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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gewälde bis gewäll (Bd. 6, Sp. 4906 bis 4910)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewälde, n. , collectivbildung zu wald (s. d.).
1) die ältesten belege reichen in die anfänge der mittelhochdeutschen periode zurück, vgl. mhd. wb. 3, 472b. das wort erscheint vereinzelt in der dichtung, häufiger in rechtsaufzeichnungen, vgl. Lexer 1, 982; dort wird auch dem sammelbegriff an unserer bildung viel länger rechnung getragen, insofern die gesammtheit des waldes, die der gemeinde oder einem herren gehört, damit zusammengefaszt oder angezogen wird. wo dagegen am besitztum des einzelnen die räumliche zersplitterung geltung gewinnt, weicht der collectivcharakter der individualisierung, hier tritt zuerst der pluralgebrauch an unserm worte ein (vgl. die Katzenelenbogensche bergordnung von 1559 in b, α), der in der dichtung an der abschwächung des collectivbegriffes viel früher nahrung findet.
a) die früheste spur bietet eine stelle, die das Annolied mit der kaiserchronik gemein hat:

das geslehte deri Ciclôpin
was dannoch in Sicilien,
alsô hô sô tanpoume,
an dem einde hatten sie ein ouge.
nû havit si got van uns virtribin hinnân
in daz gewelde hinehalf Indiâ. Annolied 372 Rödiger, vgl. kaiserchronik 360 Schröder;

we ein ritter quam gevaren
in der selven gebaren,
als hei riden woulde verholen
mit wapenen swartz als kolen ...
swart was dat ros, da hei up sas,
ind quam einen sunderlingen pas
da gereden durch de gewelde. Karlmeinet 377, 59 Keller.


b) der sprache des täglichen lebens stehen die rechtsaufzeichnungen näher. hier werden auch mundartliche nebenformen dargeboten, so im gewälds, bei dem es nicht notwendig ist, auf die genetivform zurückzugreifen. trotz derübrigens leicht erklärbarenschreibung wird besser an das bei collectivbildungen viel belegte suffix eze zu denken sein, vgl. gethierz sp. 4381; vgl. Wilmanns deutsche grammatik 2 § 274, 4. auch der pluralgebrauch ist hier gelegentlich belegt.
α) und hat uns dar zu verluhen den berg den man nennet den Hebart und daz gewelde daz dor zu gehoret. und anders allez daz zu dem vorgenanten huse zu dem berge und zu dem gewelde (ge hier eincorrigiert) gehoret. urkunde aus 1349 nach dem gleichzeitigen eintrag in das conpialbuch Ruprechts von der Pfalz Karlsruher copialbuch nr. 457 (neue nr. 799); item wo auch ein man binnent dem kirspel sesse, der kein lehenman were und dem lehenhern seine gerechtigkeit nit endede als der lehnman mit erdagen,

[Bd. 6, Sp. 4907]


