Wörterbuchnetz
Wörterbuch der elsässischen Mundarten Bibliographische AngabenLogo dfg
 
Ei bis ö (Bd. 1, Sp. 3a bis 3b)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Ei Name des Buchstaben y M.
 
Artikelverweis 
ei Ausruf der Verwunderung, der Entrüstung: [Aiai! oder Aiaiai! wàs hà tan kmàχt?] w rd etwa ein Kind gefragt, welches leicht verwundet nach Hause kommt Dü. †Ei ze bais, ei ze schlaa ei so schlag (der Donner hinein)! Str. ‘Ey se schlaa’ Pfm. II 1. ‘Ei Hem, Interiectio corripientis’ Dasyp.Schweiz. 1, 19. Ueber ei ja woʰl, s. woʰl.

PfWB eie bubaie [aiə pùpaiə Rotb. Oermi.] Lallwörter in Wiegenliedern, s. Stöber Volksb. Nr. 8. 11. 12. Kinderspruch: eie bubaie, s Bibbel hat e Gaggel geleit, der (das Kind wird beim Namen genannt) is froʰ Oermi. JB. V 140. — Schweiz. 1, 19.
 
Artikelverweis 
euer [æjər Su.; èiər Dü. Str. Wörth Ndrbetschd.; ùiər M.; yjər Geisp.; øyjər K. Z.] Pron. poss. der 2. Pl. euer. Eüri die Eurigen, eure Angehörigen: sin Eüri schuⁿ dheim? Unsri sin noʰ nit do Dü.Schweiz. 1, 618.
 
Artikelverweis 
PfWB RhWB i [í] der Buchstabe I. s Tüpfele uf em i derf nit fëʰleⁿ die Arbeit muss vollständig, genau gemacht sein Str. K. Z.
 
Artikelverweis 
i O.] abgekürzt aus dem Adv. in, s. d.
 
Artikelverweis 
i [i] abgeschwächt aus ich, üch, s. d. —

i [i bes. O.] in Ableitungen:
1. Deminutivformen in der Kindersprache: Näsi, Betti;

[Bd. 1, Sp. 3b]


Nüni Schläfchen;
2. Tiernamen: Biesi Kätzchen, Schnaüzi Hund, Munni Stier, Schäki geflecktes Rind, Rolli Kater;
3. Personennamen mit derbem Beigeschmack: Alberti, Berti, Alberi, Beri, Luisi, Lüwisi, Wisi;
4. Gattungsnamen aus ursprünglichen Vornamen: Nazi einfältige Mannsperson, Drëckbawi unsaubere Weibsperson;
5. oft Ableitungen von Ztw., die eine lächerliche, verächtliche Thätigheit ausdrücken: Schlappi träger Mensch, Gluri der schielt, Zitteri, Nätschi dummer Schwätzer, Polteri unbeholfener Mensch;
6. absolut stehende Grundzahlen: s is e Viert l ab fimfi. Mir sin unseri fuⁿfzehni Co. s. Menges JB. XI bis XIII.
 
Artikelverweis 
PfWB LothWB RhWB o Su. Str. K.; ô Z.] Ausruf des Bedauerns: † o krewe! (frz. crevé), o jä Gott! o Jere, o Jerum! Str. O liäwer gestert, wärs hette (heute) kummeⁿ Stossseufzer ohne Sinn; o Elënd! Su.

PfWB PfWB LothWB RhWB RhWB oha [óha Hi. Su. M. Dü.; óχa Dü.]
1. bedauernd zu einem Kinde: Zeig mⁱr s Wiwi (den Ort, wo es weh hat); oha, s heilt wider Dü.
2. Fuhrmannsruf zum Anhalten der Zugtiere: halt! Ebenso ola, öha, öla! Der Halteruf o la ba (frz. oh là - bas) wird meist zu Kindern gebraucht, die in einem Wägelchen sitzen Geud.
3. Interj. des Widerspruchs: oha, do wellen mⁱr luegeⁿ einschreiten Su. Bei Tische zu dem, welcher eingiesst oder die Speise reicht: öha, gnunk! Ndrbetschd.; ohau links! Tieffenb. Schweiz. 1, 22.
 
Artikelverweis 
ö [ Banzenh. Molsh. K. Z. Wörth Ndrbetschd. Wh.] Zuruf an Zugtiere: halt! jüstrum ö! linksum (und halt)! hott num ö! rechtsum (und halt)! öha, öla! haltet ein! öla, so könneⁿ mⁱr nit witers macheⁿ Lobs.