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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausschnüren bis ausschrauben (Bd. 1, Sp. 959 bis 960)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausschnüren, relaxare funiculum: sich ausschnüren, von frauen; schnüre mich aus, sagt die frau zur magd.
 
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ausschöpfen, exhaurire, nnl. uitscheppen: er wölle den Jordan mit seinem munde ausschepfen. Hiob 40, 18; und meint den abgrund göttlicher maiestet auszuschepfen. Luther 3, 102; sie (die gottlosen reichen) werden gewislich ausgeschepft und ein andern drein gesetzt. 3, 293; und erholten unser ausgeschöpfte kraft. Frank weltb. 233a; brder Niclaus, der was dürrs, magers, ausgeschöpfts leibs. chron. 311a; wenn sie den geltsack ausgeschepft haben. Kirchhof wendunm. 34a; die wolthaten, die sie genossen, wären von einem so groszen masze, dasz ihre dankbarkeit sie nimmehr ausschöpfen könte. Lohenst. Arm. 1, 272; um dir noch heute an das herz zu stürzen und deinen himmel auszuschöpfen und meinen zu füllen. J. Paul Tit. 5, 65. heute gebrauchen wir ausschöpfen sinnlich, erschöpfen abstract: den brunnen, das wasser ausschöpfen, aber die geduld erschöpfen.
 
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ausschöpfkelle, f.
 
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ausschöpflöffel, m. besser schöpflöffel.
 
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ausschoppen, explere, farcire:

het mich denn mit stro ausgeschopt.
H. Sachs I, 502a;

hab auch an ein alte reisjoppen,
die wil ich mit hew ausschoppen.
IV. 3, 51b.

schwören bei teufelholen, wann sie nicht mehr saufen können, und dannoch hören sie nicht auf sich auszuschoppen. Simpl. 1, 101. s. DWB anschoppen.
 
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ausschossen, germinare, schnell und nebenher auswachsen, von pflanzen und gesträuch: das gras ist in wenigen tagen ausgeschoszt; das unkraut schoszt überall aus; haben nicht geblühet, haben nicht geproszlet, haben nicht ausgeschoszt. Paracelsus 1, 228c; unterdessen ist der spargel ausgeschoszt. Hamann 5, 235.
 
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ausschöszling, m. surculus: die ihres leibsstammens ausschöszling und nabelstück sind. Garg. 67b; alte bäum ersticken mit ihrem überschatten die jungen ausschöszling. Lehmann 68; einzelne ausschöszlinge einer alten wurzel. Göthe 14, 104.
 
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ausschoten, deglubere, was aushülsen, auskernen: erbsen, bohnen ausschoten, aus der schote nehmen.
 
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ausschramm, m. quod exciditur, exscinditur, bergmännisch von einer lettigen, leicht zu gewinnenden thonart, die los geschrammt wird, sonst ablösung und besteg geheiszen. könnte aber auch für andere stoffe gelten, die man losschrappt, z. b. für den teig in der mulde.
 
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ausschrammen, exscindere, nach dem vorigen. steht in folgender stelle intransitiv für secedere, exsilire: nun erst erschrack sie (die mutter) über seine (des sohns) kühnheit, fürchtete, er würde ihr in allen dingen ausschrammen, nachdem

[Bd. 1, Sp. 960]


er solche gefährliche kunst (das reiten) heimlich erlernt habe. Arnim kronenw. 1, 185.
 
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ausschrauben, cochleam retorquere, laxare, die schraube aufdrehen, eingeschraubtes ausschrauben.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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