schnitdagen, kornfuere, der sal des nit gebrauchen in dem gewelde mit einigen stucken, id sei mit bawe, eckeren oder andern saichen, he thue das mit willen des lehnsherrn im afzuwilligen. Grimm weisthümer 1, 640 (weisthum zu Kirburg 1461); item, in gemein geredt, so sol sich niemands des hogen geweldts gebruchen, he doe des dan mit des lehnhern willen. 641; do auch der benant pfaltzgraffe wol bestunde und durch recht vil lands, gegent, herlichkeit und anders behalten hatte, als die versiegelten spruchbucher davon sagen, sunderlich die almentgewelde uber Allerheiligenbergk, in den Odenwalt ziehen und vil andere nutzung. M. v. Kemnat chronik Friedrichs I., quellen zur bair. und deutschen gesch. 2, 26; wir wollen auch den gewerken das bau- und röstholz aus unsern gewälden am nechsten gelegen gnädiglich und notdürftiglich vergönnen und mitteilen. Nassau-Katzenelenbogensche bergordnung von 1559 bei Nahmer landrechte des Ober- und Mittelrheins 1, 326; zu einem rechten unterpfandt ingesetzt undt verschrieben vorgesagter statt Neuenstadt eigenthümblich gewäldt undt weydtgang sambt aller dero zugehörung undt gerechtigkeiten. verpfändungsurkunde von Neustadt a. d. Hardt v. 26. juni 1583; holz ausz der statt gewäldt. brief des pfalzgrafen Johann Casimir an die stadt 7. märz 1587, allmend und gewäld in Neustädter verpfändungsurkunden vom 24. august 1622 u. 25. januar 1623, Dimensteiner gewäldt 1. februar 1600 u. a.; und hält der schultheiss den neuen ankommenden förstern für, das sie um einander, wo nicht alle tage, doch sehr offt hin und wieder in des kirchspiels gewäld und marck herumgehen. Grimm weisthümer 1, 607 (Winden und Weinähr 1658); drittens ebenermassen gehen die förster oder schützen des waldes auch bei sammen, und bringen auch ihre feldrügen, so sie des jahrs durch angetroffen haben, bei einander ... als nemlichen, so sie iemand angetroffen, der im gewälds alte oder junge, sonderlich eichenbäume ohne erlaubniss ... abgehauen. 1, 605; es werden auch gerüget von den förstern pferde, esel, ochsen, kühe und rindviehe, geissen, schaafe, schweine, so im gewälds in den wald, wiessen, hecken ... in schaden gefunden worden. ebenda; in dem Deidesheimer gewäldt ist der ort St. Lambrecht mit seinem vieh zum weidgang ohne unterschied berechtsamt, hingegen die gemeinde obligirt, jährlich alldahin auf den pfingstdienstag einen wohlgehörnten bock .. zu liefern. kurfürstl. pfälzischer befehl an das oberamt Neustadt 1685.
β) eine eigentümliche berührung findet hier zwischen gewäld und dem lautlich so nahestehenden gewalt statt, dessen oblique casus in der form gewelde nicht immer davon zu trennen sind. rechtliche ansprüche auf waldausnutzung werden geradezu gewelde genannt: item dono unam potestatem ibidem in communi silva que vulgariter gewelde dicitur. urkunde von 1253 bei Lacomblet urkundenbuch z. gesch. d. Niederrheins 2, 398; vgl. DWB gewaldrecht; nos H. comes de Kessele notum facimus universis presentes litteras visuris quod nos jus nostrum quod quidem vulgariter holzgrafschaf dicitur quod habuimus hactenus et habemus in silva sita juxta Honstaden que gemeinde dicitur. damus transferimus et simpliciter donamus reverendo patri ac domino nostro domno Engilberto ... illis juribus nostris et nostrorum hominum que gewelde nuncupantur duntaxat exceptis. Günther codex dipl. rhenomosellanus 2, 373, urkunde v. jahre 1271.
c) die litteratur des 16. und 17. jahrhunderts macht regen gebrauch von unserer wortform. doch tritt hier das collective moment sichtlich zurück, die abgrenzung gegen das einfache wort wird verwischt, die entwicklung geht mehr den weg, der durch das beispiel aus dem Karlmeinet angedeutet war:
α) wie die vier gebrüder in das geweld Ardenien, itzund sanct Harpprechts geweld genant kamen. Aimon (Simmern 1535) bog. d; von dem grossen gewelde Ardenien. ebenda; vor dem gewäld zwischen Niderborn und Mertzweyler. Bock kräuterbuch 33.
β) vom jegermeister an der Ecken. dieser ist bei etwa vier meilen von Cassel ein forster oder waldknecht und hat beneben anderen gewelden in seinem bezirck auch eins die Eck genannt, welches er dergestalt verwaret, dasz die nechstwonenden vom adel keins wegs daran zu jagen sich understehen. Kirchhof wendunmuth 1, 179 Österley.
γ) als auff dem reichstag zu Wormbs unter keiser Maximiliano der churfrst in Sachsen sich seiner silberbergwerck, Chur-Pfaltz sich seines kstlichen weinwachses, der hertzog

[Bd. 6, Sp. 4908]


in Beyern sich seiner schnen sttt gerhmet, hat hertzog Eberhard sich dessen gerhmet: das sei sein bestes kleinod, dasz er keinen unterthanen habe, in dessen schosz er nicht sicher, und allein im wildesten gewlde schlaffen wolte. Zinkgräf apophthegmata (1653) 1, 116; eines abends aber, als ich in einem thal langs hinauff spatzieren gunge ... kan nicht sagen durch was sonder zweifel guten antrieb, ich inzeit einer vierthel stund so weit in das gewälde kam, dasz ich nicht wuszte wo hinausz, wo fr sich oder hindersich zu kommen. Moscherosoh Philander (1650) 1, 341;

mit arbaitsamer noth, und mit gar viel bemühen,
sie mit einander fort durch ein gewälde ziehen.
Dietr. v. d. Werder Ariost 7, 8, 2; ebenso im Gottfried von Bonillon 15, 41 und im Roland, vgl.
Schottel 634b.


