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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
aussömmern bis ausspannen (Bd. 1, Sp. 974 bis 975)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) aussömmern könnte dasselbe aussagen, erscheint aber noch in andern bedeutungen. bei Hohberg 3, 330a heiszt es: diejenige eiche, so unter kieferichten gehölzen stehet, wächset schön gerade in die höhe, weil sie sich wegen der engigkeit nicht also in die seitenäste aussömmern kann, d. i. seitwärts auswachsen. 3, 96: es musz darauf gesehen werden, dasz die felder zu rechter zeit wol gearbeitet, besäet, beschicket, gebrauchet und nicht ausgesömmert oder versäumet werden. dies letzte aussömmern meint also wol austrocknen? Stieler 2060 erklärt aussömmern apricatione calefacere, corrigere insolatione, bei Schmeller 3, 249 ist sümern geschlagnes holz den sommer durch austrocknen lassen. J. Paul im Fibel s. 19 sagt: auswintern und aussömmern konnte nach ihm (dem vater) der junge nicht genug haben, d. i. abhärten im winter und sommer. vgl. DWB absömmern.
 
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aussondern, segregare, nnl. uitzonderen, ahd. arsuntarôn (Graff 6, 53), mhd. sô ist ir schœne als ûʒ gesundert. MS. 1, 84a; sich ûʒ sundern. pass. K. 661, 53. ich wil heute durch alle deine herde gehen und aussondern alle fleckete und bunte schafe. 1 Mos. 30, 32; so soltu aussondern dem herrn alles was die mutter bricht (vulg. quod aperit vulvam). 2 Mos. 13, 12; und solt die leviten mir, dem herrn, aussondern. 4 Mos. 3, 41; ists euch zu wenig, das euch der got Israel ausgesondert hat von der gemeine? 16, 9; das sind die senger, die heubter unter den vetern der leviten uber die kasten ausgesondert. 1 chron. 10, 33; ich sonderte dich aus, ehe denn du von der mutter geboren wurdest. Jer. 1, 5; da versuchts der könig auch und liesz den ort aussondern und befrieden. 2 Macc. 1, 34; darnach sondert der herr andere siebenzig aus. Luc. 10, 1; sondert mir aus Barnabam und Saulum zu dem werk. apost. gesch. 13, 2; Paulus, ein knecht Jesu Christi, ausgesondert zu predigen. Röm. 1, 1; der mich von meiner mutter leib hat ausgesondert. Gal. 1, 15; ist nu Christus fleisch aus allem fleisch ausgesondert. Luther 3, 365b; wolten eben S. Veiten ausgesondert haben. Wickram rollw. 17b; und sich von dem haufen auszusondern gezwungen werden. Kirchhof wendunm. 379a; derhalben vil fürtreffelicher menner die allerbesten experimenta eintweders ganz heimlich behalten oder aber gar aus iren büechern ausgesundert und nicht mehr gebraucht haben. Thurneisser infl. wirk. 88; alle andere schriften und satzungen, keine ausgesondert. bienenk. 34b. heute wenig verwandt, man setzt dafür absondern, von dem es sich eigentlich dadurch unterscheidet, dasz es die auswahl unter vielen hervorhebt.
 
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aussoren, aussören, exsiccare, austrocknen, ausdörren, ein seltnes, aber gutes, uraltes wort, zu dem Schmeller 3, 280 einen beleg aus Balde anführt: am hungertuch musz nagen, liegt ausgesöhrt auf bloszer erd. man sagt: der scharfe ostwind sort das land aus. mhd. sôren:

an ir was gesôret
vil gar ires herzen macht. pass. H. 90, 56;

daʒ herze wird gesôret
von der gruse vûchticheit. 117, 76;

ahd. arsôrên emarcescere (Graff 6, 272), ags. seárian, engl. sear, wofür sich ein goth. sausjôn rathen liesze, dem das litt. sausas aridus, skr. u arescere, siccari (Bopp 352a) nahe treten.
 
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aussörfeln, exsorbere, sorbendo exhaurire, ausschlürfen: knabatz gib her, sörfel ihn aus! Garg. 101a.
 
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aussörfen, nach dem vorausgehenden frequentativ zu entnehmen, auch gibt Schmeller 3, 282 sürfen, sürpfen neben sürfeln, sürpfeln, schlürfen.
 
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aussorgen, finem facere curarum: o läget ihr, du Arpe und Gambriv, und schlummertet und hättet ausgesorgt, damit Hermann wieder allein sorgen könnte! Klopstock 9, 356.
 
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aussortieren, ausmustern, fremd wie assortieren.
 
