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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
stechspiel bis stechwaffe (Bd. 17, Sp. 1284 bis 1285)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stechspiel, n., turnier der harmlosen art, wo mit der turnierstange nach einem ring oder kranz u. s. w. gestochen wurde, vgl. Frisch 2, 324a und oben stechen verb. 1 e β sp. 1232; hastiludium Diefenbach gloss. 273b; Alberus dict. 8a; hier (in Regensburg) feierte des ganzen Nordgaus adel seine stechspiele Zschokke ausgew. schriften (1824) 31, 186; mndd. torneie unde stekespil vgl. Schiller-Lübben 4, 379a;

gi helden dar bi und hadden ein mod,
so de piper bi dem stekspel dod,
dar kan men neine gude sproke van maken lied aus dem jahre 1519 auf die hildesheimische stiftsfehde bei
Liliencron hist. volklieder 3, 288

(vgl. auch 293, wo im gleichen zusammenhang die form stekelspel erscheint).
 
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stechstahl, m., stählernes geräth, zum stechen dienlich, besonders in der sprache der drechsler Campe.
 
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stechstange, f.
1) die (etwa vier meter) lange turnierstange, von weichem holz gefertigt, damit sie leicht bricht und splittert, vgl. Boeheim waffenkunde 539 ff. und oben stechholz 1: als ... der polack die stechstangen zum stoss gefasst hett Berlichingen lebensbeschreibung 12 Bieling; neue stechstangen Fouqué zauberring (1812) 1, 23; ein langer hagerer knabe, der sich gern zu rosz mit der stechstange sehen liesz Freytag 11, 46. auch sonst allgemeiner in der bedeutung 'spiesz': es poltern die pikeniere an in ihren pfundharnischen, die riesige stechstange mit eiserner spitze geschultert Handel-Mazzetti die arme Margaret 187.
2) die stange, mit welcher ein flosz oder schiff im wasser weitergestoszen wird: da fällt mir wieder mein kindertraum ein, wo ich auf einem backsteinernen flusz auf der reise war, ... nur mit den stechstangen gings langsam vorwärts Bettine Günderode (1840) 2, 257; vgl. oben stechkahn. auch anders benutzt: mit der stechstange, womit die flözer zuweilen nach den fischen stechen Hauff werke 4, 224.
 
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stechstaude, f., nach Campe in einigen gegenden eine bezeichnung des stachelbeerstrauches.
 
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stechtartsche, f., dasselbe wie oben stechschild Boeheim waffenkunde 521 und 539 f.
 
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stechtisch, m., arbeitstisch des kupferstechers:

wenn du dich gestochen müd' am stechtisch
Rückert werke (1867) 7, 66.

[Bd. 17, Sp. 1285]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) stechübung, f.: schon wollten wir die gabeln ihre stech-, hebe- und holübungen beginnen lassen Liliencron werke 1, 104.
 
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stechung, f., vorgang, handlung des stechens: die stächung, punctio, compunctio Maaler 383b; stechung, punctio, ictus, plaga et vulneratio, quae punctim fit Stieler 2155; stechung, pungimento, piccamento Kramer dict. 2 (1702), 919c; punctura ist ein stechung Braunschweig chirurgia 10a; die aderechten schnierlin seint do entblöszt von dem fleisch vnd offenbar, vnd deren stechung machet ... den krampff, vnd darnach den todt Gersdorff feldbuch der wundartzney (1517) 1, 2b; stechung des torfes (als stichwort) allgem. deutsche bibliothek 85, 586; stechung in der bedeutung 'turnier', hastiludium Diefenbach glossar 273b.
 
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stechvieh, n., vieh, welches geschlachtet werden soll Campe. vgl. auch oben stechhaufen.
 
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stechvogel, m., astur palumbarius, unser hühnerhabicht Brehm thierleben 6, 381 Pechuel - Lösche; falco palumbarius Naumann vögel (1822) 1, 249.
 
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stechwaffe, f., waffe, die zum stechen dient. vgl. auch unten stechwehr: stechwaffen, arme di punta Kramer dict. 2 (1702) 919b; die allergefährlichsten doch kriegerlaubten stechwaffen wurden zusammengesucht J. Paul Nepomukkirche 115. gewöhnlicher dafür heute stichwaffe (s. u.).

 

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