2) in der neueren sprache ist das fortleben des wortes auf einzelne stilformen eingeengt, auf den mundartlichen gebrauch und auf die poetische sprache.
a) die wörterbücher nehmen deszhalb nur wenig kenntnis davon: wälde und gewälde, condensa. Stieler 2417; gewälde, wald, bosch, bosschagie, woud. Kramer 2, 133a; gewälde, bois, forêts. nouveau dictionnaire allemand. franċ. (Straszburg 1762) 338; das gewäld, die waldung (Schwangau). Schmeller 22, 897. es ist vor allem die annäherung an gewalt, die am mundartlichen gebrauch zu tage tritt, vgl. geweldig man .. dieser hat holzberechtigung. Kehrein sammlung alt- und mitteldeutscher wörter 31b; so kam Adelung darauf, für alle entsprechenden formen die erklärung aus gewalt zu nehmen: gewalt ... figürlich, der district, wo man zu gebiethen hat, in welchem verstande es doch nur in einigen gegenden Westphalens vorkommt, wo es die grenzen der burgfreiheit oder den zu einem schlosse gehörigen freien adeligen grund und boden bedeutet. es lautet alsdann gewäld, wälde, welle, und im plural gewälder, wälde, wälder, wellen, welches wort einige unrichtig von wald abgeleitet haben. Adelung 2, 647. auch bei neueren sprachkennern ist die fühlung mit unserer form verloren, in der beantwortung der frage, wie weit sprachliche neubildungen zulässig sind, ist die form gewälde geradezu als typus einer unmöglichen bildung aufgefaszt worden (dürfen wir nach dem muster von gebüsch und gehölz auch gewälde sagen? zeitschrift des allgemeinen d. sprachvereins 12, 205). und auch im verfolg der kontroverse, der den gebrauch bei Uhland aufdeckte, wurde die form durchweg unter dem gesichtspunkt der neubildung beurtheilt, vgl. ebendort 12, 224.
b) die poetische sprache dagegen ist nicht arm an belegen. durchweg ist dabei der character des sammelbegriffes abgestreift:

'der spiesz ist mir verfangen,
desz ich so lang begehrt:
du sollst dafür empfangen
hier dies mein bestes pferd.
nicht schweifen im gewälde
darf mir ein solcher mann,
der mir zu hof und felde
viel besser dienen kann.'
Uhland der schenk von Limburg;

einsam schweiften sie beide getrennt von allen gefährten,
ein vielfältiges wildes gewäld' im gebirge beschauend.
Rückert nachlasz 121 (die dioskuren);

doch eines abends, als ich einsam mich,
die saiten rührend, im gewäld erging,
da schnitten mîr die töne mördrisch-tief
in's herz.
Hebbel (Genoveva) 1, 99;

man hört der fliege angstgeschrill
im mettennetz, den fall der beere,
man hört im kraut des käfers gang,
und dann wîe ziehnder kranichheere
klîng, klang! von ihrer luft'gen fähre,
wie fernen unkenruf: kling! klang!
ein läuten das gewärd' entlang —
hui schlägt der fuchs den wald hinab
A. v. Droste-Hülshoff (die jagd) 1, 84;

unter dem schatten des urgewäldes, bei dem donner der riesenströme, vor dem krachen stürzender bergwelten musz doch wohl so ein kleiner liebesschmerz verstummen. Immermann (die papierfenster eines eremiten) 9, 43 Boxberger;

die schornstein rauchen allgemach.
hörst's mühlenrad am erlenbach,
und wie im dunkeln buchgewäld
mit schwerem streich die holzaxt fällt? (gedichte 1) 11, 36;

nach Indien will ich luftgetragen reisen;
dort aber wird geschehn, was ich vermelde:
des neuen, reinen priesterreiches stiften
im tiefsten, schauervollsten urgewälde. (Merlin: der Gral) 15, s. 137.

[Bd. 6, Sp. 4909]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewäldnis, f.: wer mocht nu erzelen die wunderlich grosse des gebuwes, besunderlich der einen burge, so der einick, der auch der koniglich sale heist ... das der sale nit allein ein iglichen mechtigen konig entpfangen, sunder ime auch freud und wollust machen mocht. dan furwar, wo man sich hin kert, so ist der gesicht daraus geoffenbart wonsam und lustig geweldnus. Matthias v. Kemnat chronik Friedrichs I., von der Pfalz, quellen u. erörterungen z. bair. u. deutsch. geschichte 2, 8; wie Reinold nun also auf der reise ware, kam er in eine gewäldtnusz, da begegnet ihme ein eremit oder einsidel, der hatte in 15 jahren keinen menschen gesehen. Haimonskinder 175 Pfaff.
 