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ausspähen, speculari, investigare, erspähen, früher geschrieben ausspehen (Luther hat weder das einfache, noch das zusammengesetzte wort): auf dem wege wieder anhaims ausgespäht, an ein paumb gebunden. Scheible kloster 6, 997;

wösz üwern gnaden ein dienst wett sin,
so wend wir den uszspähen fin. trag. Joh. H 8;

ausspähen, wo der feind lige. Kirchhof mil. disc. 94;

floh in den wald, auf dasz er nicht würd ausgespähet.
Opitz;

von keinem auge ausgespäht, von keinem verstande bewundert ringt in der schweigenden muschel die perle. Schiller

[Bd. 1, Sp. 975]


314b; ich habe sie neulich am brautaltar ihres bruders ausgespäht. Jul. v. Tar. 2, 4; furchtsam ausspähend stand er vor ihm. Göthe 19, 205; trug Wilhelm ihn gern vor den spiegel und suchte dort ähnlichkeiten zwischen sich und dem kinde auszuspähen. 20, 114.
 
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ausspäher, m. explorator: bis sie die fünf pilger fanden, welche sie feszleten, und mit allen vieren, wie die kälber, auf die rosz banden und für ausspeher darvon führten. Garg. 254a; dasz nicht vielleicht der feind ausspäher alles absehen möge. Kirchhof mil. disc. 143; dem boshaftesten ausspäher und belaurer des weiblichen herzens. Wieland 8, 268;

sendete dann ausspäher umher auf die warten des landes.
Voss Od. 14, 261.


 
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ausspann, m. locus abjugandis jumentis aptus, diversorium, ort wo man ausspannen kann, das ablager. an einigen orten die ausspanne f.
 
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ausspannen , disjungere, relaxare, extendere, nnl. uitspannen, vgl. DWB anspannen, DWB aufspannen.
1) die pferde, rinder ausspannen: der kutscher hat ausgespannt;

der henker thu ihrs ros ausspannen.
H. Sachs II. 4, 3d;

ein pferd ausspannen. Philander 1, 36; aber auch den wagen, den pflug ausspannen;

ich bin ermüdt, ich hab gefürt
des tages bürd,
es musz einst abend werden,
erlös mich herr, spann aus den pflug,
es ist genug,
nimm von mir die beschwerden. kirchenlied.

die stickerei ausspannen, aus dem rahmen spannen. figürlich, die seele, das gemüt ausspannen, losspannen: wenn schon manchmal die allzusehr ausgespannte seele lieber in sich selbst zusammenfiele. Göthe 16, 256; der abschied von einer langen und wichtigen arbeit ist immer mehr traurig als erfreulich. das ausgespannte gemüt sinkt zu schnell zusammen und die kraft kann sich nicht sogleich zu einem neuen gegenstand wenden. Schiller an Göthe 174; tolles herz, tobe und spanne dich dann aus, labe dich im wirrwarr. Klingers th. 2, 265. Vormals sagte man aber auch ausspannen für geld ausgeben, gleichsam loslassen, aus dem beutel springen lassen:

der pfaf was reich und spannet aus.
Rosenblut vom edelmann und hasgeier;

er was im pewtel gering,
und er nit het auszuspannen. ebenda.


2) ausspannen, ausdehnen, ausstrecken: die finger, die arme, die flügel ausspannen; mit ausgespannen armen. Keisersb. aufr. mensch D 5; ir ietweder het seine vettach ausgespannen. ausg. der jud. J;

er kneuet für das kreuzaltar
mit ausgespanten armen.
Uhland 771;

ein seil, ein tuch, ein segel ausspannen; sie haben meine saelen (später seile) ausgespannen und mich zu nicht gemacht. Hiob 30, 11; ein ausgespannet netz. Hosea 5, 1; spannt alle segel aus! alle kräfte ausspannen, anstrengen. Lohenst. Arm. 2, 748;

nach Phrygien die segel auszuspannen.
Schiller 230a;

er, welcher über meer und land
den lichten himmel ausgespannt.
Bürger 37b;

als der abend sich ausgespannt (ausgebreitet) in seiner pracht. Fr. Müller 1, 10; da er auf seinem gesicht den gröszten, höflichen ernst ausspannte. J. Paul Hesp. 1, 113; eine weit ausgespannte, wie ein grünendes meer fortwogende ebene. Tit. 2, 50. Zwischen beiderlei bedeutung hat im zweifel der zusammenhang zu entscheiden, z. b. ob das tuch ausspannen ausdrücke ausdehnen oder losspannen. Keisersberg und Luther halten noch das starke part. ausgespannen fest, nicht mehr das praet. ausspien, und haben auch schon ausgespannt daneben.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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