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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
kredenzen bis krei (Bd. 11, Sp. 2135 bis 2136)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kredenzen ,
1) vorkosten, nach alter asiatischer sitte, eig. um glauben, vertrauen (it. credenza) gegen etwaige vergiftung zu geben, s. die stelle aus dem ring unter credenzen; dann speise, trank darbringen: er war auch darzu verordnet, dasz er der herzogin alle speis fürschneiden muszt und alle kost, so für sie getragen ward, credenzen. Galmy 161;

dás ists (gift), wovor ich zittre, sir! und nie
setz ich des bechers rand an meine lippen,
dasz nicht ein schauder mich ergreift, er könnte
credenzt sein von der liebe meiner schwester.
Schiller 411a (M. St. 1, 6);

es kredenzt selbst glücklichen
herben wermutskelch das schicksal.
Platen 132.


2) überreichen in feierlicher form: darnach ist der fiscal herfürkomen, und ein grosze citation herfür gezogen, dieselb credenzet und einem notari geben. Luther 3, 417b; und damit kredenzte er die schrift. Ayrer proc. 1, 2; neben (nebst) disem credenzbrief (er credenzt den brief). Ayrer 150a.
3) beglaubigen? des wil ich dir noch ein anzeigung thun, dein büchlin zu credenzen, welchs du anhebest und klagest, das mein lere so eingerissen sei ... Luther 1, 365a, auf des Bocks zu Leipzig antwort 1521.
 
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kredenzer, m. frawencredenzer, vorschneider Fischart groszm. 82, mägdcredenzer, mundgschenk 61, kindercredenzer Garg. 63b; vgl. aber knabenkredenzer, knabenschänder.
 
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kredenzlein, n. abaculus, ein kleins credenzlin. Diefenb. gl. 636a, anrichtetischchen.
 
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kredenzmesser, n. messer auf dem kredenz, der anrichte, s. fontes rer. austr. I. 1, 352, 16. jh.
 
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kredenzschreiben, n. beglaubigungsschreiben. Stieler 1923.
 
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kredenzteller, m. Fr. Müller 2, 177.
 
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kredenztisch, m. Maaler 85b, buffet Stieler 259.
 
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kreen, merrettich, s. DWB kren.
 
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kreg, krege, s. DWB krähe.

[Bd. 11, Sp. 2136]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kregel, munter, lebensfrisch, ein nordd. wort: summa summarum mir war so recht kregel zu muthe, so was man hundewohl nennen könnte. Tieck schriften 24, 81 (Berl. 1853), nov. 7, 130; nd. kregel, ostfries. krägel, lebhaft, munter. daher der name Kregel. Es ist aber auch dem md. nicht fremd, in Hessen krêgel und krêl, munter, besonders von kindern und genesenden gesagt Vilmar 225; im Osterlande z. b. es wird mir kregel, wenn einem unwol war (Bech); auch im untern Nassau, im Siegerlande Kehrein 246. Etwas anders nl. kregel, kregelig, störrisch (bei Kil. auch krijgel), und dazu stimmt ahd. widarcregil (auch chriegil, gregil) obstinatus Graff 4, 590. es mag zu dem stamme von krageln krabbeln, strampeln gehören (vgl. kriegen), während ahd. chragil garrulus Graff 4, 584 sich zu krägeln stellt.
 
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krei, m.
1) in hanenkrey, gallicantus. gemma Str. 1518 K 2c, hankray vocc. ex quo Dief. 256b, mhd. hanen krei Frauenlob lied. 11, 2, 15 s. 261 (die hs. O kreyg). noch bei E. M. Arndt: hahnenkrei des deutschen morgens. ged. 1860 s. 549; sie .. sah schon das dämmernde morgenlicht und hörte schon den lerchengesang und den hahnenkrei, die den tag verkündeten. ders., märchen (1842) 1, 22; und als der hahn seinen dritten krei gethan hatte. 1, 141. es heiszt noch nl. hanenkraai, wol auch nrh. krei; aber da kreien auch gut hd. ist für krähen (s. d. I, 2, c), ist auch noch hd. krei zu erwarten. vergl. das gleichbedeutende kräh.
2) schweiz. krai m. n. ist aber geschrei überhaupt, s. DWB krähen II, 3, a. nicht zu verwechseln mit dem folg.; doch s. auch dort 6.

 

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