Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bühli bis bühne (Bd. 2, Sp. 506 bis 508)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bühli, n. amasia, eine schweizerische wortform, die auf hochdeutsch bühllein, bühlein lauten würde und eins ist mit bühlchen, nnl. boelkijn. sehr merkwürdig ist aber was Stalder 1, 240 sagt, bühli oder fastenbühli heisze die durchs losz erlangte liebste, das hängt mit der durch fast ganz Deutschland ehmals verbreiteten sitte des lehnausrufens, des mailehns oder der maibräute zusammen. zu den maitänzen, kirchmessen, fastnachtstänzen einigten sich einzelne paare, die oft das losz oder die darreichung und annahme eines laubreises und strauszes bestimmte. diese paare musten dann den ganzen sommer oder das grosze fest hindurch mit einander tanzen, und wahrscheinlich war in vielen gegenden die wechselseitige benennung buhle unter ihnen hergebracht, wie wir überhaupt diesen ausdruck auch sonst gern auf tanzpaare angewandt sehen. ein solcher gesell hiesz in Holland somergheck, sommergeck, sommerspaszmacher, heelghesel d. i. hehlender, trauter, geheimer gesell:

menich vroukîn sprekt in schimpe
tot enen jonghen gheckelîn,
'vrient, du moets mîn boelkîn sîn
desen mei ende langher niet.'

Mone schausp. 2, 374 führt aus einer urkunde von 1683 den gebrauch des lehntchenrufens im dorfe Rheinsheim bei Philippsburg an: convenit juventus utraque una cum civibus et quotquot possunt abesse ad ingressum in silvam, ubi duo designati duas ascendunt arbores, sibi invicem respondentes, aliis sub illis haerentibus, fitque hoc loci pridie sancti Georgii (22 apr.), quando horum unus altissima voce incipit in hunc modum:

horet ihr burger uberall,
was gebeutet euch des königs hochwürdiger marschall?
was er gebeut und das soll sein,
Hans Clausen soll Margreten Lols buhler sein.
drei schritt ins korn und drei wieder zurück,
über ein jahr gehet es ein braut heraus.

vgl. RA. 437. 438. myth. 735. da hier ausdrücklich buhler, wie bei Stalder bühli, bei Potter boelkîn gesagt wird; so wirft diese anmutige sitte helles licht auf die volksmäszige geltung des wortes buole. genauere samlungen der gebräuche werden

[Bd. 2, Sp. 507]


uns noch mehr aufdecken, auch die uralte gewohnheit des kiltgangs berührt sich damit.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
buhlieren, was buhlen, wie auch nnl. boeleren und für hoeren hoereren gesagt wird. im druck des Renners von 1549 heiszt es 61c:

uns duth sanct Paulus auch bekant
in seinem brief zun Chorinthiern
das unkeusch sehen und bülieren
an der selen gegen gott verblendet.

im alten gedicht hingegen 11822

in sînem briefe gên Chorinte
unkiusche gesehende und ouch blinte
an der sêle gên gote blenden.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
buhlin, f. amica, was buhle, wenn man es weiblich ausdrücken will, unschuldiger als buhlerin. don Kichotte sagt: denn es der brauch und herkommen der reisenden ritterschaft ist, dasz der reisende ritter, so in vorfallendem einigem kampf und wichtigem waffengebrauch seine buhlin vor sich hat (tuviesse su señora delante) gegen sie die augen mit liebreichen und herzbrechenden bitten wende und dadurch sie gleichsam bitte, dasz sie ihme günstig sein und in dem so zweifelhaftigem vorhabendem kampf hülfreich erscheinen wolle. Harnisch 139, vgl. mythol. 370, und vorher heiszt es von den fahrenden rittern: so gedenken sie nicht daran, dasz sie sich etwa gott befühlen, sondern sie befehlen sich nur und an dessen statt ihren buhlinnen (antes se encomiendan a sus damas); hernach: mitten im lauf befehlen sie sich inniglich ihren buhlinnen (en mitad de la corrida se encomiendan a sus damas). 140. buhlin hat also hier den ehrenvollen sinn von señora und dama.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
buhlkraut, n. chenopodium vulvaria.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
buhlkunst, f. Logau 3, 4, 68 überschrift.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
buhllied, n. liebeslied, minnelied, besser als buhlerlied. schon Luther in der vorrede zum Wittenberger gesangbuch von 1524 gebraucht dies wort, und Frank sagt: da orgelt man mit schall, das erklingt mit feinen bllieden. weltb. 132a;

nachdem fand (dichtete) ich auch in der meng
psalmen und ander kirchengseng,
auch verendert geistliche lieder,
auch gassenhawer hin und wider,
auch lieder vom krieges geschrei,
auch etlich bullieder darbei.
H. Sachs V, 414c.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
buhlmelodie, f.

