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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausschwellen bis aussehen (Bd. 1, Sp. 966 bis 967)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausschwellen, s. ausschwielen.
 
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ausschwemmen, eluere: der anhaltende regen schwemmt die felder aus; die wolle ausschwemmen, reinigen;

der angstschweisz schwemmet mir durch manche ganze nacht
mein müdes lager aus, das qual der thränen macht
mein bett als eine bach.
Fleming 16;

und .... die schuldlose seele
dadurch ihm ausgeschwemmt in strömen bluts.
A. W. Schlegel im Richard II. 1, 1.

(sluiced out his innocent soul through streams of blood).


 
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ausschwenken, eluere, ausspülen: gläser, becher ausschwenken; sich den mund ausschwenken. vgl. DWB schwenken.
 
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ausschwielen, planare, excidere callum. Stieler 1969, der für schwiele auch schwell angibt. daher scheint folgendes ausschwellen dasselbe: dasz ir den schaden seubert, und die adern underhalb und ob dem schaden ausschwellen, und mit sophiakraut den schaden binden. Paracelsus 1, 723.
 
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ausschwimmen, enatare, nnl. uitzwemmen:

ich hab etlich schifbruch genumen,
bin in zwein allein ausgschwumen.
H. Sachs III. 2, 98a;

das schif zerstiesz sich an eim fels,
das es alles zu trümmern ging,
da schwummen aus die jungeling. III. 2, 246b;

also dasz gar wenig knecht in die kleine nachen gesprungen, oder zu ihrer bundgenossen schif ausgeschwummen sind. Fronsp. kriegsb. 3, 158a.
 
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ausschwingen, vibrare, vibrando purgare: den flachs, hanf, das werk, den haber, die wäsche ausschwingen; das haar, das gefieder:

fraw nachtigal schwang ir gefieder aus,
sie schwang sich für eins goldschmids haus.
Uhland 48;

schwing aus, schwing aus dein gelbes haar,
du tregst ein kindlein, das ist war. Ambr. lb. 193, 26.

einen ausschwingen, durchprügeln.

[Bd. 1, Sp. 967]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausschwitzen , exsudare, nnl. uitzweeten,
1) intransitiv: der win in zum hals us switzet. Muskatpl. 91, 39; an den pflanzen schwitzt honig aus; an seinem leib schwitzte blut aus; die allegationes sind mir ausgeschwitzt. Garg. 154b.
2) transitiv, die bäume schwitzen einen süszen saft aus; purpurrothe blumen, deren jede ein krystallhelles harztröpfchen ausschwitzte. Bettine tageb. 58; das fieber ausschwitzen;

da die buren das gelt uszschwitzen. fastn. sp. 895, 21;

die peccata juventutis ausschwitzen. Weise kl. leute 61; dasz Burghart diese sachen schon ausgeschwitzt hätte. unw. doct. 779; meinem scheblimini, dessen inhalt ich beinahe ausgeschwitzt. Hamann 7, 148; das habt ihr rein ausgeschwitzt. Schiller 131a; den wein im bade ausschwitzen.
 
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ausschwören , ejerare, in verschiedner bedeutung,
1) die stadt ausschwören, verschwören, abschwören. belege hat Haltaus 81. 82.
2) ausschwören, feierlich schwören: er hat es ausgeschworen, conceptis verbis juravit;

ich scholt im sein hochzeit versorgen
und scholt darauf ausschwern und porgen. fastn. sp. 784, 30,

d. h. sachen ausnehmen und die zahlung eidlich versprechen;

vil renk und müh ich denn anker,
bisz ich ein ander pferd ausschwer,
denn hab ich lang daran zu zaln.
H. Sachs II. 4, 3d,

d. h. bis ich ein andres pferd, unter geleistetem eid für dessen bezahlung, kaufe, ich zahle aber langsam.
3) ausschwören = abschwören, jurato negare; einem etwas aus dem gesicht schwören, scientem et fidentem (? videntem) perjurio fallere. Stieler 1977, das ist das oben sp. 795 beigebrachte aus den augen schwören, dem, ders mit seinen augen gesehn hat, es eidlich ableugnen. swuren sich ûʒ, daʒ si darvone nicht inwisten. myst. 168, 17.
 
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aussegeln, exire e portu, nnl. uitzeilen, auslaufen, absegeln.
 
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aussegnen, exeunti fausta precari: als wenn es ihnen noch mit tausend teufeln wäre ausgesegnet worden. Simplic. 1, 230; sie segnen den sabbath auch aus mit gebett, wein. Frank weltb. 146a.
 
