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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausspreiszen bis ausspritzen (Bd. 1, Sp. 979 bis 980)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausspreiszen, s. ausspreizen.
 
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ausspreiten, expandere, distendere, ausbreiten, ausstrecken: die flügel, die hände ausspreiten; das heu auf der wiese ausspreiten;

o dessen werk dein lob ausspraiten.
Weckherl. 15;

also kan der fürsten gunst
ihr lob ewiglich ausspraiten. 354;

er hat rund umb sich her das wasser ausgespreitet.
Opitz 3, 211;

komm sonne, scheine klar,
spreit aus dein güldnes haar.
Fleming 264;

Hatem spreitete das leder aus und tödtete ermeldtes pferd. pers. baumg. 2, 13; indes Spiegelberg mit ausgespreiteten flügeln zum tempel des nachruhms emporfliegt. Schiller 108.
 
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ausspreizen, distendere, divaricare: hände, finger, klauen, füsze, beine ausspreizen:

Beelzebub spreizt seine klauen aus.
Gotter 1, 371;

mit ausgespreizter faust. J. Paul Tit. 2, 91; ähnlich den hof- und stadtweibern, die wie gewächse sich ans fenster nach dem lichte ausspreizen. Hesp. 3, 83. einige sprechen spreiszen:

was geht denn da so närrisch,
so launisch, ungehobelt, herrisch,
so bucklicht, krumm und ausgespreiszt?
Tieck 1, 340.

s. spreizen.
 
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aussprengen, effringere, dispergere, ausspringen machen: einem einen zahn aussprengen; mit pulver ein stück mauer aussprengen; wasser aussprengen, um den staub oder die flamme zu löschen; weihwasser aussprengen; der lasse solches buch ungelesen und unausgesprenget verbleiben. Schweinichen 3, 2;

noch ferner sprengt man aus, als ring ich nach dem thron.
Gryphius 1, 377;

es werden oftmals dinge wider mich ausgesprenget, welche mit solchen umständen erzehlet werden, dasz mancher darauf schweren sollte, es sei die warheit. vergangenen sommer wurde von mir ausgesprenget, ich hätte eine tonne bier einlegen lassen, als sie wer angestochen worden, sei lauter blut daraus gelaufen. Schuppius 587; eine solche pasquil soll dessen, wider welchen sie ausgesprenget, ehrlichen namen nicht kränken. 673; leute, die musten allenthalben aussprengen, als hielte sich in dem pfarrhof ein erschröckliches gespenst auf. Jucundiss. 131. ein pferd aussprengen heiszt es aus dem schritt in galop übergehen lassen.
 
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aussprenzen, exornare, ausschmücken:

ain edelman der hette ain weib,
die zoch auf hoffart iren leib
mit manichen kosperlichen klaid,
darinnen si oft spacieren rait,
zu stechen, hofiern und tenzen,
darzu kont si sich wol aus sprenzen.
Rosenblut vom edelmann v. hasgeier;

welche frau sich hübschlich aus kan sprenzen
mit kospern kleidern zu den tenzen. fastn. sp. 693, 6.

vgl. DWB aufsprenzen.
 
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ausspreuen, dispergere, ausstreuen, mhd. alleʒ sîn gederme ist ûʒ gesprewet. myst. 97, 3. vgl.zuspreuwen im pass. K. 397, 2. nhd.

du hast uns anders nicht geachtet
als arme schafe, die man schlachtet,
den hin, den andern her gestreut
und unter völker ausgespreut.
Opitz ps. 87.

Stieler 226 hat spreuen, bespreuen, zerspreuen, vgl. DWB spreu und DWB aussprühen.

[Bd. 1, Sp. 980]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) aussprieszen, egerminare, aussprossen: aussprieszendes gras und gesträuch auf dem gemäuer; mhd.

die ougen die ûʒ spruʒʒen
und sich wît zurguʒʒen
an manigen schônen wînreben. pass. K. 353, 17.


 
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aussprieszling, m. surculus.
 
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ausspringen , exsilire, nnl. uitspringen,
1) heraus, er hieb ins pflaster, dasz die funken aussprangen; ein einspringender und ausspringender winkel. Göthe 54, 68; ein stück an dem messer ist ausgesprungen; die tasse am rande; vom stosz sprangen drei zähne aus.
2) hinaus, der hirsch springt über den zeuch aus. Becher s. 47;

thet sich der hirsch auf,
des sinns über in aus zu springen. Teuerdank,

in dieser bedeutung läszt man auch das pferd ausspringen, z. b. über den graben, über den zaun setzen. Garg. 176a; die klinge, das schwert springt aus, prallt von der stelle ab, auf die es gerichtet war; apfelrunde und lindharte brüstlein, auf die prob der spannischen filz, die nach palmenart vom grif nicht weichen, sonder ausspringen, wie die valenzische rapierklingen. Garg. 77a; hiermit grief er nach dem degen und that nach seinem bruder einen heftigen stosz, der ihm aber aussprang (auswich) und sich in innern tempel rettete. Lohenst. Arm. 2, 59; dem Amor ausspringen und seine bande zerreiszen. Opitz Arg. 2, 172.
3) sich ausspringen, durch sprünge erfrischen sowol als erschöpfen, Opitz 1, 11 braucht in solchem sinn intransitives ausspringen:

wer pflegt nicht erstlich bald ein wenig auszuspringen,
und kan sein frisches blut dermaszen überzwingen,
dasz nicht ein überflusz der jugend bei ihm bleibt?


4) transitiv, sich den fusz ausspringen, aus dem gelenke springen, verrenken.
 
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ausspritzeln, verkleinerung des folgenden.
 
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ausspritzen, 1) intransitiv emicare, wasser, blut, gift spritzte aus. 2) emittere, spargere: mit dem munde wasser ausspritzen; der steinerne mann am brunnen spritzt wasser aus. 3) die feder, dinte ausspritzen, ausschnicken. 4) blutgefäsze mit wachs ausspritzen; wie die natur gewisse insecten mit rothem und weiszem blute zugleich ausspritzte. J. Paul teuf. pap. 2, 196. 5) feuer mit wasser ausspritzen, löschen.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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