im tact meiner buhlmelodien.
Voss 3, 42.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
buhlschaft, f. , ein früher sehr oft und in zweifachem sinn gebrauchtes wort.
1) amores, liebesverhältnis, liebesverständnis:

deck heimlîch buolschaft, ist mîn lêr. MSH. 3, 428a;

die in ir bulschaft sein ertrunken. fastn. 258, 6;

sagt, wem solch pulschaft geschehen sei. 274, 25;

wie es in lieb und auch in leid
uns in der puolschaft zuo sei gstanden. 338, 6;

und vil des tags darumb ausdraben,
do sie ir heimlich pulschaft haben. 375, 26;

und wann ich ümb die blschaft grein,
so sagt man mir, si spotten mein.
Schwarzenb. 141, 2;

die gern in weiszen schleiern gan
und nichts dann nur von bulschaft tadern. ganskönig H 5;

nun war einer unter den schifleuten, der unterstunde sich mit der keiserin umb bulschaft zu werben. buch der liebe 6, 3; animantium irae amoris pyrae, der buler zorn der bulschaft sporn und dorn. Garg. 70b; und dan die übrige (gedichte), darunder meine in vilen sonneten oder klinggedichten und ständen beschriebene bulschaft (myrta) mich noch verliebet und betrübet in des Teutschlands fewer und aschen geraten. Weckherlin vorr. zu den weltl. ged.; mit der er heimliche bulschaft bisher getrieben hatte. Micrälius a. P. 2, 148;

wenn es aber geht einem wol,
da ist ein mann gar herzenhaft,
alsdann zu gehn auf die bulschaft.
Ayrer 381b;

ein liebhaber schlägt die buhlschaft nicht ab. Lehmann 6; mit einem alten reichen auf die buhlschaft gehen ist nicht allezeit glücklich. 16; es seind wenig leut die in buhlschaften ein gut gesicht haben. 123;

schwanger sein ist eine schande,
keine schand in bulschaft schweben,
dannenher in unserm lande
huren mehr als mütter leben.
Logau 1, 1, 85;

die weisheit so mit dir genaue buhlschaft macht.
Günther 548;

ihr huren und hurer, die ihr euch einbildet, der sontag, sonderlich der nachmittag am sontag sei nur zur buhlschaft eingesetzt.

[Bd. 2, Sp. 508]


Schuppius 198; der verdrusz sich einer verachtungswürdigen buhlschaft aufgeopfert zu sehen. Wieland 3, 119; ich heisze Miller, wenn sie ein adagio hören wollen, mit buhlschaften dien ich nicht. Schiller 193b; hast du die weisheit deiner sechzig jahre zu den buhlschaften deiner tochter geborgt? 208b;

und ganz sie vergessen der wollust,
die mit dem freierschwarm sie geübt in heimlicher buhlschaft.
Voss Od. 22, 445.


2) buhlschaft bedeutete aber auch den buhlen selbst, gerade wie lat. amores mei meinen buhlen, amores tui deinen buhlen und franz. les amours den gegenstand der liebe. auf solche weise galt auch das ahd. friuntscaf persönlich und wurde zum eigennamen, wir rufen wirtschaft! für wirt.

auch bin ich stetigs in dem wan,
mein pulschaft woll ein andern han. fastn. 261, 15;

ich hab ein puolschaft, das ist nit nein. 335, 23;

was schwerer athem holt er doch,
so er denkt an sein blschaft noch.
Scheit grob. H 4b;

dasz ich antwort der bulschaft mein.
H. Sachs II. 4, 23d;

ich kan und mag in (den ehmann) nicht lieb haben,
ich musz mir ein bulschaft annemen. IV. 3, 13d;

und thet sie (die sclavin) seiner bulschaft schenken,
welliche hiesz Thais mit nam. V, 213b;