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aussehen , nnl. uitzien, wie das einfache sehen bald videri bald videre bedeutet,
1) specie esse: er sieht gut oder böse aus; du siehst mir eben nicht sehr gelehrt aus; er sieht aus wie ein dieb; der wein sieht wie bier aus; sie sieht aus wie der teufel; kind, wie siehst du wieder aus?; wir sehen nicht aus, als ob wir viel bei uns trügen; zu der zeit, da du noch glat und schön aussahest. pers. rosenth. 5, 10; ist das nicht ein wunderschöner kerl, sieht er doch flugs aus wie milch und blut. Schelmufsky 1, 48; durstig aussehende. Simpl. 2, 307; lasz uns aussehn, wie listige erben, die heulend hinter der bahre gehen und desto lauter ins schnupftuch lachen. Schiller 148a;

bräutigam, so wird morgen Luis aussehen im brautschmuck. Luise 3, 207;

diese deutung sieht gar zu studiert aus. Kant 7, 160; die kunst kann nur schön genannt werden, wenn wir uns bewust sind, sie sei kunst, und sie uns doch als natur aussieht. 7, 167. zumal aber unpersönlich und in verbindung mit so und wie oder den praepositionen nach, in und mit; wie siehts in Berlin aus?; es sieht heute nach regen aus; das sieht nicht gut aus. Gellert 3, 366; sie hat ihm vergeben. 'es sieht so aus'. Göthe 10, 90; man kann sich in alles schicken und weisz wie es in der welt aussieht. 11, 11; was haltet ihr davon? 'es sieht völlig aus wie eine lüge'. 14, 101; wie sieht es in ihrem herzen aus? 14, 129; hernach seh ich wie es auf dem acker aussieht. 14, 253; wenn sie glauben, dasz es nicht pedantisch aussieht, so kann ich wol in der zeichensprache mich zusammenfassen. 17, 56; wie wird es aber mit den zinsen unsers capitals aussehn? versetzte Werner. um nichts schlimmer, sagte Lothario. 20, 146; noch sieht es mit seinen unmittelbaren leibeserben mislich aus. 24, 240; sagen sie mir bald nachricht, wie es aussieht? an Schiller 196; ach sie mögen sehn, wie mirs im herzen manchmal aussieht. an fr. von Stein 1, 59; ob es gleich hiebei lediglich nach einer kette von ursachen aussieht. Kant 2, 423. diese ausdrucksweise scheint erst im 17 jh. um sich zu greifen, Luther und Fischart haben noch kein beispiel davon und verwenden dafür bloszes sehen, ohne aus. aber auch nnl. het ziet er slecht met hem uit; ziet hij er nog zoo ongunstig uit? ursprünglich war es, analog dem ansehen 12, ein wirkliches ausblicken: sie sieht so

[Bd. 1, Sp. 968]


frisch aus ihren augen; was hernach genommen wurde für sie hat ein frisches aussehen.
2) aussehen, prospicere: sahe Michal die tochter Saul zum fenster aus. 1 chron. 16, 29;

do sach die falsche frawe
mit freuden zum fenster aus.
Uhland 285;

Calvus sah zum fenster aus, Lippus hielt die nase für.
Logau 2, 6, 81;

wie säumt denn Nathan so? sieh aus, ob er
sich noch nicht naht?
Klopstock 9, 140;

ist nicht der himmel überall voll nacht?
seht aus: ist jeder strahl des tags in wolken
nicht ungewöhnlich finster eingehüllt? 10, 67;

dein blick ist scharf. sieh aus, ob sie schon leichen tragen. 10, 88;

du läszt mich lange nach dir aussehen und ich habe doch wichtige dinge mit dir zu reden. Jul. von Tar. s. 11; sonst hätte ich wol noch lange nach dem kusse dieser süszesten lippen aussehen mögen. Tieck ges. nov. 1, 204; hier kann man weit aussehen, ausschauen, sich umsehen.
3) transitiv, ausersehen, ersehen, aussuchen, auswählen: ich habe mir meinen ort hier ausgesehen; sieh dir einen tag aus, sume diem. Stieler 2024; wo woltest du dir eine lustigere wohnung aussehen können? Simplic. 1, 476; ei Leander, so jung, und er hat sich schon ein mädchen ausgesehen? Lessing 1, 464;

und dann am quelle
die rasenstelle,
wo zephvrs wehn,
zum grillensitze
mir auszusehn.
Stamford bei
Gökingk 1, 231;

man musz die jugend zu geschäften aussehen, besonders solchen, die zu andern stellen geschickter machen. Hippel br. 13, 74.
4) sich die augen aussehen, zu grund richten: bei dem spitzenmachen sieht sie sich noch die augen aus; ich sehe mir die augen danach aus, schaue unablässig dahin; ich kann das stück nicht aussehen, bis zu ende sehen.
5) das participium aussehend, mit weit verbunden, empfängt häufig, nach der zweiten bedeutung, den sinn von incertus, anceps: die beide nordische königreiche, Schweden und Dennemark, hatten einen weit aussehenden krieg angefangen. Schuppius 222; die wahren thaten der freimäurer sind so grosz, so weit aussehend, dasz ganze jahrhunderte vergehen können, ehe man sagen kann, das haben sie gethan. Lessing 10, 260;

lange nicht auszusehende weg, umgeben von sonnen.
Klopstock Mess. 1, 202;

meine weitaussehenden absichten. Wieland 2, 120; das genie arbeitete an weit aussehenden planen. Klinger 10, 277.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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