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gewaldrecht, n. , häufiger waldrecht. in unserer form angezogen bei Chomel 4, 1040. Adelung 2, 646. Weidenbach 436b (1025b waldrecht het boschrecht). das substantiv ist in doppelter verwendung belegt:
1) waldrecht heisset die in denen wald- und forst-ordnungen gemeiniglich enthaltene verordnung, dasz bei abräumung des holtzes auf jedem morgen oder acker waldes eine gewisse anzahl junger stämme gelassen werden sollen, welche man lasz-reiser, und in Ober - Deutschland bannraitel nennet. Chomel 4, 2242.
2) waldrecht, ein, so viel man bis jetzt weisz, nur in Hessen vorkommendes rechtsverhältnisz des landbauers zu dem obereigenthümer des grundstückes ... bezog sich ursprünglich auf rottländereien .. das wesen des waldrechts, wodurch sich dasselbe von jeder andern location, namentlich auch von der landsidelleihe älterer zeit auf das bestimmteste unterschied, war die erbliche verleihung des grundstücks. Vilmar 436 ff. auch hier, wie bei gewälde, war durch verschiebung der ursprünglichen verhältnisse die anknüpfung an wald im sprachgefühl verloren gegangen. Estor (teutsche rechtsgelahrtheit 1 § 1971) leitete das wort von walten, dominari, administrare ab. Vilmar (a. a. o.) stellte die ableitung von wald durch lateinische urkunden sicher (jus sylvaticum 1233, jus sylvestre 1258); zum part. praet. gewaldrecht vgl. das folgende wort.
 
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gewaldrechten, verbum, vgl. DWB bewaldrechten, theil 1, sp. 1765: gewaldrechten, das nutzholz im walde aus dem gröbsten herausarbeiten unter rücksichtnahme auf die künftigen zwecke, theils zur besseren conservirung, theils zur erleichterten abfuhr. s. DWB bewaldrechten. Thiel landw. konv. lex. 4, 420; gewaldrecht, heisset, wenn ein gefällter baumstamm noch im holtze oder wald beschlagen, das ist aus dem gröbsten vierkantig oder ins gevierte gehauen wird. allgemeines ökon. lexikon (Leipzig 1731) 827; ebenso Egger kriegslexikon (1757) 1048. die anlehnung die Grimm a. a. o. an das substantiv waldrecht sucht (gleichsam zu bewährung des waldrechts) wird besser durch die ableitung von einem adjectiv (waldrecht machen) ersetzt.
 
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gewalg, n., verbalsubstantiv zu walgen, s. d.: walgerer, walgerig, gewalg. Kehrein volkssprache und volkssitte in Nassau 1, 437.
 
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gewälger, n., verbalsubstantiv zu walgern, s. d.: wälgerer, m., gewälger, n. Schmidt Westerwäldisches idiotikon (1800) 320.
 
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gewalgert, participiales adjectiv zu walgern s. d.: gewalgert, manu volutatus. Kirsch cornucop. (1764) 179b.
 
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gewäling, s. gewälmig.
 
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gewalke, n., verbalsubstantiv zu walken s. d., aufgeführt bei Campe 2, 357; die ältere sprache kannte eine verstärkte form gewalc, gewalk zu walc (das durchbläuen, gefecht, mhd. wb. 3, 469b):

ouch sant er mit im, als ich las,
vîrzic brûdre ûzirwelt
unde manchin rischin helt
zu strîtis gewalke.
Nikolaus v. Jeroschin 5675.


 
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gewalkt , participiales adjectiv zu walken s. d.: gewalkt. Chomel 4, 1040; gewalkt, coactus. Kirsch 179.
1) gewalcht tuch .. gevolt laken. Kramer nieder-hochdeutsch. wb. (1719) 2, 96c; gewalckte tücher, coacta, coactilia. Aler (1727) 932b; in deinem neu gewalkten rock. Wieland 34, 316 (Leipzig 1855).
2) gewalchte strümpfe .. gevolte koussen. Kramer (1719) 2, 96; gewalkt, foulé, des bas. nouveau dictionnaire (Straszburg 1762) 338; gewalkte strümpfe. Nemnich 1, 354.
3)

hier, auf gewalkten lumpen, soll ich
mit einer spule von der gans
hinkritzeln ernsthaft halb, halb drollig,
versificierten firlefanz.
Heine (in Mathildens stammbuch) romancero.

[Bd. 6, Sp. 4910]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gewäll, n. , nebenform zu gewell (s. d.), gewöll. in ihr sind die beiden bedeutungen belegt, die für gewell zu beobachten sind, die von fluctus, tempestas sowohl als die von vomitus. vgl. Schmeller 22, 887. Lexer 1, 982.
1) gewäll, fluctus. Maaler 178a; schiffleut die im gewäll daher farend, nautae fluctivagi. ebenda; so der see winterszeit klein ist, sieht man noch alte fundament allerlei gebeuwen, die etwan alda gestanden und aber von dem gewäll des ungestümmen wassers an sich zogen, auszgeflötzt, überschwemmt und ertrenkt ist. Stumpf 2, 546.
2)

die husfrow Loth
aber do sie nit hielt das gbott
und wider umb sach hinder sich
bleib sie do stan gantz wunderlich,
ein narr loufft widr z sinr schäll
glich wie ein hundt z sim gewäll.
Sebastian Brant narrenschiff 82, 34 Zarncke.

vgl. der bi der stägen leidt gewell
oder msz das von jm purgieren. 81, 44.

 

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