nahm das erste nachtlager gen Hernsdorf, besuchte meine bulschaft, must 2 tage allda stille bleiben liegen. Schweinichen 2, 65; dasz man keines priesters mesz hören mög, den man wisse ein beischlaf oder bulschaft haben. bienenk. 226b; on bulschaft oder huren. das.; Martialis gefallt unser genaden, der trank so viel hochbecher aus, als viel seiner bulschaft nam buchstaben inne hielt. Garg. 91b; dasz mich mein bulschaft will bannen. 123a; ich hab wol gehört, dasz etliche irer bulschaft kleidung fürs bett wie rittersporen hiengen, ire augen und gedanken damit zu erwecken. 240b; und nicht bei seiner bulschaft (Ismene) sich lasz verstricken. Ismenius 44b; einen andern hat die vermeinte bulschaft einmal freundlich angelacht. Opitz poet. 8; unter seinen epigrammen überschrieb Opitz eins: über seiner buhlschaft bildnüs. später kommt diese bedeutung nicht mehr vor. auch nnl. sagte Vondel: door het vleien en schreien van zijne boelschap afgemat; Breder: de hopman, mijn boelschap, der hauptmann, mein liebster.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
buhlschwester, f. buhlerin: eine abgelebte buhlschwester. Rabener 4, 76; buhlschwester im nonnenkleid. Leisewitz Jul. v. T. 2, 3. vgl. DWB betschwester.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
buhltrank, m. poculum amoris, philtrum: bultrank, gang mir nach. Henisch 554, 8.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
bühne [büne], f. tabulatum, contignatio, pavimentum, gerüst, gebälk, erhöhung des bodens, decke, ahd. mangelnd, mhd. büne, bün, mit kurzem vocal, doch selten (Ben. 1, 277a), hauptsächlich bei Conrad von Würzburg, bairisch (Schm. 1, 179), sonst nur nnl. beun, nd. buhn, weder ags. noch nordisch; im 16 jh. oft fehlerhaft bin, bien geschrieben. wie dem begrif, scheint auch den buchstaben nach berührung mit boden und lat. fundus, franz. fond statt zu finden, ob auch mit unserm bahn?
1) erhöhung des fuszbodens durch breter, auf die man tritt, um von den leuten gesehen zu werden, um sich zu zeigen, suggestum, scena, brücke 7 (sp. 415), brüge (sp. 422):

ich muoʒ in die büne. Helmbr. 363,

ich musz aus meiner beschränkung hinaus, hervor, empor, gleichsam auf die bühne der welt; auf die bühne was auf die breter (sp. 376, 6); er hat die bühne betreten, ist auf die bühne gegangen; das stück kam nie auf die bühne, wurde nie auf die bühne gebracht, ist nicht für die bühne geschrieben; er muste von der bühne abtreten, die bühne verlassen; die Hamburger, die Berliner bühne, s. DWB schaubühne, DWB breterbühne. ebenso steht der redner, der marktschreier, quacksalber auf einer bühne, spielleute, musikanten haben ihre bühne. des sales büne in Conrads troj. kr. 18491 scheint eine höhere stelle, wo sitze angebracht waren. in einem fastnachtspiel Ayrers 28a sagt der teufel von einem bauer:

den stolzen pengel kan ich gengn (laufen machen),
durch disz feur von der pin weck sprengn,

d. h. von seinem sitz in der stube oder auch von der scene. der missethäter musz die bühne, die blutbühne, richtbühne, das schaffot besteigen:

allda (auf dem markt) ward aufgemacht
ein gebrederte bün.
Soltau 427;

auf dieser bün erscheint das grause schlachtaltar
mit dem verfluchten beil.
Gryphius 1, 326.

[Bd. 2, Sp. 509]


auf einer bühne steht man am strom, um den wasserfall anzusehn: ich trat wieder auf die bühne an den sturz (Rheinfall). Göthe 43, 156. gärten, felsen haben ihre bühne: auf allen offenen stiegen, gewölben, gängen und bühnen. Göthe 39, 366;

euern vollgenusz
theilt auch hier die grüne
duftige gartenbühne.
Platen 167a.

ein engel zeigte einem entzückten die himmlische stadt: und was der estrich in der stat und diu büni und die siule, daʒ was alleʒ von dem allerschœnesten golde. Pfeiffers myst. 266, 24. in diesem sinn schlägt die natur, der frühling eine bühne auf, deren pracht den menschen vor augen steht: als ob die natur ihre herliche bühne aufgeschlagen und ausgeschmückt habe. Kant 7, 254;

niemals denken kann ichs mir,
dasz ein frühling wieder grüne,
wenn der winter auf der bühne
steht in seiner starren zier.
Rückert.

die dichter reden von des lebens bühne, von der kriegerischen bühne. Schiller 318b. 319b. 347a.
2) das firmament, die wölbung über uns, gleich der des hauses, heiszt eine bühne, lacunar, laquear, ahd. himilezi, die blaue bühne: beten die (der astrologie ergebnen) nicht mon und stern und die blaw bün an? Fischart groszm. 10;

so lang als auf der himmelbühnen
wird stehn der mondenschein.
Opitz ps. s. 136;

die dunkle pracht der tiefen himmelsbühnen.
Brockes 2, 153;

an den sapphirnen himmelsbühnen. 4, 14;

zur sternenbühne. derselbe bei
Weichm. 1, 16. 21;

nun funkelt die bühne des himmels.
Kleist 2, 41;

