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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ausscheiszen bis ausscheuerung (Bd. 1, Sp. 947 bis 948)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausscheiszen, gleichsam excacare, alvo egerere, mhd. ûʒ schîʒen, ein uraltes, ehmals unanstöszigeres wort: blut ausscheiszen. Stieler 1757;

dasz Niger edel, must du wissen,
ein reiger hat ihn ausgeschissen.
Logau 1, 8, 53,

was auf einen hergebrachten, der bewahrung werthen volksscherz zurückgeht:

ein rab
schisz einen Schwab,
und aus dem stank
erwuchs ein Frank;

ausführlicher bei Schmeller 3, 524:

doch ist ein sprichwort,
die Schwaben seien von hohem stam,
sie scheisz ein reiger ab einem baum
nider auf die erden, bei dem Rhein,
davon die Schwaben komen sein,
und von der Schwaben stank
sind komen die Frank,
und aus der Franken eier
sind komen die unsaubern Beier.

der volksglaube liesz die urstämme aus steinen oder auf bäumen entsprieszen, und von den bäumen durch vögel herab geworfen werden (mythol. s. 538. gesch. der d. spr. 780).
 
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ausscheiteln, capillos secernere, das haar aus dem gesicht, aus der stirne scheiteln. die tuchmacher benennen ausscheiteln das aufbäumen, aufziehen der werfte.
 
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ausschelfen, folliculis eximere, enthülsen, ausschälen: die nüsse soltu schwingen lassen, wann sie anfahen sich auszuschelfen. Sebiz 358.

[Bd. 1, Sp. 948]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ausschellen, campanula proclamare: es ist eben ausgeschellt worden; dem musz man so was an die nase heften, wenns morgen am marktbrunnen ausgeschellt sein soll. Schiller 183. vgl. mhd. ûʒschellen. GA. 3, 54 und ausklingeln.
 
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ausschelten, duriter increpare: die mutter schalt das kind aus; ich bin ausgescholten worden; ich fand unsern hofmeister, welcher seinen sohn mit vielem eifer ausgescholten hatte. Rabener 2, 11. 6, 208.
 
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ausschenken, divendere liquores, cauponam exercere: wein, brantwein, bier ausschenken, maszweise verkaufen, auswirten, in Süddeutschland verleitgeben, ausleitgeben. bei den handwerkern, den gesellen ausschenken, ihm beim auswandern den ehrentrunk reichen, im gegensatz des einschenkens, des bewillkommens mit dem trunk. s. DWB ausgeschenk. ausschenken effundere: du solt auch seine schüsseln, becher, kannen, schalen aus feinem golde machen, damit man aus und einschenke. 2 Mos. 25, 29. 37, 16; denn der herr hat einen becher in der hand und mit starken wein vol eingeschenkt, und schenkt aus demselben. ps. 75, 9; ausschenken und verschwenden. H. Sachs I, 275a; brentenwein ausschenken. Garg. 49b. dann aber auch ausschenken donare, largiri, hinschenken, hingeben, reichlich schenken:

da will ich könglich gab ausschenken.
H. Sachs IV. 1, 23b;

dem nackenden kleider schenket usz. trag. Joh. B 8.

on allen reuw ausgeben. Maaler 45b.
 
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ausscheren, ausschor, tonsuram absolvere, gleich dem einfachen scheren sonst mit dat. der person: das haar ist mir ausgeschoren, abgeschnitten. figürlich hiesz einem (die wolle) ausscheren, ihn übel, hart, eigennützig behandeln:

ich hab manigem uszgeschorn,
der gieng dan trauriclich dahin. Hätzl. 306, 52;

auch hat die jungfraw mich mit zorn
gehandelt, und mir ausgeschorn
mit worten so heftig und scharf.
H. Sachs I, 112d.

die tuchbereiter scheren aus, wenn sie die tücher, nachdem sie gefärbt worden sind, zum dritten und letzten mal scheren. das erste scheren heiszt ihnen bärteln, das zweite schlechthin scheren, das dritte ausscheren.
 
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ausscheren, ausscherte, secernere, segregare, ausscharen:

ir eigne freund sie selbst verachten,
und von in auszuscheren trachten.
H. Sachs IV. 3, 101b;

das kein zweivel ist, dieser spruch rede vom bapst und seinen geistlichen, und Christus selbs hie absolviert und ausscheret alle pfaffen und münch, indem das er verdampt alle orden und klöster. Luther 2, 113b; fohlen ausscheren, absondern. Rosenzweig rosztäuscher s. 86. in einigen landstrichen ausschieren, z. b. für forstmäsziges aussondern des holzes, vgl. DWB ausschalmen.
 
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ausscheuchen, fugare, abigere, verscheuchen: man hat ihn hier ausgescheucht.
 
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ausscheuern, expurgare, ausfegen, reinigen, nnl. uitscheuren: die gefäsze ausscheuern; jede malerische teuschung aus dem gesichte der dame ausscheuern. J. Paul teup. pap. 2, 32. einen ausscheuern, ausschelten.
 
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ausscheuerung, f. die ausscheuerung des alterthümlichen sauerteigs. J. Paul Hesp. 1, 87. üblicher die ausfegung.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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