Su. Ruf. Geisp.; Ôwə Co. Lobs.; Uwə Hlkr. Logelnh. K. Z. Bühl Zinsw. Nówə Breitenb. Nyowə Mühlb.] Abend. Gruss: Guete-n-Owe! Antw.: Dank üʰ Gott! Moosch, Hattst. Hlkr. Lobs. Bhüet üʰ Gott! Wittenh. Goten-Owe! Sëjⁿ üʰ Gott! Ndhsn. Saarunion. Gueteⁿ-zOwe! (scherzh.) Ruf. Deneⁿ Owe, am Nowe heute Abend Urbis Hf. [hetə-n-Ówə Su.] Allen Owe Su. z Owe, z Owes, z Oweds Prinzh. Gestert z Obe Heidw., morn z Owe oder morn zen Owe Hf. z Owe ësseⁿ Steinbr. Wörth, Weissenb. z Owen ë. Su. Bf. Brum. ‘Sauermilch vnd Bratwürst mit dem Apollo zobezehren’ Mosch. II 25. ‘ame Z'owen Esse’ Lustig I 104. z Owet ë. Vesperbrod um 4 Uhr: Wein, Brot, Käse, Obst; verschieden vom zNachtësseⁿ AEckend. Als ein Wort gefasst, daher eps zuem zOwetësseⁿ han. ‘Gerüescht isch euer Zowe’ Hirtz Ged. 172. Bauernregel: am Palmenowe ësst meⁿ s erste Mol z Owe vom Palmsonntag bis St. Gallus, am 16. Oct. Su. Wetterregel: Was der Sunntig für Wëtter wil haⁿ, zeigt er am Fritig z Uwe schuⁿ aⁿ Dü. Owe rot, morje gueteʳ Ta gerot Molsh. ‘Vom oben sytzens an den morgen’ Murner Mühle 1135. — Schweiz. 1, 34.

Brendewitenabeⁿ [Prèntawitanûwə M.] m. Christnacht, eig. Abend des brennenden Baumes.

Firabeⁿ [Fírówə Ensish. Su. Logelnh. Rapp. Mutzig K. Z.; Fíryowə M. Daneben auch Fírófə Geisp. K. Z.; Fírówət Obbr.] m. Feierabend, Ruhe. F. macheⁿ die Arbeit einstellen. Gruss am Abend: Han iʰr F.? (F. gemacht?) Zuruf an spät Arbeitende: Alle, mache F.! Geiswasser Lobs. Deⁿ F. bekummeⁿ vom Meister entlassen werden Obbr. Firoweⁿbüschele das letzte, meist etwas kleinere Büschel Dü. Rda. Wenn deʳ Kopf ewëg is, het s Füdle (s Loch Z.) Firoweⁿ Geberschw. Der spot F. die Krätze. Scherzhaft: Firowe un Raüch undeⁿ Dü. Spw. Am Morjeⁿ muess mr deⁿ F. suecheⁿ wer früh anfängt, kann auch früh aufhören Hf., ähnl. M. JB II 167. Feierabend im Wirtshaus: d Schandarmeⁿ han F. gebotteⁿ U. Mr han nur noch e halb Ämele (Ohm) Wiⁿ, dernoʰ is F. dann hat das Trinken ein Ende O. — Schweiz. 1, 36.

[Bd. 1, Sp. 6a]


äbeleⁿ [éwlə StM.] unpers. allmählich Abend werden: s het grad gäwelt, wo-n-i zue-n-iʰm kummeⁿ biⁿ. — Schweiz. 1, 34 ābelen; äbelen Appenzell.
 
Artikelverweis 
PfWB RhWB aber [àwər Ndrbetschd.] Präp. herab von: Mach diˢ Deck a. em Bett nimm die Bettdecke weg! D Blätter falleⁿ a. deⁿ Bäm. Er schamt sich a. eim er schämt sich mit einem zu gehn. — aus ab her.
 
Artikelverweis 
aber [àpər Olti.; àwər, âwər Su. Hlkr. Dü. U. W.] Conj. aber. Gegensatz: s geʰt a. nit grad wⁱe meⁿ meint Hlkr. A. auʰ nit! doch nicht Str. Aber oʰ! Interj. des Bedauerns Hi. Gël a.? nicht wahr, doch Hlkr. U. G. a., was dis e schöns Kind is! Str. Hf. Spw. S is allewil e Awer drbi Bf. Jo a.! ja gewiss. Ausruf der Entrüstung: E a.! Hi. Co. A. meiⁿ! Olti. Gest haw iʰ mineⁿ Hund tot gschosseⁿ. — Awer! Hf. A. der is voll! der ist einmal betrunken! Z.Schweiz. 1, 40.
 
Artikelverweis 
Abiwest [Àpiwèst Hf.] frz. habit-veste, eine Art Frack mit Stehkragen, zwei Reihen Knöpfen und kurzem Unterteil mit zwei äusseren Seitentaschen; wurde vor 30, 40 Jahren von Herreⁿbureⁿ getragen und wird noch vereinzelt angetroffen. Der Stoff ist Bumesin, s. d.
 
Artikelverweis 
Abuschur [Àpùýr Mutzig] f. Mundstück eines Blasinstruments. — frz. embouchure.

Äbizel, Ähëksel, s. Egedechse.
 
Artikelverweis 
eb [allg.; éw vor Vocal Hf., êw Wh.] Conj. eher, bevor. [Éw iχ s kəwest hàp ehe ich es wusste Hf. Ì pì tèrt èp tý ich bin vor dir dort Liebsd. Tə pat (betest) èp tə en s Pèt ké Ruf. Êw ər Hóχtsit khât hàt Wh.] ‘Kinder werde Lîtt ebb me si's versieht’ Stöber Mäder 54. Nebensätze werden dahinter auch durch dass oder weder dass eingeführt: [Èp tàs ər khomən e ehe er kam Hf., èp às tə haim ké, trek nòχ ə Litər met mər Co.] ‘ebbe (ehe) got einnen menschen liese virlorn werden’ Merswin 5, 8. 10; ‘ebbe er sich ie wollte drin gegeben’ 9, 17. u. o. ‘ebb ihr weiters gehn’ Lustig I 50. ‘Vor ebb se scheide thien vonander’ Lustig I 375. — Schweiz. 1, 53. Schwäb. 1, 163. Aus e ob, was in einem Lied von 1443 bei Liliencron sich findet: Schweiz. 1, 10. ‘Item es söllent alle die salmen oder lehsse snyden wellent, vor und ee ob sie snydent .. sweren ..’ (1469) Brucker 221.

[Bd. 1, Sp. 6b]