wie man von einem himmels und sternenzelt, Otfried von einem sternen gerüste redet.
3) bühne sind in der kirche die oberen gänge und galerien, borbühne (sp. 238), emporbühne, die orgel hat ihre bühne: auf der bühne vor der orgel steht ein armsessel. Lichtenberg 5, 262.
4) das haus, das zimmer hat eine bühne, decke: ward er über sich sehen und uf die büni klopfen mit den henden. Steinhöwels Esop fab. 15 bei Wackernagel 1058, 19; borten ein loch oben durch die bünen und luogten was er thete. sch. und ernst cap. 24;

auch mit zechen bis um mitternacht
und trinken, das die büne kracht.
Geo. Wickrams Tobias B 6b,

wie es sonst heiszt, dasz die balken krachen; sie wer fürwar werd, dasz man sie an die bine (oben an die bühne) und balken schrieb, damit sie kein kälber noch geiszen ableckten. bienenk. 143b; der wirt bonenkönig, der macht jedesmal mit der krieden ein kreuz an die bün. 150a; und leckts kein kuh von der bienen. 186b; (ein getreues ehweib mag) vor leid auf der bienen sich ertrenken (d. i. aufhängen). Garg. 70a; dieser stauf (becher) hie mag die bin netzen. 87a; heftet in (den stuhl) an die bünen in der stuben. Kirchhof wendunm. 304b.
5) bühne, der dachboden, söller, oberste raum des hauses, wie er unmittelbar unter den sparren oder latten des daches liegt, wo man mancherlei hausgerät und vorrat aufbewahrt; puni, solde, solarium. voc. 1482 aa 2b. Keisersberg wiederholt verschiedentlich, dasz zwiebeln keiner erde bedürfen, sondern auf der bühne ausschlagen, wo man sie aufgeschüttet hat (doch kann auch die scheune gemeint sein): die zübeln wachsen und kimen uf einer dürren bünen. irrig schaf 8b; eben als ein zwibel, der uf der büne leit, der keinet, und das man in nit darf (ohne dasz man braucht) ihn die erd stoszen und setzen. sünd. d. m. 63b. unter dieser bühne birgt sich der nach ihr benannte pfuscher (sp. 237).
6) bühne, speicher, scheune, heuboden, kornboden, granarium, auch gerüst im keller für die fässer: die bonen soltu im newmon vor tag ausreiszen, und nachdem sie im thenn dürr sind worden, soll man sie eilend austreschen, ehe der mon znimpt und auf die bünen (in granarium) schütten, welche also ufgeschütt werden, die sind sicher vor den wiblen und andern würmen. Herrs Columella 16b; ich hab wol erfaren, dasz man bei groszen anlaufenden gewässern must den wein auf die höchsten bünen haspeln. Garg. 133b; die frucht des mandelbaums musz auf eine trockene bühne gebracht und oft umgerührt werden. Hohberg 1, 432b; bauernregel:

ists drei tag vor sanct Jacobs tag schön,
so wird gut korn geraten auf die bön. pflanzenb. 72;

[Bd. 2, Sp. 510]



ists drei tag vor Jacobstag schön,
so wird gut frucht getragn auf die böhn,
sos aber dies tag regnen wird,
der acker wenig korn gebirt.
Hohberg 3, 1, 96b;

in allen winkeln auf der bün
wars ausgewachsen recht grasgrün.
Waldis 3, 94;

auf der bühne (dem heuboden) konnte man die tage genau abzählen, für die das futter noch ausreichte. Gotthelf schuldenb. 159. figürlich, Springinsfeld eine herbe hauptkrankheit überstund, also dasz ihm auch kein härlein heu auf der obern bühne übrig verbliebe. Simpl. 2, 75.
7) bühne, bekleidung des ufers mit balken, bretern, oder auch zaungeflecht, vor welcher beim ablauf der flut die fische am strande liegen bleiben:

du bist doch nur für uns bemüht
mit deinen dämmen, deinen buhnen.
Göthe 41, 320,

wo dem reim auf Neptunen zu gefallen die nd. form ohne umlaut gesetzt wird. stackwerk bei uferbauten, vgl. brem. wb. 1, 163. das nnl. beun hat geradezu die bedeutung von vischkaar.
8) bühne der schiffe, diele, getäfel, fori navium.
9) bühne im bergbau, absatz im schacht, die fahrten desto sichrer anzuhaspeln, auch bretergerüst unter dem schacht.
10) bühne in schmelzhütten, ansatz der schlacken auf dem vorderherd u. s. w.
11) mhd. brauchte man büne bildlich für decke:

du bist vür sorge ein obedach
und vür trûren mir ein büne. tr. kr. 18617;

hât über mich gespreitet
sîner ungenâden bün. Otto bart 461.


12) fast alle nhd. zusammensetzungen mit bühne beziehen sich auf die vorherschende bedeutung von schaubühne.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: